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Rührende Geste: Todkranke Frau darf sich von ihrem Pferd verabschieden

Noch einmal die Wärme ihres Pflegepferdes spüren, seine Nüstern streicheln – das war der Wunsch einer todkranken Patientin im Klinikum Fürth. Er wurde ihr erfüllt. Und das Lob ist gewaltig. 

Abschied nehmen: Pflegepferd Dana am Bett der sterbenskranken Patientin

Abschied nehmen: Pflegepferd Dana am Bett der sterbenskranken Patientin

Routine-Untersuchungen, Notfälle und Operationen: Im stressigen Krankenhausalltag bleibt oft wenig Zeit, innezuhalten und Gefühle zuzulassen. Umso rührender erscheint da die Geschichte, die sich vergangene Woche am Fürth zugetragen hat.

Die Palliativstation der Klinik erfüllte einer sterbenskranken Patientin ihren letzten Herzenswunsch - und der bestand darin, Pflegepferd Dana noch einmal zu sehen und sich von ihr zu verabschieden. In einer Hau-Ruck-Aktion organisierte der Reitstall Wittinghof im mittelfränkischen Langenzenn den Transport der Island-Stute nach . Die Pfleger des Klinikums wiederum brachten die schwerkranke Patientin an die Pforte des Klinikums, wo das Pferd und die ehemalige Pflegemutter aufeinander trafen. Das Tier ließ sich geduldig streicheln. Die beiden konnten sich ein letztes Mal noch einmal nahe sein.

Die Stute Dana vor dem Klinikum Fürth

Die Stute Dana vor dem Klinikum Fürth


Über die rührende Aktion berichtete das Klinikum auf seiner Facebook-Seite - und wird für den Einsatz mit viel Lob überschüttet. "Ich finde es einfach nur toll, mit wie viel Liebe und Einsatz ihr euren Beruf ausübt", schreibt ein User. Ein anderer: "Solche Menschen sind Gold wert". Der Beitrag wurde in der Zwischenzeit mehr als 13.000 Mal gelikt und hundertfach kommentiert. "Wir sind ganz überrascht", zitieren die "Fürther Nachrichten" Josef Rauch, den Leiter des Pflegeteams der Palliativstation. 

"Ein bewegender Moment"

Zunächst habe Rauch die Patientin mit einem Sanitätswagen zum Stall bringen wollen, heißt es weiter. Doch dann musste alles ganz schnell gehen, der Zustand der 58-jährigen Frau habe sich zusehend verschlechtert. Also habe Rauch am vergangenen Mittwoch beim Reitstall angerufen und nachgefragt: "Da ist eine Schnapsidee – aber ich frag trotzdem mal: Könnten Sie mit einem Pferd kommen?" Die Inhaberin habe nicht lange gezögert und sei mit dem Tier nach Fürth gefahren. Drei Stunden später sei Dana auf dem Hof des Klinikums gestanden. Die Patientin sei in früheren Jahren eine "begeisterte Pferdeliebhaberin" gewesen.

An einem ruhigen Schattenplatz an der Pforte des Klinikums treffen das Pferd und die Palliativ-Patientin aufeinander. Um das Bett stehen Angehörige der Patientin, Mitarbeiter der Palliativstation und die Besitzerin des Pferdehofs. 

An einem ruhigen Schattenplatz an der Pforte des Klinikums treffen das Pferd und die Palliativ-Patientin aufeinander. Um das Bett stehen Angehörige der Patientin, Mitarbeiter der Palliativstation und die Besitzerin des Pferdehofs. 


Die Begegnung der beiden sei "ein bewegender Moment für alle Beteiligten" gewesen, schreibt das Klinikum Fürth. Nach Informationen der "Fürther Nachrichten" verstarb die Patientin am vergangenen Sonntag.

ikr
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