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Wie ein Ring um den Schädel

Kinder leiden wie Erwachsene unter Spannungskopfschmerzen. Die Gründe können vielfältig sein: Schulstress, falsche Ernährung, zu wenig Schlaf. Entspannungsverfahren können Linderung bringen.

  Ist Ihr Kind quengelig oder zieht es sich zurück? Vielleicht tut ihm der Kopf weh

Ist Ihr Kind quengelig oder zieht es sich zurück? Vielleicht tut ihm der Kopf weh

Greift sich Ihr Kind oft an den Kopf? Rauft es sich immer wieder die Haare? Ist es dabei reizbar und quengelt? Möglicherweise leidet Ihr Kind unter Spannungskopfschmerzen.

Auf Nachfrage beschreiben Kinder solche Kopfschmerzen als dumpf, ziehend oder drückend, wie ein Ring um den Kopf. Meist sind beide Kopfhälften betroffen - die Schmerzen beurteilen sie als leicht bis mittelschwer. Im Gegensatz zu Migräneschmerzen werden sie nicht stärker, wenn sich das Kind bewegt.

Spannungskopfschmerzen verändern das Gehirn

Stehen Kinder unter seelischer Anspannung, verspannen sich auch ihre Muskeln. Werden die angespannten Muskeln nicht durch Spielen, Toben, Herumrennen wieder gelockert, verkrampfen und verhärten sie sich. Solche Verspannungen im Nacken und in den Schultern können in den Kopf ausstrahlen.

Bei anhaltenden Spannungskopfschmerzen gerät das Gehirn allmählich in ein Ungleichgewicht: Diejenigen Bereiche, die im Hirn Schmerzen verarbeiten, verändern sich. Als Folge davon werden schon kleinere Schmerzimpulse als extrem peinvoll empfunden. Deshalb ist es wichtig, dass andauernde Spannungskopfschmerzen behandelt werden. Ansonsten droht eine Karriere als Schmerzpatient.

Welche Ursachen Spannungskopfschmerzen auslösen können, ist nicht gut untersucht. Als wahrscheinliche sogenannte Trigger gelten:

  • Lärm,
  • Stress in der Schule oder in der Freizeit,
  • Leistungsdruck,
  • Schlafmangel oder zu viel Schlaf,
  • Koffein (in Kaffee, Cola-Getränken oder Energy-Drinks),
  • Flüssigkeitsmangel (wenn Ihr Kind weniger als anderthalb Liter am Tag trinkt),
  • bestimmte Nahrungsmittel wie Milch, Softdrinks oder Schokocremes.

Wenn die Familie krankt macht

Studien belegen, dass Kinder mit einem schwierigen familiären Lebenshintergrund anfälliger für Spannungskopfschmerzen sind. Zu den belastenden Faktoren zählen:

  • häufige Umzüge,
  • eine unregelmäßige, ungesunde Ernährung,
  • wenig Geborgenheit und Zuwendung,
  • häufiger Streit in der Familie,
  • eine ungünstige Wohnsituation.

Symptome

Kinder können sich nicht so gut ausdrücken wie Erwachsene. Deshalb wird ein Kind kaum geradeheraus sagen, dass es Spannungskopfschmerzen hat. Möglicherweise quengelt Ihr Kind oder zieht sich zurück.

Wenn man sie fragt, berichten Kinder von einem drückenden, ziehenden Schmerz. Manchmal vergleichen sie ihre Beschwerden mit einem Ring, der den Kopf zusammenquetsche. Im Prinzip empfinden Kinder Spannungskopfschmerzen genauso wie Erwachsene. Anzeichen für Spannungskopfschmerzen bei Ihrem Kind können sein:

  • dumpf-drückende bis ziehende, aber nicht pulsierende Schmerzen,
  • der Schmerz tritt zumeist auf beiden Seiten des Kopfes auf,
  • der Schmerz breitet sich zwischen Nacken und Stirn aus,
  • auch Augen oder Wangen können schmerzen,
  • der Schmerz ist von leichter bis mäßiger Intensität,
  • der Schmerz wird bei http://www.stern.de/gesundheit/ratgeber-fitness-schwungvoll-durchs-jahr-1766262.htmlkörperlicher Bewegung nicht stärker,
  • gelegentlich begleitet leichte Übelkeit den Schmerz.

