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Verräterische Säfte: Blut und Hirnwasser

Zusätzliche Untersuchungen von Körperflüssigkeiten sind nur im Zweifelsfall nötig. Ein Labor kann sie auf bestimmte Inhaltsstoffe testen. Anhand der Laborwerte erkennt der Arzt, was Ihnen genau fehlt.

  Das Blut kann Hinweise auf kranke Organe oder auf Entzündungen geben

Das Blut kann Hinweise auf kranke Organe oder auf Entzündungen geben

Bei jeder Blutbestimmung wird normalerweise ein sogenanntes kleines Blutbild angefertigt. Dabei werden die Werte der einzelnen Bestandteile des Blutes ermittelt. Dazu gehören rote und weiße Blutzellen sowie Blutplättchen und der rote Blutfarbstoff Hämoglobin.

Außerdem kann das Blutbild Auskunft geben über den pH-Wert, die Harnsäure, Enzyme, Spurenelemente, Bluttfette, Proteine, Hormone. Zu hohe oder zu niedrige Werte können auf Störungen verschiedener Organe hinweisen. Auch Entzündungen im Körper zeigen sich im Blut.

Zur Bestimmung Ihrer Blutwerte nimmt der Arzt Ihnen normalerweise aus einer Armvene Blut ab und schickt es in fest verschlossenen Röhrchen in ein Labor. Eine Blutuntersuchung ist sinnvoll, wenn als Ursache für Ihre Kopfschmerzen folgende Erkrankungen in Frage kommen:

  • Entzündungen von Blutgefäßen im Kopfbereich oder andere Entzündungen,
  • seltene Systemerkrankungen,
  • Schädigungen der inneren Organe durch den Gebrauch zu vieler Schmerzmittel.

Infektionen verraten sich in der Hirnwasseruntersuchung

Eine Untersuchung des Hirnwassers kann Hinweise auf Blutungen, Entzündungen und Tumore liefern. Der Arzt nimmt mit einer Nadel aus dem Wirbelkanal etwas Nervenwasser ab. Ein Labor kann nun die einzelnen Werte bestimmen, zum Beispiel der Zucker- und Eiweißgehalt, der Laktatwert, Antikörper, die gesamte Anzahl der Zellen, bestimmte Erreger wie Viren und Bakterien.

Sinnvoll ist eine Hirnwasseruntersuchung, wenn der Verdacht auf folgende Krankheiten besteht:

  • Kopfschmerzen durch Hirnhautentzündung (Meningitis),
  • Entzündung des Gehirns (Enzephalitis),
  • Blutungen im Bereich der Hirnhäute,
  • seltene Infektionen des Gehirns,
  • durch Zeckenbiss verursachte Borreliose, die das Nervensystem befallen hat,
  • seltene Systemerkrankungen.

Bei Epilepsieverdacht hilft das Elektroenzephalogramm

Bei bestimmten Gehirnerkrankungen ist die elektrische Hirnaktivität gestört. Durch ein Elektroenzephalogramm (EEG) kann die elektrische Tätigkeit des Gehirns dargestellt werden. Dazu werden an bestimmten Stellen des Kopfes Elektroden angebracht, kleine Plättchen, die über Kabel mit dem Registriergerät verbunden sind. Das Registriergerät misst die Hirnströme und zeichnet sie auf.

Sinnvoll ist ein EEG bei Verdacht auf folgende Erkrankungen:

Die Elektromyographie erkennt Muskelprobleme

Eine Elektromyographie (EMG) zeichnet auf, wie angespannt Muskeln sind. Eine erhöhte EMG-Aktivität kann auf übermäßig aktive Muskeln hinweisen, die zum Beispiel für Spannungskopfschmerzen verantwortlich sein könnten. Bei dieser Untersuchung sticht der Arzt entweder nadelartige Elektroden in die Muskeln hinein. Oder er legt über dem entsprechenden Muskel Elektroden auf der Haut an, um die Ströme aus dem Muskelgewebe ableiten zu können. Die Impulse aus den Muskeln werden anschließend verstärkt und in sichtbare oder hörbare Signale umgewandelt. Diese können aufgezeichnet werden.

Die Untersuchung wird allerdings heute bei Kopfschmerzen nicht mehr gemacht. Denn es gibt keine eindeutigen Belege dafür, dass Spannungskopfschmerzen mit erhöhter EMG-Aktivität einhergehen.

Clusterkopfschmerzen entdeckt der Nitroglyzerintest

Der Wirkstoff Nitroglyzerin ist dafür bekannt, Clusterkopfschmerzen auslösen zu können. Wenn der Arzt schon vermutet, dass Sie darunter leiden, aber nicht sicher ist, kann ein Test möglicherweise die Zweifel beseitigen. Jedoch darf der Betroffene in den acht Stunden davor keine Attacken gehabt haben, keine vorbeugenden Medikamente und in den vergangenen 24 Stunden keine Substanzen eingenommen haben, die die Gefäße verengen.

Um den Test zu machen, zerkauen Sie eine kleine Kapsel oder Sie atmen ein Spray mit einem Milligramm Nitroglyzerin ein. Löst dies innerhalb von 30 bis 60 Minuten Beschwerden aus, die den sonstigen Kopfschmerzen entsprechen, spricht das dafür, dass Sie tatsächlich unter Clusterkopfschmerzen leiden. Der Test findet unter Aufsicht statt.

Wolfgang Schillings

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