Im Zweifelsfall: zum Arzt

Kopfschmerzen sind immer unangenehm - aber meist kein Grund zur Sorge. Nur selten deuten sie auf eine schwere Krankheit hin. Doch in manchen Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Kopfschmerzen

Gehen Sie zum Neurologen, wenn Ihre Kopfschmerzen immer schlimmer werden©

Manche Kopfschmerz-Geplagten befürchten, hinter ihrer Pein stehe eine gefährliche Krankheit: zum Beispiel verstopfte Gefäße oder gar ein Hirntumor. So etwas kommt zwar vor, allerdings relativ selten: Nur acht Prozent aller Kopfschmerzfälle liegt ein körperliches Leiden zugrunde. Fachleute sprechen dann von sekundären Kopfschmerzen.

Steckt eine organische Krankheit hinter den Kopfschmerzen, treten meist weitere Symptome auf:

  • Fieber und Schüttelfrost können auf eine Infektion hindeuten.
  • Ist der Nacken steif oder schmerzen Nacken und Rücken, wäre ebenfalls an eine Entzündung zu denken.
  • Muskel- und Gelenkschmerzen, die kontinuierlich schlimmer werden oder gar nicht mehr verschwinden wollen, weisen auf entzündete Blutgefäße oder Muskelfasern hin.
  • Anhaltende Müdigkeit spricht ebenfalls für eine Infektion.
  • Treten immer häufiger Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen auf, sind Sie müde und erschöpft, ist Ihnen schwindelig und übel oder haben Sie beim Gehen Schwierigkeiten, könnte das einen erhöhten Druck im Schädel anzeigen. Ursache dafür können eine Verletzung, eine Stoffwechsel-Erkrankung oder in seltenen Fällen ein Hirntumor sein.

Sollten Sie eines dieser Symptome bemerkt haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Je nach Diagnose wird Ihr Arzt Sie an einen entsprechenden Spezialisten überweisen.

Heftige Kopfschmerzen können Warnzeichen sein

Einen Arzt sollten Sie auch dann konsultieren, wenn eine Kopfschmerz-Attacke ungewöhnlich stark ausfällt. Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn sich plötzlich neue Begleiterscheinungen einstellen oder sich Symptome ändern. Dann sollte die Ärztin die Diagnose überprüfen. Möglicherweise hat sich Ihr Kopfschmerz geändert und muss anders behandelt werden.

Sie sollten auch zur Ärztin gehen, wenn

  • die Kopfschmerzen heftiger werden,
  • die Beschwerden häufig auftreten oder
  • sie schon chronisch geworden sind.

Denn die Pein kann unbehandelt zum Dauerproblem werden und die Lebensqualität erheblich einschränken. Im schlimmsten Fall droht Ihnen eine Karriere als Schmerz-Patient.

Zuviel Schmerzmittel können süchtig machen

Gefährlich kann es werden, wenn Sie sich über längere Zeit selbst behandeln. Denn an viele frei verkäufliche Schmerzmittel gewöhnt sich der Körper schnell. Dadurch kann es leicht passieren, dass Sie die Dosis erhöhen oder die Tabletten häufiger einnehmen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Dann riskieren Sie, dass neben Ihren ursprünglichen Beschwerden zusätzlich noch ein Kopfschmerz durch Übergebrauch von Schmerzmitteln entsteht. Aus dieser Medikamenten-Abhängigkeit kommen Sie nur schwer heraus. Zudem müssen Sie mit schweren Nebenwirkungen rechnen, zum Beispiel mit Schäden an den Nieren, der Leber und dem Magen.

Nicole Graaf

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