Spannungskopfschmerzen können bei Kindern - wie bei Erwachsenen auch - zwischen einer halben Stunde und mehreren Tagen andauern.

Diagnose

Der Arzt wird Sie und Ihr Kind zunächst nach den Beschwerden fragen. Antworten Sie so ausführlich wie möglich. Wichtig ist auch, dass der Arzt sich ein genaues Bild von den Lebensumständen Ihres Kindes macht: Er wird sich möglicherweise nach Stresssituationen und nach Freizeitaktivitäten erkundigen. Anschließend wird der Arzt Ihr Kind untersuchen. Meist reicht dies aus, um die richtige Diagnose stellen zu können.

Die allgemeine Untersuchung umfasst:

  • ein Gespräch, um die Beschwerden, die Begleitsymptome und die Lebensumstände festzustellen,
  • eine allgemeine körperliche und neurologische Untersuchung,
  • die Untersuchung der Kopf- und Nackenmuskulatur, um Verspannungen zu erkennen,
  • das Messen des Blutdrucks: Zu hoher Blutdruck kann Kopfscherzen verursachen, niedriger nicht,
  • eine Auswertung des Kopfschmerz-Tagebuchs, sofern eins geführt wurde – um Auslöser zu entdecken.

Im Zweifelsfall können Blutwerte eine Ursache anzeigen

In Ausnahmefällen wird die Ärztin zusätzlich Blutuntersuchungen anordnen oder medizintechnische Geräte zu Hilfe ziehen. So können im Zweifelsfall andere, schwerwiegende Erkrankungen als Ursache für den Kopfschmerz ausgeschlossen werden. Zusätzliche Untersuchungen können sein:

  • eine Blutuntersuchung, um Entzündungen oder andere Krankheiten auszuschließen,
  • ein EEG (Elektroenzephalogramm), um eine Epilepsie zu erkennen,
  • eine Hirnwasseruntersuchung, die sogenannte Liquorpunktion: Dabei wird aus dem Rückenmarkskanal Flüssigkeit entnommen. So kann der Arzt festellen, ob der Schädeldruck erhöht ist,
  • eine Magnetresonanztomographie (MRT): Die ungefährliche Untersuchung in einer MRT-Röhe kann Tumore entdecken,
  • eine Computertomographie: Diese Röntgenuntersuchung kann ebenfalls Geschwüre aufspüren,
  • eine transkranielle Dopplersonographie: Mit dieser unschädlichen Ultraschalluntersuchung überprüft der Arzt, ob die Blutgefäße, die zum Hirn führen, in Ordnung sind.

Ein Kopfschmerz-Tagebuch kann bei der Diagnose helfen

Ist Ihr Kind in dem Alter, in dem es bereits schreiben kann, könnte ein Kopfschmerz-Tagebuch empfehlenswert sein: Es hilft dem Arzt bei der Diagnose - und möglicherweise auch Ihrem Sprössling: Jedes zehnte Kind wird allein durch das Führen des Kalenders schmerzfrei. Denn es lernt, sich selbst zu beobachten und Situationen, die Kopfschmerz auslösen könnten, zu vermeiden. Ein Kopfschmerz-Tagebuch sollte Ihr Kind etwa vier bis sechs Wochen führen. Hinein gehören folgende Notizen:

  • Wie stark waren die Kopfschmerzen?
  • Wie lange haben sie gedauert?
  • In welcher Situation war ich, als die Kopfschmerzen anfingen?
  • Waren da noch andere körperliche Beschwerden?
  • Wann habe ich welche Medikamente eingenommen?

Blättern Sie das Kopfschmerz-Tagebuch zusammen mit Ihrem Kind durch. Oft lässt sich ein klares Muster erkennen. Kommen die Kopfschmerzen immer dann, wenn Ihr Kind etwas Bestimmtes gegessen oder getrunken hat? Oder wenn es sich in stressigen Situationen befindet? Einige bekannte Auslöser für Kopfschmerzen bei Kindern sind:

  • Schlafmangel oder Schlafstörungen,
  • Lärm, Stress und Anspannung,
  • Kaffee oder Cola,
  • Durst,
  • Hunger,
  • Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Softdrinks oder Schokocremes.

