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Hersteller können Werbelügen-Verbot umgehen

Trinkjoghurts fördern die Verdauung, Tee ist gut für die Konzentration: Solche Werbelügen sind ab sofort verboten. Verbraucherschützer warnen: Für die Hersteller bleibe dennoch Raum zu tricksen.

  Viele Lebensmittel locken mit nicht haltbaren Werbeversprechen

Viele Lebensmittel locken mit nicht haltbaren Werbeversprechen

Stärkt das Immunsystem" steht auf der Verpackung oder "für gesunde Knochen und Gelenke": Werbesprüche wie diese attestieren Lebensmitteln einen gesundheitlichen Nutzen und animieren zum Kauf. Nach einer Verordnung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) soll mit fadenscheinigen Werbeversprechen ab sofort Schluss sein. Doch Verbraucherschützer warnen: Trotz des bestehenden Verbotes bleibe für Hersteller noch Raum zum Tricksen.

Große Schlupflöcher

Etliche Anbieter hätten schon Strategien entwickelt, um das Verbot zu umgehen, kritisiert die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH). So würden Hersteller mit zulässigen allgemeinen Phrasen wie "fördert das Wohlbefinden" versuchen, ihren Lebensmitteln noch immer ein gesundes Image zu verpassen. "In der aktuellen Form ist die Verordnung kein Durchbruch für eine ehrliche Werbung zu Gesundheitsaussagen", erklärt VZHH-Ernährungsexperte Armin Valet.

Ein weiterer Kritikpunkt aus Sicht der Verbraucherschützer: Hersteller von besonders fettreichen oder zuckerhaltigen Produkten setzen ihren Lebensmitteln häufig Vitamine oder Zink zu. So lassen sich wahre Kalorienbomben unter dem Deckmantel eines gesunden Images verkaufen. Ebenso problematisch: Die Verordnung lege keine Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln fest. Über die Vielzahl an angereicherten Produkten könnten Verbraucher eine Überdosis an Mikronährstoffen aufnehmen, etwa an Zink oder Vitamin C. Auf lange Sicht könnte das dem Körper mehr schaden als nutzen, so die Verbraucherschützer.

Vollmundige Versprechen

Rund 4000 vollmundige Werbeversprechen hatte die Efsa in den letzten Jahren überprüft und kam zu dem Schluss: ein Großteil der Werbesprüche - gut 1600 Aussagen - sind wissenschaftlich nicht haltbar. Produzenten dürfen künftig nicht mehr mit ihnen werben.

Für einige Hersteller stellt die Richtlinie ein großes Marketingproblem dar. Sie warben in der Vergangenheit bevorzugt mit nicht belegbaren gesundheitsbezogenen Aussagen. Unilever etwa bedruckte seinen "Lipton Schwarztee" mit der Angabe "fördert die Konzentrationsfähigkeit". Ferrero bewarb seine Kinderschokolade mit dem Slogan, dass sie das Wachstum von Kindern unterstütze.

Was regelt die neue EU-Verordnung? Auf was sollten Verbraucher achten? stern.de hat die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema hier zusammengestellt.

ikr/AFP/AFP

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