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Wie Bauchweh im Kopf

Jedes zehnte Kind leidet heute an Migräne. Viele dieser Kinder werden in Deutschland zu spät behandelt - meist haben sich dann schon Probleme in der Schule ergeben.

  Reden Sie regelmäßig mit Ihrem Kind über seine Sorgen. Das beugt Migräneattacken vor

Reden Sie regelmäßig mit Ihrem Kind über seine Sorgen. Das beugt Migräneattacken vor

Ärzte stellen Migräne bei Kindern erst relativ spät fest: Im Durchschnitt sind die kleinen Betroffenen dann schon acht Jahre alt. Das liegt unter anderem daran, dass die Symptome bei Kindern recht vielfältig sein können.

Manche empfinden den Schmerz nicht im Kopf, sondern eher im Bauch. Sie klagen dann nur über Bauchweh. Andere schlafen während einer Migräneattacke ein, um anschließend schmerzfrei aufzuwachen - für die Kinder ist das gut, für eine Ärztin, die eine Diagnose stellen will, nicht.

Zudem scheuen sich Eltern häufig, wegen ein paar Kopfschmerzen zu einer Kinderärztin zu gehen. Ärzte wiederum scheuen sich oft, Kinder mit Migräne zu therapieren. Im Schnitt dauert es vier Jahre, bis die Kinder eine angemessene Behandlung bekommen. Möglicherweise hat das Kind dann schon Probleme in der Schule, weil es wegen seiner Migräne so oft gefehlt hat.

Bei Migräne reagiert das Gehirn überempfindlich

Die Anlagen für eine Migräneerkrankung werden vererbt. Das Gehirn von Migräneopfern reagiert sensibler auf innere und äußere Reize. Bei ungeeigneten äußeren Faktoren - Lärm, Stress, unverträglichen Nahrungsmitteln - lösen die überempfindlichen Nervenzellen des Gehirns eine Migräneattacke und möglicherweise auch eine Aura aus.

Der Schmerz entsteht auf zwei Wegen gleichzeitig. Zum einen sinkt bei einem Migräneanfall der Serotoninspiegel. Serotonin ist ein körpereigener Botenstoff, der unter anderem schmerzhemmend wirkt. Zum anderen entzünden sich bei einer Migräne die Wände derjenigen Adern, die das Blut ins Hirn transportieren. Während des Anfalls erweitern sich die Gefäße der Gehirnhaut. Mediziner nehmen an, dass dies der Grund für das pulsierende Gefühl im Kopf sein kann.

Symptome

Gerade bei Kindern können die Symptome der Migräne vielfältig sein. Klagt Ihr Sprössling über Bauchweh? Hört Ihr Kind mitten im Spiel auf und legt sich hin? Ist ihm plötzlich schwindelig? All diese Symptome könnten für eine Migräne sprechen.

Ganz typisch ist es, wenn Ihr Kind pochende oder hämmernde Schmerzen im Kopf fühlt. Häufig schmerzen beide Kopfseiten. Den Schmerz nehmen die Kinder als Druck wahr. Ihnen ist dabei oft übel, sie erbrechen. Genauso wie Erwachsene reagieren Kinder empfindlich und gereizt auf Lärm, Licht und Gerüche.

Migräneanfälle kündigen sich häufig an. Mediziner sprechen dann von einer Aura. Kinder, die eine Aura haben, sehen plötzlich flimmernde Muster vor ihren Augen oder Lichtblitze. Zu einer Aura kann ebenso gehören, dass die Hände oder Arme taub werden. Manche Kinder können in diesem Zustand auch nicht gut sprechen. Ganz selten kommt es vor, dass sie während einer Aura phantastische Bilder sehen. In der medizinischen Literatur ist dieses Phänomen als Alice-im-Wunderland-Syndrom bekannt. Bei Kindern ist eine Aura eher selten. Ihre Migränevorzeichen sehen meist anders aus. Dazu zählen

  • wiederholtes Erbrechen,
  • Bauchschmerzen,
  • plötzlich auftretender Schwindel.

Kinder beschreiben Migräne auch als Bauchweh im Kopf

Kinder mit Migräne können über ganz unterschiedliche Symptome berichten. Manche sind typisch für Migränekopfschmerzen, andere zeugen eher von allgemeinem Unwohlsein.

Typische Merkmale sind:

  • ein pulsierender oder pochender Schmerz,
  • der Schmerz sitzt in beiden Kopfhälften oder der Stirn,
  • der Schmerz verstärkt sich beim Spielen oder Herumtollen,
  • der Schmerz dauert mindestens eine Stunde und höchstens vier Stunden,
  • den Kindern ist übel,
  • die Kinder klagen über Bauchweh.

Gerade jüngere Kinder können ihre Körpersignale nicht immer richtig deuten, daher beschreiben sie möglicherweise Empfindungen, die sie bereits kennen - die für Erwachsene aber auf den ersten Blick nichts mit Kopfschmerzen zu tun haben. Möglicherweise leidet Ihr Kind auch unter einer Migräne, wenn es

  • plötzlich aufhört zu spielen und sich hinlegen möchte,
  • über Herzrasen, Durst oder Appetit klagt,
  • müde oder unruhig wird und plötzlich zur Toilette muss,
  • besonders blass ist oder ein auffällig gerötetes Gesicht hat,
  • nur eine Schwindelattacke hat, die mit Übelkeit und Erbrechen gepaart ist.

Diagnose

Der Arzt wird Sie und Ihr Kind zunächst nach den Beschwerden fragen. Gut ist, wenn Sie und Ihr Kind ausführlich antworten. Wichtig ist auch, dass der Arzt sich ein Bild von den Lebensumständen des Kindes macht: Er wird sich möglicherweise nach Stresssituationen und nach Freizeitaktivitäten erkundigen. Anschließend wird er Ihr Kind untersuchen. Meist reicht das aus, um die richtige Diagnose stellen zu können.

Die allgemeine Untersuchung umfasst:

ein Gespräch, um die Beschwerden, die Begleitsymptome und die Lebensumstände festzustellen, eine allgemeine körperliche und neurologische Untersuchung, die Untersuchung der Kopf- und Nackenmuskulatur, um Verspannungen zu erkennen, das Messen des Blutdrucks: Zu hoher Blutdruck kann Kopfscherzen verursachen, niedriger nicht, eine Auswertung des Migräne-Tagebuchs, sofern eins geführt wurde - so können Auslöser entdeckt werden.

Medizinische Geräte werden nur im Zweifelsfall eingesetzt

In Ausnahmefällen wird der Arzt zusätzlich Blutuntersuchungen anordnen oder medizintechnische Geräte zu Hilfe ziehen. So lassen sich im Zweifelsfall andere, schwerwiegende Erkrankungen als Ursache für die Migräne ausschließen. Zusätzliche Untersuchungen können sein:

  • eine Blutuntersuchung, um Entzündungen oder andere Krankheiten auszuschließen,
  • ein EEG (Elektroencephalogramm), um eine Epilepsie zu erkennen,
  • eine sogenannte Liquorpunktion: Dabei wird aus dem Rückenmarkskanal Flüssigkeit entnommen. So kann der Arzt feststellen, ob der Schädeldruck erhöht ist,
  • eine Magnetresonanztomographie (MRT): Die ungefährliche Untersuchung in einer MRT-Röhe kann Tumore entdecken,
  • eine Computertomographie: Diese Röntgenuntersuchung kann ebenfalls Geschwüre aufspüren,
  • eine transkranielle Dopplersonographie: Mit dieser unschädlichen Ultraschalluntersuchung überprüft der Arzt, ob die Blutgefäße, die zum Hirn führen, in Ordnung sind.

Ein Migräne-Tagebuch kann die Schmerzen verhindern

Ist Ihr Kind in dem Alter, in dem es bereits schreiben kann, könnte ein lMigräne-Tagebuch empfehlenswert sein: Es hilft dem Arzt bei der Diagnose - und möglicherweise auch Ihrem Kind: Jedes zehnte wird allein durch das Führen des Kalenders schmerzfrei. Denn es lernt, sich selbst zu beobachten und Situationen, die Migräne auslösen könnten, zu vermeiden. Ein Migräne-Tagebuch sollte Ihr Kind etwa vier bis sechs Wochen führen. Hinein gehören folgende Notizen:

  • Wie stark war die Migräne?
  • Wie lange hat der Anfall gedauert?
  • In welcher Situation war ich, als die Migräne anfing?
  • Waren da noch andere körperliche Beschwerden?
  • Wann habe ich welche Medikamente eingenommen?

Blättern Sie das Migräne-Tagebuch zusammen mit Ihrem Kind durch. Häufig lässt sich ein klares Muster erkennen. Kommt die Migräne immer dann, wenn Ihr Kind etwas Bestimmtes gegessen oder getrunken hat? Oder wenn es sich in stressigen Situationen befindet?

Einige bekannte Auslöser für Migräne bei Kindern sind:

Therapie

Die Neigung, unter Migräne zu leiden, wird vererbt. Daran lässt sich nichts ändern. Dennoch kann Ihrem Kind geholfen werden. Kennt Ihr Kind zum Beispiel die Auslöser für seine Migräneattacken, kann es lernen, diese Situationen zu meiden. Ein solches Trainingsprogramm hilft häufig schon.

Manchmal ist es nicht damit getan, sich im Alltag anders zu verhalten. Leidet Ihr Kind unter einer Migräneattacke, sollten Sie Ihrem Kind Ruhe gönnen und den Raum, in dem es liegt, abdunkeln. Sie können ein kaltes Tuch oder einen Eisbeutel auf seine Stirn legen. Leise, entspannende Musik kann den Migräneanfall ebenfalls lindern. Möglicherweise hilft eine Massage der Schläfen und der Stirn mit Pfefferminzöl. Die ätherischen Substanzen vertragen manche Kinder allerdings nicht, vor allem kleinere reagieren empfindlich auf die Gerüche und können sie als unangenehm empfinden. Dann sollten Sie eine sanfte Massage ohne Öl versuchen.

Die drei Stufen der Therapie: Hausmittel, Medikamente, Vorbeugen

Helfen die Hausmittel alle nicht, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Er wird mit Ihnen weitere Möglichkeiten besprechen. Es kann sein, dass er Medikamente empfiehlt. Acetylsalicylsäure (ASS) sollten Sie Ihrem Kind nicht geben: Diese Substanz verursacht das sogenannte Reye-Syndrom, schwere Leberschäden sind die Folge. Auch Extrakte des Mutterkorns (sogenannte Ergotamine) sind für Kinder gefährlich - Erwachsene hingegen können sie gegen Migräne einsetzen. Der Wirkstoff Ibuprofen sollte Kindern nur dann verabreicht werden, wenn sie über 14 Jahre alt sind.

Wie viel Schmerzmittel Sie Ihrem Kind geben können, hängt von seinem Körpergewicht ab: Je größer und schwerer der Körper, desto mehr Wirkstoff. Achten Sie genau auf die Packungsbeilage. Dort steht, wie viel Milligramm Wirksubstanz eine Pille oder ein Zäpfchen enthält. So viel Wirkstoff dürfen Sie Ihrem Kind geben:

15 Milligramm Paracetamol pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag oder 10 Milligramm Ibuprofen pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.

Triptane als Nasensprays

Wenn einfache Schmerztabletten nicht mehr ausreichen, könnten Substanzen aus der Wirkstoff-Klasse der Triptane helfen. Sie greifen gezielt in denjenigen Mechanismus ein, durch den Migräne entsteht. Doch bei Kindern entfaltet nicht jedes Triptan seine Wirkung, wie Studien zeigen. Belegt ist der Nutzen nur für ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Sumatriptan. Das Präparat ist nur zugelassen für Kinder, die älter als zwölf Jahre sind. Ist Ihr Kind jünger und versagen Schmerzmittel mit Paracetamol, sollten Sie mit dem behandelnden Arzt sprechen.

Erbricht sich Ihr Kind oder klagt es über andauernde Übelkeit, können Sie Ihm den Wirkstoff Domperidon geben. Damit das Präparat wirken kann, sollten Sie andere Medikamente erst 20 Minuten später verabreichen.

