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Stern Logo Ratgeber Kopfschmerzen - Arten

Der unbekannte weibliche Faktor

Unter Kopfschmerzen leiden beide Geschlechter gleichermaßen. Nur bei der Migräne ist es anders: Die Teufelsschmerzen im Schädel kennen doppelt so viele Frauen wie Männer. Die Gründe sind unbekannt.

  Frauen nehmen Schmerzen möglicherweise anders wahr als Männer

Frauen nehmen Schmerzen möglicherweise anders wahr als Männer

Mehr als 250 verschiedene Arten von Kopfschmerz kennen Fachleute. Die meisten davon treffen beide Geschlechter gleichermaßen: So leiden zum Beispiel 54 Prozent aller Deutschen unter Spannungskopfschmerzen. Die Migräne hingegen trifft doppelt so viele Frauen wie Männer: Rund 24 Prozent der Frauen in Deutschland leiden unter Migräne, aber nur zwölf Prozent der Männer.

Früher machten Ärzte die weiblichen Hormone für dieses Ungleichgewicht verantwortlich. Denn Migräne stellt sich oft zeitgleich mit der Regelblutung ein. Heute wissen Mediziner, dass hormonelle Schwankungen - wie sie in Zeiten der Periode oder der Schwangerschaft auftreten - Migräneattacken auslösen können. Als Ursache taugen sie jedoch nicht.

Symptome

Im Prinzip wehklagen Frauen wie Männer gleich, wenn der Kopf schmerzt: Wie sich die Symptome äußern, hängt meist nicht vom Geschlecht ab, sondern vielmehr von der Kopfschmerzform.

Spannungskopfschmerzen zum Beispiel beginnen eher tagsüber, beide Geschlechter beschreiben sie als dumpf-drückend. Meist ziehen sie vom Hinterkopf hoch bis zur Stirn. Kopfschmerzen, die durch Schmerztabletten entstehen, sind meist dumpf und kommen mehrmals wöchentlich. Männern wie Frauen ist dabei oft übel und sie leiden unter Seh- und Konzentrationsstörungen. Bohrende, brennende Pein, besonders hinter den Augen, ist ein typisches Symptom von Clusterkopfschmerz - bei beiden Geschlechtern.

Nur bei der Migräne unterscheiden sich die Empfindungen von Männern und Frauen. Bei einer Attacke pocht und pulsiert der Kopf meist auf einer Seite. Sie beginnt oft schon in der Nacht, bei Bewegung wird sie stärker. Vielen ist übel. Wenn Männer Migräne haben, beschreiben sie ihre Schmerzen aber viel stärker. Zudem klagen sie eindrücklicher über neurologische Begleitsymptome. Dazu zählen taube Handflächen, kribbelige Finger sowie flimmernde Bilder vor Augen oder Probleme beim Sprechen.

Diagnose

Oft leiden Frauen unter mehreren Formen von Kopfschmerzen. Eine exakte Diagnose erfordert von Ihrem Arzt dann noch mehr Wissen, Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Zudem treten bestimmte Beschwerden bei mehreren Arten von Kopfschmerzen gleichermaßen auf. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihre Beschwerden detailliert beschreiben.

Ihr Arzt wird sich ausführlich nach den Schmerzen erkundigen. Er wird auch nach Ihrer Lebenssituation und Ihrem Alltag fragen. Anschließend wird er Sie körperlich untersuchen: Er testet, wie schmerzempfindlich die Kopfmuskulatur ist und wie sensibel die Austrittspunkte der Nerven im Kopfbereich. Er prüft, ob Ihre Kopf- und Nackenmuskeln verspannt sind. Und er misst Ihren Blutdruck.

Möglicherweise wird Ihnen der Arzt noch weitere Untersuchungen vorschlagen, zum Beispiel

Therapie

Leiden Sie besonders schwer unter Ihren Kopfschmerzen und reichen einige wenige Tabletten pro Monat nicht aus, sollten Sie zum Arzt gehen. Er wird - unabhängig vom Geschlecht - eine Behandlung wählen, die für Ihre Kopfschmerzform geeignet ist. Die Therapie von Männern und Frauen unterscheidet sich grundsätzlich nicht.

Spannungskopfschmerz entsteht oft durch Stress oder Verspannungen. Die Therapie sieht entsprechend aus: weniger Stress, viel Entspannung. Die Neigung zur Migräne aber wird vererbt. Daran lässt sich nichts ändern. Allerdings können Sie herausfinden, was Attacken begünstigt und solche Situationen meiden.