Therapie

Wenn Ihr Kind unter Kopfschmerzen leidet, sollten Sie ihm nicht gleich Tabletten geben: Besonders Acetylsalicylsäure (ASS) ist bei Kindern ungeeignet, weil es schwere Nebenwirkungen haben kann. Es gibt viele Möglichkeiten, Ihrem Kind auch ohne Medikamente zu helfen: Mit Entspannungsverfahren, mit einer ruhigen Umgebung, mit einem offenen Ohr für seine Nöte und Sorgen.

Was Sie selbst für Ihr Kind tun können:

  • Sorgen Sie für eine ruhige, unaufgeregte Umgebung.
  • Dunkeln Sie den Raum ab.
  • Lassen Sie Ihr Kind entspannende Musik hören.

Hilft das auf Dauer nicht, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Er wird mit Ihnen weitere Möglichkeiten besprechen. Es kann sein, dass er Medikamente empfiehlt.

Nicht alle Schmerzmittel sind für Kinder geeignet

Hat Ihr Kind starke Spannungskopfschmerzen, können Sie ihm notfalls Tabletten geben, die nur Paracetamol enthalten. Allerdings steht Paracetamol in dem Verdacht, Allergien und Asthma bei Kindern zu begünstigen. Kinder über 14 Jahre vertragen auch die Substanz Ibuprofen. Flupirtin, ebenfalls eine schmerzstillende Substanz, können Kinder ab sechs Jahre bekommen. Acetylsalicylsäure (ASS) ist für Kinder nicht geeignet, weil es die Leber schwer schädigen kann.

Wie viele Tabletten Sie Ihrem Kind geben können, hängt von seinem Körpergewicht ab: Je größer und schwerer der Körper, desto mehr Wirkstoff. Achten Sie genau auf die Packungsbeilage. Dort steht, wie viel Milligramm Wirksubstanz eine Pille enthält. So viel Wirkstoff dürfen Sie Ihrem Kind geben:

  • 15 Milligramm Paracetamol pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag oder
  • 10 Milligramm Ibuprofen pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag oder
  • 50 Milligramm Flupirtin pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag bei Kindern, die sechs bis acht Jahre alt sind, bei neun- bis zwölfjährigen Kindern sind es 100 Milligramm.

Kinder reagieren aber auch gut auf Scheinmedikamente, sogenannte Placebos. Studien belegen, dass sich die Kopfschmerzen damit um bis zu 40 Prozent verringern lassen. Fragen Sie Ihren Arzt nach solchen Placebos. Sie können auch eine Süßigkeit als Scheinmedikament verwenden: Ihr Kind darf die Leckerei aber nicht kennen, und sie muss ein wenig nach Tablette aussehen. Erzählen Sie Ihrem Kind glaubhaft, dass diese Pille die Schmerzen lindern werde. Gehen die Kopfschmerzen damit weg, haben Sie eine ungefährliche, nebenwirkungsfreie Behandlung für Ihr Kind gefunden.

Spannungskopfschmerzen lassen sich oft ohne Medikamente behandeln. Zu den erfolgreichen Therapien zählen:

Versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, die Auslöser für Spannungskopfschmerzen zu finden. Dabei kann ein Kopfschmerz-Tagebuch helfen. Sind diese sogenannten Trigger-Faktoren bekannt, lassen sie sich in Zukunft möglicherweise umgehen.

Tipps

Leidet Ihr Kind unter mäßigen, gelegentlichen Kopfschmerzen, reicht es meist aus, seinen Tagesablauf ein wenig zu ändern. Beobachten Sie, wann Ihr Kind unter Stress steht, und wann seine Kopfschmerzen auftreten. Gönnen Sie Ihrem Kind weniger Aktivitäten und Termine, aber mehr Zuwendung und Ruhe. Geben Sie ihm ruhige Musik, mit der es entspannen kann. Lesen sie Ihrem Kind vor oder erzählen Sie ihm Geschichten, anstatt es lange fernsehen zu lassen. Achten Sie auch darauf, dass Ihr Kind genug Schlaf bekommt. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine Sorgen. Überlegen Sie, was Sie selbst tun können, damit es ihm besser geht. Fragen Sie sich selbst, ob

  • Ihr Kind in der Schule gut zurecht kommt oder ob es zusätzliche Unterstützung braucht,
  • es am Nachmittag genügend Zeit zum Spielen und Entspannen hat,
  • alle Termine, Trainingszeiten und Kurse tatsächlich nötig sind,
  • Ihr Kind zu viel Zeit vor dem Computer sitzt,
  • Sie sich genügend Zeit für Ihr Kind nehmen,
  • es genügend Gelegenheiten gibt, damit Ihr Kind Ihnen von seinen Freuden, Erlebnissen und Nöten berichten kann,
  • die Familienatmosphäre entspannt ist oder ob es oft Streit gibt.

Helfen all diese Tipps nicht und versagen auch Hausmittel wie Nickerchen, sanfte Nackenmassagen, kühle Tücher auf der Stirn oder Stirnmassagen mit Pfefferminzöl, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. In eine Kinderheilpraxis sollten Sie auch gehen, wenn

  • Ihr Kind immer wieder Kopfschmerzen hat,
  • die Schmerzen länger als zwei Stunden anhalten,
  • ein Arzt bereits Spannungskopfschmerzen oder Migräne diagnostiziert hat, die Attacken aber häufiger und stärker werden,
  • neue Symptome hinzukommen,
  • sich die Art der Schmerzen ändert,
  • Krampfanfälle auftreten oder die bisherige Behandlung nicht mehr wirksam ist.

Lebensbedrohliche Ursachen sind bei Kopfschmerzen zwar selten, aber Sie sollten dennoch sofort einen Arzt aufsuchen, wenn

  • der Schmerz urplötzlich und heftig einsetzt,
  • das Kind zusätzlich hohes Fieber hat,
  • das Kind den Kopf nicht beugen kann, weil der Nacken steif ist,
  • das Kind ungewöhnlich stark erbricht,
  • das Kind wie benommen wirkt,
  • erstmalig ein Krampfanfall auftritt,
  • zum ersten Mal Seh- und Sprachstörungen auftreten,
  • die Arme und Beine sich schlaff anfühlen,
  • Ihr Kind plötzlich nicht mehr sicher gehen kann.

Verabreichen Sie nicht wahllos Kopfschmerztabletten: Als Therapie sind nicht alle Medikamente für Kinder geeignet. Aspirin ist sogar gefährlich. Mittel, die ausschließlich Paracetamol oder ausschließlich Ibuprofen enthalten, sind hingegen akzeptabel. Alle anderen Tabletten, Zäpfchen oder Pulver sollten Sie nur nach Absprache mit einem Arzt geben.

Expertenrat

Professor Hartmut Göbel aus Kiel beantwortet Ihre Fragen

Warum kann ich meinem Kind nicht irgendeine Kopfschmerztablette geben?

Acetylsalicylsäure ist für Kinder nicht geeignet. Und Kombinationspräparate enthalten neben den Schmerzwirkstoffen wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol auch gefäßverengendes Koffein. Auch deshalb sind sie für Kinder ungeeignet.

Können alternative Heilmethoden helfen?

Für Verfahren wie Akupunktur und Homöopathie liegen keine eindeutigen Studiendaten vor. Ihre Anwendung entspricht deshalb nicht den Kriterien der evidenzbasierten Medizin. Therapieversuche mit diesen Verfahren können dennoch im Einzelfall gestartet werden, beispielsweise wenn andere Verfahren versagt haben.

Kopfschmerzen können entstehen, wenn man zu viel Schmerztabletten nimmt. Trifft das auch bei Kindern zu?

Der schmerzmittelinduzierte Kopfschmerz ist bei Kindern sehr selten, da die Kinder normalerweise keinen freien Zugriff auf Medikamente haben. Diese Form des Kopfschmerzes zählt zu den sekundären Kopfschmerzen.

