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16-Jährige kreischt auf "One Direction"-Konzert - dann kollabiert ihre Lunge

Tränen, Kreislaufkollaps, Ohnmacht: Der Auftritt der Lieblings-Boy-Band kann einen jungen Fan schon einmal außer Gefecht setzen. Was einer 16-Jährigen aus Texas auf einem Konzert der Band One Direction passierte, lässt Mediziner jedoch staunen. 

Röntgen-Aufnahme der Lunge

Fan kollabiert Lunge auf One Direction-Konzert (Symbolbild)

Nach einem Konzert der Boy-Band One Direction musste eine 16-Jährige in der Notaufnahme eines Klinikums in Dallas, Texas, behandelt werden. Die Teenagerin suchte die Notaufnahme eigenständig auf, nachdem ihre Lungenbeschwerden nicht von selbst wieder verschwanden. Sie leide seit einigen Stunden unter Kurzatmigkeit, berichtete sie den Ärzten. Aufgetreten sei das Symptom, nachdem sie auf einem Pop-Konzert der Boy-Band One Direction am Vorabend laut geschrien habe. Der Vorfall liegt demnach schon einige Monate zurück, wurde jedoch erst jetzt öffentlich gemacht.

Außer dem beschriebenen Symptom konnten die Ärzte zunächst nichts Ungewöhnliches an der Patientin feststellen, heißt es im Fachblatt "Journal of Emergency Medicine". Die junge Frau klagte weder über Brust- noch Halsschmerzen. Ihre Atemgeräusche waren vollkommen normal. Sie litt an keiner Infektion der Atemwege, auch die Sauerstoff-Sättigung in ihrem Blut war gut. In der Vergangenheit habe sie nie Probleme mit der Lunge gehabt, erklärte die junge Frau. Allerdings atmete sie mit 22 Atemzügen in der Minute etwas häufiger als üblich. 

Knisternde Geräusche

Beim Abtasten des Oberkörpers machten die Mediziner eine ungewöhnliche Entdeckung: Drückten sie mit der Hand auf den Hals und die Brustwand der Patientin, hörten sie ein knisterndes Geräusch. Ein Hinweis darauf, dass Luft die Lunge verlassen hat und sich an anderen Körperstellen befindet.

Eine Röntgenaufnahme der Lunge bestätigte den Verdacht. An verschiedenen Stellen im Oberkörper der Patientin hatte sich Luft angesammelt, die dort nicht hingehörte: im Brustkorb selbst, im Mittelfellraum - also dem Raum zwischen den beiden Lungenflügeln - und in einem kleinen Abschnitt hinter dem Rachen. