Reparatur mit Meissel und Säge

Hat Ihr Kind eine Hüftdysplasie, hilft meist eine Spreizhose. Wird das Hüftproblem aber zu spät erkannt, muss Ihr Nachwuchs wahrscheinlich operiert werden.

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Hüftdysplasie, Hüftpfanne, Hüftgelenk, Hüftknochen, Kinder

Manchmal kann eine Operation bei eine Hüftfehlstellung helfen, damit Kinder wieder besser laufen können©

Die Hüfte ist der Ort, an dem die Beine am Körper verankert sind. Im Beckenknochen befindet sich rechts und links unten je eine Mulde: die so genannte Hüftpfanne. Der Knochen des Oberschenkels endet in einem kugeligen Gelenk-Knauf, dem so genannten Hüftkopf. Diese Kugel sollte perfekt in die Pfanne passen und sich in jede Richtung drehen lassen - wegen des Kugelgelenks können wir unsere Beine in jede Richtung schwenken: nach vorne, nach hinten und auch zur Seite.

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Umschließt die Hüftpfanne das kugelige Gelenk wie eine tiefe Kuppel, kann der Hüftkopf nicht entgleiten. Zudem sorgen starke Bänder dafür, dass das Gelenk nicht auskugelt, egal, wie sehr sich der Kopf in der Mulde bewegt.

Bei einer Hüftdysplasie, einer angeborenen Fehlbildung der Hüftknochen, passen Kugel und Knochenmulde nicht so gut zusammen. Zum Beispiel kann es sein, dass die Hüftpfanne nicht im richtigen Winkel steht oder dass sie zu flach geraten ist. Ist mehr als die Hälfte des Hüftkopfes nicht von der Pfanne umschlossen, hat die Kugel nicht genügend Halt und kann seitlich hinausflutschen. Weil die wackelige Verbindung den Druck auf das Gelenk erhöht, verschleißt auch der Knochen schneller.

Sägen, drehen und schrauben

Kleinen Kindern mit Hüftdysplasie hilft meist eine so genannte Spreizhose. Sie zwingt beide Oberschenkel nach außen, so kann sich das Hüftgelenk während des Wachsens wieder normalisieren. Hat die Kinderärztin das Problem zu spät erkannt, kann eine Operation helfen.

Bei der so genannten Dreifach-Beckenosteotomie durchtrennt der Chirurg das Becken an drei Stellen: am Darmbein, am Schambein und am Sitzbein. Die Knochen meißelt und sägt er auseinander. Natürlich bekommt Ihr Kind vor dieser Operation eine Vollnarkose - es merkt von der Arbeit des Chirurgen nichts.

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Ist die Hüfte zerlegt, kann der Operateur die Hüftpfanne schwenken und so ausrichten, dass sie den kugeligen Hüftkopf gut umschließt. Ist die richtige Stellung des Gelenks gefunden, schraubt der Chirurg die Knochenteile wieder zusammen, damit die Pfanne in der neuen Position bleibt. Bei einer Dreifach-Beckenosteotomie stecken vier Schrauben in die Hüfte, um die Knochenteile zu verankern. Das Becken verheilt nur langsam, erst nach einem Jahr können die Schrauben entfernt werden.

Sven Rohde, ab