Durch die stetige Einnahme von Schmerzmitteln wird im Gehirn ein Gewöhnungsprozess in Gang gesetzt. Dieser führt offenbar dazu, dass manche Schmerzmittelrezeptoren ihre Reaktionsbereitschaft und damit auch die Wirkung der Substanz mindern, gleichzeitig jedoch Schmerzreize vermehrt ungefiltert weitergeleitet werden. Dadurch ist die natürliche Schmerzregulation gestört. Es werden immer höhere Arzneimittelkonzentrationen benötigt, um den immer stärker empfundenen Schmerz zu bekämpfen - ein Teufelskreis entsteht.

Erst wenn auf diese Medikamente verzichtet wird, kann der Arzt eine unverfälschte Diagnose stellen und mit einer angemessenen Therapie beginnen. In der Kieler Schmerzklinik zum Beispiel werden die Präparate abrupt abgesetzt. Eine bis zwei Wochen später können die Ärzte eine richtige Diagnose stellen.

Kinder, die nicht gut schlafen, haben häufig Kopfschmerzen. Was können Eltern dagegen tun?

Der Zusammenhang zwischen einem veränderten Schlafrhythmus und dem Auftreten von Kopfschmerzen ist mittlerweile mehrfach bewiesen. Unter einem veränderten Schlafrhythmus versteht man einerseits Schlafmangel infolge von Schlafstörungen, andererseits aber auch zu viel Schlaf.

Dabei ist jedoch nach wie vor ungeklärt, ob die Kinder unter Kopfschmerzattacken leiden, weil sie einen veränderten Schlafrhythmus haben oder ob sich die Schlafstörungen durch die Kopfschmerzen einstellen. Allerdings ist bekannt, dass Migränekranke teilweise schon als Säuglinge Schlafstörungen hatten.

Wir empfehlen den Eltern folgendes:

  • einen regelmäßigen Tagesablauf mit wiederkehrenden Ritualen,
  • einen Schlafraum, der auch nur zum Schlafen genutzt wird - Fernseher und Videospiele gehören nicht ins Schlafzimmer von Kindern,
  • beruhigende Rituale in der letzten Stunde vor dem Einschlafen wie Lesen, Puzzeln oder Kuscheln.

Forschung

Schlafen gegen den Schmerz? Ein gestörter Schlaf hängt mit Kopfschmerzen zusammen. Eine amerikanische Studie wies nach, dass zwei Drittel der Kinder mit Kopfschmerzen auch Schlafstörungen hatten. Besonders häufig konnten die Kinder nicht gut einschlafen. Wachten Sie hingegen nachts oder zu früh auf, litten sie am nächsten Tag nur unter leichten Kopfschmerzen. Ob die Schlafstörungen tatsächlich Kopfschmerzen auslösen - oder eher umgekehrt - ist noch nicht hinreichend erforscht. Cola löst Spannungs-Kopfschmerzen aus Kinder, die täglich anderthalb Liter Cola oder zwei große Tassen Kaffee trinken, leiden häufig unter Spannungskopfschmerzen, hat die Forscherin Rachel Hering-Hanit vom israelischen Meir General Hospital herausgefunden. Schon nach zwei Wochen Koffeinabstinenz verbesserten sich die Beschwerden beträchtlich. Nach einem halben Jahr hatten sich die Spannungskopfschmerzen noch mehr verringert.

Wer Probleme bewältigt, hat weniger Kopfschmerz

Kinder, die unter chronischen Kopfschmerzen leiden, haben nicht notwendigerweise mehr Stress als gesunde. Meist verarbeiten sie den Stress nur schlechter. Das beweist eine psychologische Studie der Universität Trier. Die Kinder mit Kopfschmerzen vermieden anstrengende und belastende Situationen, anstatt sich mit Problemen auseinander zu setzen und sie zu meistern. Zudem zogen sie sich eher zurück, grübelten mehr und gaben häufiger auf. Auf unangenehme Themen reagierten sie schneller verärgert oder gereizt. Gesunde Kinder zeigten sich mehr an Problemlösungen interessiert, redeten sich selbst eher gut zu ("du schaffst das schon") und suchten häufiger die Unterstützung von anderen.

Constanze Löffler

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