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14-jährige Britin stirbt an Krebs und lässt sich einfrieren

Sie wusste, dass sie an Krebs sterben würde. Aber sie wollte nicht sterben. Sie wollte auch nicht begraben werden. Eine 14-jährige Britin hat nun vor Gericht ein besonderes Recht erstritten: Sie darf ihren Körper einfrieren lassen.

Nach Tod durch Krebs: Britin wird eingefroren - Blick in OP-Saal

Alcor, ansässig in Arizona, ist eine der größten Firmen, die sich auf das Einfrieren von Menschen spezialisiert hat. Weil sie unheilbar an Krebs erkrankt war, wollte eine Britin diese Methode nutzen.

Der Fall der 14-Jährigen ist laut mehreren Medienberichten einzigartig. Sie ist das erste Kind in , das nach seinem Tod eingefroren werden darf. Für das Mädchen war der Gedanke Trost, ihr Vater wollte sie aber unbedingt davon abhalten.

JS, deren vollständiger Name nicht bekannt gegeben wurde, erhielt im vergangenen Jahr die Diagnose: Sie litt unter einer seltenen Krebsart. Im August dieses Jahres die Gewissheit: Der Krebs ist unheilbar und aggressiv.

Aber sie wollte eine Chance wahren. Während ihrer letzten Lebensmonate recherchierte sie viel über die Möglichkeit, sich einfrieren zu lassen. Sie wollte sie nutzen. Unbedingt. Ihre Mutter, mit der sie in London lebte, unterstützte ihren Wunsch. Ihr Vater, zu dem sie seit der Scheidung ihrer Eltern keinen Kontakt mehr hatte, wollte das Mädchen davon abhalten.

Der Fall ging vor Gericht.

Während des Prozesses schrieb JS einen ergreifenden Brief an den Richter: "Ich bin gebeten worden, zu erklären, warum ich diese ungewöhnliche Sache will. Ich bin nur 14 Jahre alt, ich will nicht sterben, aber ich weiß, dass ich es werde. Ich denke, dass die Konservierung mir eine Chance gibt, geheilt und wieder zum Leben erweckt zu werden."

Heilung von Krebs?

Der Vater befürchtete, dass sich seine Tochter, selbst wenn sie aufwachen würde, in einer verzweifelten Situation befände: "Sie würde dort keine Verwandten haben und wäre sicher verzweifelt." Er appellierte an die Mutter, dem Wunsch nicht nachzugehen.

Sie tat es aber - weil sie konnte. Richter Peter Jackson entschied, dass allein die Mutter über das Schicksal ihrer Tochter entscheiden dürfe. Am 5. Oktober erfuhr JS davon, am 17. Oktober starb sie.

Ihr Körper wurde in die USA geflogen. Ihr Vater hat die Entscheidung mittlerweile akzeptiert. Richter Jackson forderte nach dem Prozess neue gesetzliche Regelungen. Der Fall zeige, dass die Wissenschaft für Juristen neue Fragen aufwerfe.

  

llf
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