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Blaues Licht gegen Neurodermitis

Durch Zufall ist eine neue Behandlungsmethode gegen Neurodermitis entdeckt worden: die Laser-Lichttherapie. Sie zeigt vielversprechende Erfolge und hat keine Nebenwirkungen.

Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an Neurodermitis. Sie leiden an unerträglich juckenden Ekzemen, viele kratzen sich die Stellen blutig. Für die Erkrankten ist Neurodermitis eine belastende Krankheit mit nur wenigen Behandlungsmöglichkeiten. Einige der eingesetzten Medikamente haben zum Teil heftige Nebenwirkungen.

Nun gibt es Hoffnung auf eine schonende Therapie. Jan Henrik Wilkens, eigentlich in der Krebsforschung aktiv, fand heraus, dass ein bestimmtes Licht den Juckreiz stoppen kann. Er entwickelte ein Gerät, mit dem sich Hautkrankheiten bekämpfen lassen: Es ähnelt einer Sonnenbank und tötet durch Bestrahlung die entzündeten Zellen ab, wie stern TV berichtete.

Was ist Neurodermitis?

Die Krankheit entsteht im Knochenmark und ist eine so genannte Systemerkrankung des ganzen Körpers. Die Haut ist der Endpunkt. Dort treten Ekzeme auf, die meisten Erkrankten leiden unter unerträglichem Juckreiz und kratzen sich die Stellen auf. Den Juckreiz lösen falsch programmierte Zellen aus, die aus dem Knochmark und anderen Immunorganen stammen.

Die Wissenschaft geht davon aus, dass Neurodermitis zumindest zum Teil genetisch disponiert ist; die Krankheit gilt als unheilbar, lediglich die Symptome können behandelt werden.

Wie funktioniert die Lichttherapie?

Die Behandlungsmethode beeinflusst das Knochenmark im Körperinneren. Das Therapiegerät ist ein sogenannter Random-Laser, bei dem die Blauanteile 80 mal so intensiv sind wie im Sonnenlicht. Für die normalen, gesunden Zellen ist dieses Licht durchsichtig, es trifft nur die durch die Entzündung rot eingefärbten Zellen.

Das blaue Licht trifft (nur) die entzündeten Zellen der Haut und tötet sie ab. Diese abgetöteten Zellen werden von den Fresszellen des Körpers zum Lymphknoten abtransportiert.

Von dort erhält dann das Knochenmark das Signal, keine Neurodermitis auslösenden Zellen mehr zu produzieren. Der Nachschub aus dem Knochenmark kommt zum Erliegen, die Haut erholt sich und wird schließlich ganz gesund.

Gibt es Nebenwirkungen, ist die Behandlung schmerzhaft?

Die Therapie ist vollkommen unschädlich. Außerdem ist die Behandlung mit keinerlei Schmerzen verbunden, lediglich ein leichtes Kribbeln tritt auf.

Wie lange dauert es, bis Erfolge eintreten?

Bei den meisten Patienten tritt eine deutliche Besserung nach zwei Wochen - acht Sitzungen - auf. Bei leichten Fällen kommt es nach drei bis vier Wochen zur Abheilung. Bei schweren Fällen kann es bis zu drei Monate dauern, in Einzelfällen noch länger.

In der Regel muss die Behandlung nicht dauerhaft durchgeführt werden; ist die Haut einmal gesund, bleibt sie es. Nur in Einzelfällen muss die Therapie wiederholt werden.

Gegen welche anderen Krankheiten hilft die Behandlung noch?

Bei Schuppenflechte, Hand- und Fußekzemen, Psoriasis, Akne, krankhaftem Haarausfall und Sklerodermie wurden ebenfalls Erfolge verzeichnet. Nebenbei soll die Lichttherapie auch gegen Pilzbefall und Bakterien helfen.

Wie teuer ist die Therapie, übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Eine Sitzung kostet 130 Euro. Private Krankenkassen übernehmen die Behandlung gewöhnlich auf Antrag. Einige BKKs zahlen ebenfalls. Vor kurzem haben auch vereinzelt gesetzliche Kassen die Kosten übernommen.

In welchen Städten kann man sich behandeln lassen?

Eine Ganzkörperbehandlung ist zur Zeit nur in Düsseldorf in der OptoMed Lichtklinik von Dr. Jan Henrik Wilkens möglich. Dort steht das einzige dazu geeignete Gerät, womöglich wird es bald an der Uniklinik Mainz und in München weitere Geräte geben. Hand- und Fußekzeme können bereits in vielen Städten von Hamburg bis Zürich therapiert werden.

Die genauen Standorte finden Sie hier: www.lichtklinik.de/standorte

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