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Wann eignet sich welche Methode?

Ungewollte Kinderlosigkeit belastet - muss aber nicht zwangsweise hingenommen werden: Es gibt Behandlungsmöglichkeiten, die zum Erfolg führen können. Die wichtigsten Methoden und Kosten im Überblick.

Von Ilona Kriesl

  Endlich schwanger: Künstliche Befruchtung kann Paaren dabei helfen, sich ihren Kinderwunsch doch noch zu erfüllen.

Endlich schwanger: Künstliche Befruchtung kann Paaren dabei helfen, sich ihren Kinderwunsch doch noch zu erfüllen.

Es gibt Paare, die sich nichts sehnlicher als ein eigenes Kind wünschen - und trotzdem will es mit einer Schwangerschaft nicht so recht klappen. Ein Ausweg aus einer solchen Situation kann eine künstliche Befruchtung sein. Doch wann eignet sich welche Methode? Und wie viel kosten die Behandlungen?

 

Samenspende (heterologe Insemination)

Wie läuft das ab?

Als Samenspender kommen in Deutschland nur Männer zwischen 18 und 40 Jahren infrage. Sie müssen körperlich gesund sein und werden vorab auf Infektionskrankheiten wie HIV und Hepatitis untersucht. Im Anschluss geben sie Samenproben ab, die mithilfe von Stickstoff tiefgefroren werden. Nach rund sechs Monaten werden die Spender erneut medizinisch untersucht. Sind die Befunde in Ordnung, wird das Sperma freigegeben, bei Bedarf aufgetaut, aufbereitet und mithilfe eines dünnen Katheters in die Gebärmutter der Frau eingeführt. 

Wann machen lassen?

Ist der Mann unfruchtbar, kann für Paare eine Übertragung von Spendersamen infrage kommen. Man spricht dann von heterologer Insemination. Sie ist auch dann indiziert, 

 wenn befürchtet wird, dass der Partner eine Erbkrankheit an das Kind weitergeben könnte oder wenn bisherige Verfahren der künstlichen Befruchtung erfolglos geblieben sind. Einige Kinderwunschzentren führen die Behandlung auch bei lesbischen Paaren durch, sofern sie eine eingetragene Partnerschaft führen. Die Behandlung lesbischer und alleinstehender Frauen ist ein rechtlicher Graubereich - formal aber nicht verboten.

Wie stehen die Chancen auf eine Schwangerschaft?

Fruchtbare Frauen unter 40 Jahren haben die größte Chance auf eine Schwangerschaft - sie liegt pro Versuch bei etwa 16 bis 19 Prozent. Durchschnittlich führt also etwa jeder fünfte bis sechste Versuch zum Erfolg.

Was kostet das?

Die Kosten für eine Behandlung durch Spendersamen werden von keiner Krankenkasse übernommen. Paare zahlen einmalig circa 1800 Euro an die Samenbank. Hinzu kommen die Kosten pro Behandlung: Eine Insemination schlägt mit circa 600 bis 800 Euro zu Buche.

 

Samenübertragung mit dem Samen des Partners (Insemination)

Wie läuft das ab?

Häufig geht der Behandlung eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke voraus. Dafür nimmt die Frau Tabletten oder bekommt Spritzen, welche die Eizellreifung anregen. Einige Stunden nach dem Eisprung erfolgt die Samenübertragung, wofür die Mediziner frisches Sperma benötigen. Der Mann masturbiert daher in einem abgetrennten Raum des reproduktionsmedizinischen Zentrums. Laboranten bereiten das Sperma im Anschluss auf, zentrifugieren es und filtern möglichst viele befruchtungsfähige Samenzellen heraus. Der Arzt bringt die Samenzellen mithilfe eines dünnen Schlauchs in die Gebärmutter der Frau ein. Dadurch können die Spermien die Eizelle schneller und in größerer Menge erreichen als bei einer normalen Befruchtung.

Wann machen lassen?

Eine Samenübertragung kommt infrage, wenn das Paar keinen Geschlechtsverkehr haben kann, etwa aufgrund von Erektionsproblemen. Die Methode kommt auch zum Einsatz, wenn die Zeugungsfähigkeit des Mannes leicht eingeschränkt, also beispielsweise nicht genügend Spermien im Sperma vorliegen. Eine Insemination bietet sich auch bei ungewollter Kinderlosigkeit ohne erkennbare Ursache an.

Wie stehen die Chancen auf eine Schwangerschaft?

Paare mit eingeschränkter Fruchtbarkeit haben pro Versuch eine fünfprozentige Chance auf eine Schwangerschaft. Mit vorheriger Einnahme von Hormonen steigt die Chance auf etwa acht bis zwölf Prozent pro Sitzung. Eine Insemination steht und fällt mit der Fruchtbarkeit des Mannes: Ist sie zu stark eingeschränkt, kommt eine In-vitro-Fertilisation (siehe unten) infrage.

Was kostet das?

