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15. Februar 2010, 15:07 Uhr

Patientenbeauftragter fordert Register für Ärztepfusch

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller, hat ein bundesweites Melderegister für ärztliche Behandlungsfehler gefordert. Er will die anonyme Dokumentation solcher Daten gesetzlich regeln. Auf Seiten der Bundesärztekammer sorgt der Vorschlag für Unmut.

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Behandlungsfehler wie fehlerhaft implantierte Herzschrittmacher oder falsch verordnete Medikamente könnten künftig in einem Melderegister erfasst werden© Stefan Sauer/DPA

Angesichts tausender Patientenbeschwerden pro Jahr regt der Patientenbeauftragte Wolfgang Zöller (CSU) ein Melderegister für Arzt-Fehler an. Die Daten könnten anonym, ohne Namensnennung des Arztes, dokumentiert und veröffentlicht werden, sagte Zöller der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, lehnte ein "Zwangsregister" ab. Verbraucherschützer begrüßten den Vorstoß.

"Wir brauchen eine neue Fehlerkultur", sagte Zöller. Auch verbesserte dezentrale Datensammlungen seien denkbar, hieß es in Zöllers Behörde. Dies sei ein möglicher Bestandteil von Regelungen, die 2011 mit einem Patientenrechtegesetz kommen sollten.

Die Zahl der Patientenbeschwerden stieg zuletzt um fünf Prozent auf fast 11.000 im Jahr 2008. Insgesamt gehen nach Schätzungen jedes Jahr rund 40.000 Patienten wegen Verdachts auf Fehler gegen Ärzte vor. Zuletzt stellten die Gutachter bei 2090 Patienten im Jahr Ärztefehler fest. Falsch behandelter Krebs, nicht entdeckte Knochenbrüche und unzureichende Diagnosen zählten dazu. Fast jeder dritte niedergelassene Arzt berichtete in einer Umfrage von monatlichen oder sogar wöchentlichen Fehlern.

Ärztekammer setzt auf Freiwilligkeit

Hoppe entgegnete Zöller: "Wir brauchen kein Zwangsregister für Behandlungsfehler." Das Ziel bleibe, dass Ärzte ohne Angst über Pannen sprechen und aus ihren Fehlern lernen könnten. "Gerade in Anbetracht der Komplexität moderner Medizin brauchen wir eine systematische und auf Freiwilligkeit beruhende Aufarbeitung von Fehlern im Sinne einer Fehlervermeidungskultur."

Rückendeckung erhielt Zöller vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. "Grundsätzlich begrüßen wir ein Register, so dass wir mehr Klarheit über die Zahlen bekommen", sagte der Gesundheitsexperte des Verbands, Stefan Etgeton.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Krankenhaushasser (15.02.2010, 21:32 Uhr)
Lohnt sich das ?
Jedes Jahr sterben in Deutschland mindestens 1.000 Menschen an den Kunstfehlern, um die es hier wohl geht.

Zusätzlich sterben aber auch mindestens 6.000 Menschen an vermeidbaren Fehlern bei der Medikamentengabe und mindestens 10.000 Menschen an vermeidbaren Infektionen im Krankenhaus mit Krankenhauskeimen ? 450.000 Menschen infizieren sich jedes Jahr mit Krankenhauskeimen.

Das erschreckende ist die Tatsache, dass das mindesstens seit 20 Jahren bekannt ist und nichts geändert wird.

Und Fehler bei der Medikamentengabe und Infektionen mit Krankenhauskeimen werden noch nicht einmal von den Ärzten beim MDK ? dem medizinischen Dienst der Krankenkassen ? als Fehler anerkannt. (Eigene Erfahrung)

Solange das so ist, wird mit so einem Register nur ein Bruchteil der Fehler abgedeckt !

Krankenhaus kann tödlich sein !
Zorn123 (15.02.2010, 17:40 Uhr)
Transparenz
in BRD. Wer will das glauben?
bR4iNST0RM (15.02.2010, 17:12 Uhr)
Ein solches Register macht Sinn!
Wenn sie denn auch öffentlich zugänglich ist! Es muss ja nicht unbedingt eine Klagewelle losgetreten werden, obwohl sicher Gerechtfertig! Es reicht ein solches Register um die darauf vermerkten Ärzte zu meiden. Hilft auch schon weiter.
Also: worauf wird gewartet?!
henkersknecht (15.02.2010, 17:05 Uhr)
Weg mit den Privilegien!
Ich selbst bin lebenslang Leidtragender von Ärztepfusch (eine nicht notwendige Operation, die mir während meines Grundwehrdienstes aufgezwungen wurde, um angehenden Ärzten Trainingsmaterial zu liefern).

Ich kann nur sagen: Stoppt endlich die Selbstherrlichkeit der Ärztekaste. Letztlich ist ein Arzt auch nur ein besserer (oder schlechterer) Mechaniker. Es wird Zeit, dieser Berufsklasse ihre Macht und ihre Privilegien zu entziehen!

Leseratte79 (15.02.2010, 16:59 Uhr)
Genau der Meinung
der Vorposter. Ärzte sind alle versichert, recht bekommt man nsogut wie nie. Selbst wenn Gegenstände im Körper vergessen werden muss jahrelang geklagt werden.
Knuffiman (15.02.2010, 16:38 Uhr)
Herr Hoppe
wie war das mit der Krähe, die der anderen kein Auge aushackt ??
Mit der Freiwilligkeit habens wir ja bei Euroumstellung im Handel gesehen. Glauben Sie wirklich das es jetzt mit Freiwilligkeit bei den Ärzten funktioniert ?? Hallo Hallo hier spricht die Erde..................
Mastergirl (15.02.2010, 16:04 Uhr)
das könnte ja teuer werden
Die Patienten könnten ja dann klagen. Ja, wo kämen wir denn dahin? Ist doch klar, dass Herr Hoppe nichts davon hält...
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