Hilft vorbeugendes Verhalten nicht, wird Ihr Arzt Medikamente empfehlen. Welche das sind, hängt von Ihren Beschwerden ab.

Tipps

Egal, welche Art von Kopfschmerz Sie plagt: Stress und Hektik zu vermeiden, hilft vorbeugend. Wie Sie sich entspannen, ist dabei egal, wählen Sie aus, was Ihnen gefällt. Sie können zum Beispiel Ausdauersport machen oder Rad fahren, schwimmen oder spazieren gehen. Yoga, autogenes Training und progressive Muskelentspannung nach Jacobsen sind auch zur Vorbeugung geeignet.

Wenn Sie wissen, dass Alkohol Ihnen Kopfschmerzen bereitet, verzichten Sie auf Wein, Bier und Likör. Möglicherweise setzt Ihnen auch Kaffee zu - versuchen Sie es mit Tee. Womöglich lösen auch mehrere Faktoren zusammen den Schmerz aus.

Schaffen Sie sich, wo immer es geht, einen für Sie angenehmen Alltag. Gesunde Ernährung und ein geregelter Tagesablauf kann nicht schaden. Sie sollten nicht zu wenig, aber auch nicht zu viel schlafen. Gegen gelegentliches Schädelbrummen und Spannungskopfschmerzen helfen oft schon Ruhe, Schlaf, ein kühlendes Tuch auf der Stirn oder eine sanfte Massage mit Pfefferminzöl.

Expertenrat

Professor Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel beantwortet Ihre Fragen:

Stimmt es, dass bestimmte Lebensmittel Migräne auslösen können? Nur für Alkohol und bei Koffeinentzug ist bisher zweifelsfrei nachgewiesen, dass sie Migräneattacken auslösen können. Lebensmittel wie Schokolade oder Käse gehören hingegen nicht zu den Auslösern. Wenn der Erkrankte abends - von Heißhunger getrieben - zum Kühlschrank schleicht, Käsebrot und Schokolade verschlingt und am nächsten Tag wegen Schwindel und Übelkeit nicht aus dem Bett kommt, führt er das meist auf den abendlichen Schmaus zurück. Richtig ist aber, dass er längst in der Attacke drinsteckt, also auch ohne Käse und Schokolade am nächsten Morgen migränekrank aufwachen würde. Der Heißhunger nach Süßem ist also nicht die Ursache, sondern bereits das Symptom einer ablaufenden Migräne.

Kann die Antibabypille Migräne verhindern?

Nach wie vor ist umstritten, ob die Antibabypille bei hartnäckigen und schwer zu behandelnden Migräneattacken als Schuldige ausgemacht werden kann. Aus einigen Studien geht hervor, dass die Migräne unter der Einnahme der Pille häufiger ist. Andere Studien beschreiben einen Rückgang der Migräne, wenn die Pille eingenommen wird, oder sehen keinen Zusammenhang.
Ebenso wenig ist klar, ob die Pille dazu führen kann, dass eine Migräne erstmals auftritt. Da die Kopfschmerzen besonders häufig in der Zeit erstmals auftreten, in der Frauen auch mit der hormonellen Verhütung beginnen, gibt es zwar einen statistischen Zusammenhang. Das beweist aber noch nicht, dass die Pille die Migräneattacken verursacht.

Ich habe Migräne. Werde ich in den Wechseljahren oder danach weniger leiden?

Bei einigen Frauen gehen die Wechseljahre mit weniger Schmerzattacken einher. Übelkeit, Erbrechen und andere Begleitsymptome gehen zurück. Entgegen häufiger Vermutungen trifft das aber leider nur auf eine Minderheit zu. Wie Studien zeigen, verändert sich für etwa die Hälfte der Frauen mit Migräne nichts, bei einem Viertel nehmen die Beschwerden sogar zu.

Besondere Maßnahmen, die in den Wechseljahren helfen können, gibt es nicht. Stattdessen sollte die Migränetherapie wie sonst auch durchgeführt werden. Zu warnen ist vor einer Gebärmutterentfernung oder eine Eierstockentfernung, wie sie einigen Frauen noch heute empfohlen wird. Die Operationen können die Beschwerden in den Wechseljahren ebenso wenig beeinflussen wie Hormontherapien.

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