Sind Mann und Frau verheiratet und gesetzlich krankenversichert, belaufen sich die Kosten auf circa 300 Euro pro Behandlung. In der Regel übernimmt die Krankenkasse die Hälfte der Kosten, allerdings nur dann, wenn die Frau zwischen 25 und 40 Jahre, der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt ist. Die Anzahl der unterstützten Versuche ist allerdings limitiert: Bei der Insemination im Spontanzyklus beläuft sie sich meist auf acht Versuche; bei Insemination nach hormoneller Stimulation in der Regel auf drei Versuche.

Sind die Partner privat versichert, entfallen die Altersgrenzen. Unter Umständen kostet die Behandlung jedoch deutlich mehr als in einer gesetzlichen Krankenversicherung.

 

In-vitro-Fertilisation

Wie läuft das ab?

Die Frau muss sich in den meisten Fällen zunächst einer Hormonbehandlung unterziehen. Das soll die Eierstöcke anregen, mehrere Eier gleichzeitig reifen zu lassen. Sind die Eizellen reif, entnimmt sie der Arzt und führt sie in einem Laborglas mit den Spermien des Mannes zusammen. Daher stammt auch der Name: „in vitro“, was übersetzt „in Glas“ bedeutet. Gelingt die Befruchtung, überträgt der Mediziner ein bis maximal drei Embryonen in die Gebärmutter.

Wann machen lassen?

Eine In-vitro-Befruchtung eignet sich für Paare, bei denen andere Behandlungen der Unfruchtbarkeit, etwa Inseminationen, nicht zum Erfolg geführt haben. Auch beschädigte Eileiter, zum Beispiel nach einer Operation, oder eine eingeschränkte Zeugungsfähigkeit des Mannes rechtfertigen eine In-vitro-Fertilisation.

Wie stehen die Chancen auf eine Schwangerschaft?

Etwa jeder fünfte Behandlungszyklus glückt und es kommt zu einer Geburt. Die Erfolgsaussichten schwanken jedoch stark - so hängen sie etwa vom Alter der Frau und der vorliegenden Fruchtbarkeitsstörung ab.

Was kostet das?

Sind Mann und Frau verheiratet und gesetzlich krankenversichert, belaufen sich die Kosten auf circa 3000 Euro pro Behandlung. In der Regel übernimmt die Krankenkasse bei den ersten drei Versuchen die Hälfte der Kosten, allerdings nur dann, wenn die Frau zwischen 25 und 40 Jahre, der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt ist. Sind die Partner privat versichert, entfallen die Altersgrenzen. Unter Umständen kostet die Behandlung jedoch deutlich mehr als in einer gesetzlichen Krankenversicherung, was auch von der Anzahl der Eizellen abhängt, die bei der Frau gefunden wird.

 

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Wie läuft das ab?

Auch hier muss die Frau im Vorfeld meist Hormone nehmen, um die Produktion der Eizellen anzuregen. Der Arzt entnimmt im Anschluss die Eizellen aus dem Eierstock, legt eine oder mehrere unter ein Mikroskop und injiziert je eine Samenzelle des Mannes mit einer sehr dünnen Nadel. Im Anschluss kommen die Eizellen in einen Brutschrank, wo sie sich im besten Fall weiterentwickeln. Nach etwa zwei bis fünf Tagen überträgt der Arzt den Embryo oder die Embryonen in die Gebärmutter der Frau.

Wann machen lassen?

Paare, bei denen der Mann in seiner Fruchtbarkeit stark eingeschränkt ist, profitieren von der Methode – denn für die Befruchtung wird lediglich eine zeugungsfähige Samenzelle benötigt. Eine ICSI kommt auch dann infrage, wenn eine In-vitro-Fertilisation erfolglos geblieben ist, beide Partner eine Fruchtbarkeitsstörung haben oder in einem fortgeschrittenen Alter sind.

Wie stehen die Chancen auf eine Schwangerschaft?

Die Erfolgsaussichten gleichen denen einer In-vitro-Fertilisation: Rund jeder fünfte Behandlungszyklus führt im Anschluss zu einer Geburt. Die tatsächliche Erfolgsquote kann im Einzelfall jedoch schwanken und hängt auch von den Voraussetzungen des Paares ab.

Was kostet das?

Sind Mann und Frau verheiratet und gesetzlich krankenversichert, belaufen sich die Kosten auf circa 4500 Euro. In der Regel übernimmt die Krankenkasse bei den ersten drei Versuchen die Hälfte der Kosten, allerdings nur dann, wenn die Frau zwischen 25 und 40 Jahre, der Mann zwischen 25 und 50 Jahre alt ist. Sind die Partner privat versichert, entfallen die Altersgrenzen. Unter Umständen kostet die Behandlung jedoch deutlich mehr als in einer gesetzlichen Krankenversicherung, was auch von der Anzahl der Eizellen abhängt, die bei der Frau gefunden wird.

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