Wer ist denn der Richtige?

Der Hausarzt, die Neurologin oder der Schmerz-Therapeut? Alle kennen sich mit Kopfschmerzen aus. Doch in der Regel hat ein Facharzt mehr Zeit für Sie und verfügt über mehr Wissen.

Kopfschmerz

Nimmt er sich genügend Zeit für das Gespräch?©

Kopfschmerzen lassen sich meist einfach lindern: ein wenig Ruhe, ein bißchen Schlaf, im Notfall eine Schmerz-Tablette, und in wenigen Stunden ist alles vorbei. Doch manchmal reicht das nicht. Wenn die Schmerzen hartnäckig andauern, häufiger auftreten, heftiger werden oder unerträglich sind, sollten Sie zum Arzt gehen. Doch zu wem? Natürlich sollten Sie einen Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen. Das kann Ihre Hausärztin sein oder ein Mediziner, der eine Zusatz-Ausbildung hat.

Die Hausärztin kennt die typischen Merkmale der Migräne sowie von Spannungs-Kopfschmerzen und kann sie auch behandeln. Allerdings werden sich Hausärzte für Ihren Fall nicht viel Zeit nehmen können. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen nur das Entgelt für ein fünf- bis zehn-minütiges Gespräch. Um Ihre Beschwerden umfassend zu erörtern, reicht das vielleicht nicht aus. Denn um Ihnen helfen zu können, muss der Arzt folgendes wissen:

  • Wann treten Ihre Kopfschmerzen auf?
  • Wo haben Sie Schmerzen?
  • Wie lange dauern die Beschwerden?
  • Wie stark sind sie?
  • Wie fühlt sich der Schmerz an?

Haben Sie das Gefühl, Ihr Hausarzt hat Sie nicht ausführlich genug gefragt, um sich ein Bild machen zu können, sollten Sie um eine Überweisung zur Neurologin bitten. Sie kann sich mehr Zeit nehmen und kennt sich in diesem Fachgebiet gut aus.

Für schwere Fälle gibt es Schmerz-Spezialisten

Leiden Sie schon seit einigen Jahren unter Ihren Kopfschmerzen, können Sie auch einen Mediziner aufsuchen, der eine Fachausbildung zum Schmerz-Therapeuten hat. Dies erkennen Sie an der Zusatzbezeichnung "spezielle Schmerztherapie".

Schwere Fälle können nicht nur bei Schmerz-Therapeutinnen Hilfe bekommen, sondern auch in Schmerz-Ambulanzen von Kliniken oder in spezialisierten Schmerzkliniken.

Im Übrigen sei Frauen davon abgeraten, mit ihren Kopfschmerzen zum Gynäkologen zu gehen, auch wenn der Hausarzt das empfohlen hat. Gynäkologen sind nur auf die weiblichen Geschlechtsorgane spezialisiert. Kopfschmerzen entstehen jedoch im Kopf. Leider gibt es immer noch Allgemein-Mediziner, die meinen, Kopfschmerzen bei Frauen hätten stets etwas mit den weiblichen Hormonen zu tun - und deshalb den Frauenarzt für geeignet halten.

Nicole Graaf