Eine vorbuegende Behandlung lässt sich erst nach zwei Monaten bewerten

Vorbeugen können Sie der Migräne auch: mit sogenannten Betablockern und der Substanz Flunarizin. Allerdings sind diese Medikamente heikel. Denn die Substanzen sind nebenwirkungsreich und sollten Kindern nur unter bestimmten Bedingungen verabreicht werden. Medikamente für die Prophylaxe werden nur verschrieben, wenn Ihr Kind

  • an sechs oder mehr Tagen pro Monat Beschwerden hat,
  • Migräneanfälle hat, die länger als zwei Tage andauern,
  • unter extremen Schmerzen leidet,
  • über starke Übelkeit klagt oder sich übermäßig erbricht,
  • auf die übliche Behandlung bei einem Migräneanfall nicht anspricht,
  • die üblichen Medikamente gegen einen Anfall nicht verträgt,
  • im Alltag stark beeinträchtigt ist,
  • sehr lange oder schwere Auren auftreten,
  • sehr stark unter der Migräne leidet.

Eine vorbeugende Therapie gegen Migräneattacken dauert etwa vier bis sechs Monate. Die ersten spürbaren Erfolge stellen sich erst nach drei Monaten ein.

Auch ohne Medikamente kann die Migräne verschwinden

Kinder mit Migräne müssen nicht unbedingt mit Tabletten behandelt werden. Ihnen nützen möglicherweise auch Entspannungsverfahren oder sogenannte Kopfschmerz-Trainings. Diese Methoden können gegen Migräne helfen:

  • Entspannungsverfahren
  • Phantasiereisen,
  • die progressive Muskelentspannung nach Jacobson,
  • ein Kopfschmerz-Training,
  • ein Biofeedback-Verfahren.

Tipps

Leidet Ihr Kind unter mäßigen, gelegentlichen Kopfschmerzen, reicht es meist aus, seinen Tagesablauf ein wenig zu ändern. Beobachten Sie, wann Ihr Kind unter Stress steht und wann seine Kopfschmerzen auftreten. Gönnen Sie Ihrem Kind weniger Aktivitäten und Termine, aber mehr Zuwendung und Ruhe. Geben Sie ihm ruhige Musik, mit der es entspannen kann. Lesen sie Ihrem Kind vor oder erzählen Sie ihm Geschichten, anstatt es lange fernsehen zu lassen. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Kind genug Schlaf bekommt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Sorgen. Überlegen Sie, was Sie selbst tun können, damit es ihm besser geht. Fragen Sie sich selbst, ob

  • Ihr Kind in der Schule gut zurecht kommt oder ob es zusätzliche Unterstützung braucht,
  • es am Nachmittag genügend Zeit zum Spielen und Entspannen hat,
  • alle Termine, Trainingszeiten und Kurse tatsächlich nötig sind,
  • Ihr Kind zu viel Zeit vor dem Computer sitzt,
  • Sie sich genügend Zeit für Ihr Kind nehmen,
  • es genügend Gelegenheiten gibt, damit Ihr Kind Ihnen von seinen Freuden, Erlebnissen und Nöten berichten kann, die Familienatmosphäre entspannt ist oder ob es oft Streit gibt.

Wann Sie zum Arzt müssen

Helfen all diese Tipps nicht und versagen auch Hausmittel wie Nickerchen, sanfte Nackenmassagen, kühle Tücher auf der Stirn oder Stirnmassagen mit Pfefferminzöl, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. In eine Kinderheilpraxis sollten Sie auch gehen, wenn

  • Ihr Kind immer wieder Kopfschmerzen hat,
  • die Schmerzen länger als zwei Stunden anhalten,
  • ein Arzt bereits Spannungskopfschmerzen oder Migräne diagnostiziert hat, die Attacken aber häufiger und stärker werden,
  • neue Symptome hinzukommen, sich die Art der Schmerzen ändert,
  • Krampfanfälle auftreten oder die bisherige Behandlung nicht mehr wirksam ist.

