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Stern Logo Ratgeber Kopfschmerzen - Arten

Stimmt das Klischee?

Frauen leiden nicht häufiger an Kopfschmerzen als Männer. Dieses Vorurteil stimmt nicht. Nur bei Migräne trifft das zu. Dafür haben bedeutend mehr Männer Cluster-Kopfschmerzen.

Frauen und Kopfschmerzen

Schatz ich hab Kopfweh - das sagen Männer genauso oft wie Frauen

Lange Zeit glaubten Ärzte, Migräne sei eine typische Frauenkrankheit und werde allein durch die weiblichen Hormone verursacht. Noch vor 30 Jahren schickten sie Frauen deshalb zum Gynäkologen. Heute ist klar: Migräne kann Männer wie Frauen treffen.

Frauen leiden zwar etwas häufiger an Migräne, doch der statistische Unterschied ist relativ klein: betroffen sind 22 Prozent der Männer und 32 Prozent der Frauen. An Spannungs-Kopfschmerzen leiden etwa genauso viele Männer wie Frauen, etwas mehr als ein Drittel beider Geschlechter kennt diese Pein. Cluster-Kopfschmerzen sind bei Männern häufiger: Etwa 70 bis 90 Prozent der Gequälten sind männlich.

Welchen Einfluss die Hormone haben, ist noch unklar

Migräne wird nicht von weiblichen Hormonen verursacht, dennoch können Schwankungen im Östrogen-Spiegel Attacken auslösen - wie andere abrupte Wechsel in der Körperchemie auch. Bei fünf Prozent aller Frauen, die unter Migräne leiden, häufen sich die Anfälle kurz vor der Periode oder währenddessen. Denn dann ist die Östrogen-Konzentration im Körper niedrig. Bei den meisten Frauen treten Migräne-Attacken allerdings auch zu anderen Zeiten auf.

Auf welchem Weg Hormone Anfälle von Migräne auslösen, ist noch nicht hinreichend erforscht. Unklar ist auch, welchen Einfluss hormon-haltige Medikamente oder die Pille auf den Verlauf von Migräne haben können. Als gesichert gilt hingegen, dass es mit den Wechseljahren nicht besser wird. Während der Hormonumstellung oder danach geht es knapp der Hälfte der Migräne-Betroffenen sogar schlechter.

Eine Schwangerschaft scheint sich hingegen positiv auf den Verlauf der Migräne auszuwirken. Bei rund 70 Prozent aller Frauen, die unter Migräne leiden und schwanger waren, verbesserten sich die Beschwerden während der Schwangerschaft.

Nicole Graaf

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