Lebensbedrohliche Ursachen sind bei Kopfschmerzen zwar selten, aber Sie sollten dennoch sofort einen Arzt aufsuchen, wenn

  • der Schmerz urplötzlich und heftig einsetzt,
  • das Kind zusätzlich hohes Fieber hat,
  • das Kind den Kopf nicht beugen kann, weil der Nacken steif ist,
  • das Kind ungewöhnlich stark erbricht,
  • das Kind wie benommen wirkt,
  • erstmalig ein Krampfanfall auftritt,
  • zum ersten Mal Seh- und Sprachstörungen auftreten,
  • die Arme und Beine sich schlaff anfühlen,
  • Ihr Kind plötzlich nicht mehr sicher gehen kann.

Verabreichen Sie nicht wahllos Kopfschmerztabletten: Als Therapie sind nicht alle Medikamente für Kinder geeignet. Aspirin ist sogar gefährlich. Mittel, die nur Paracetamol oder nur Ibuprofen enthalten, sind hingegen akzeptabel. Alle anderen Tabletten, Zäpfchen oder Pulver sollten Sie nur nach Absprache mit einem Arzt geben.

Expertenrat

Professor Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel beantwortet Ihre Fragen.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Migräne und Ernährung? Speisen oder Getränke können Kopfschmerzen unmittelbar auslösen. Andere Substanzen können bei Entzug zu Kopfschmerzen führen. Auch Mangelerscheinungen an bestimmten Nahrungsbestandteilen können Kopfschmerzen hervorrufen. Aus diesem Grunde sollte man der richtigen Ernährung viel Aufmerksamkeit widmen.

Grundsätzlich sollte die Basis der Ernährung möglichst aus frischen, naturbelassenen Lebensmitteln bestehen. Frittierte und stark fettreiche Nahrungsmittel sind zu vermeiden, ebenso Zucker, Süßigkeiten, fette Milchprodukte, Süßstoffe und Limonaden.

Wichtig ist ein fest eingehaltener, geregelter Essrhythmus. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind zwischen den Hauptmahlzeiten Zwischenmahlzeiten erforderlich. Am meisten sollten Migränekranke morgens essen, am besten in Form eines warmen kohlenhydratreichen Frühstücks. Nach wie vor gilt der Satz „Frühstücke wie ein König, esse zu Mittag wie ein Bürger und zu Abend wie ein Bettler.“ Spezielle Diäten sind bei Kopfschmerzen jedoch wirkungslos.

Können alternative Heilmethoden gegen Migräne helfen?

Für Verfahren wie Akupunktur und Homöopathie liegen keine eindeutigen Studiendaten vor. Ihre Anwendung entspricht deshalb nicht den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Therapieversuche mit diesen Verfahren können jedoch im Einzelfall gestartet werden, besonders, wenn andere Verfahren bislang versagt haben.

Forschung

Psychische Probleme bei Migräne Teenager mit Migräne begehen möglicherweise häufiger Selbstmord als gesunde Jugendliche. Das haben Forscher aus Taiwan herausgefunden. Die untersuchten Schülerinnen und Schüler mit Migräne litten auch häufiger unter Depressionen oder Panikstörungen - und zwar 3,5-mal so oft wie Kinder ohne Migräne. Warum dies so ist, wissen die Forscher noch nicht genau. Möglicherweise liegt es an einem chemischen Ungleichgewicht im Hirn: Der Nerven-Botenstoff Serotonin spielt bei Migräne, aber auch bei Depressionen und bei Suizidgedanken eine Rolle.
Migräne-Gen entdeckt Bei Migränegeplagten arbeitet ein spezielles Gen anders, haben Forscher der Universität Kiel festgestellt. Dieses Gen steuert den Energiehaushalt der Nervenzellen im Gehirn. Hat ein Mensch Stress, verbrauchen seine Neuronen generell mehr Energie. Durch das veränderte Gen müssen die Nervenzellen von Migränekranken jedoch bei Stress hungern: Sie bekommen nicht mehr genügend Energie geliefert. Deshalb kann sich das Gehirn von Migränebetroffenen nicht mehr gut genug gegen innere und äußere Reize abschirmen, ihm fehlt ein Stück des natürlichen Schutzwalls. Übersteigen die Reize ein bestimmtes Limit, reagieren die Nerven übersensibel: mit einer Migräneattacke.

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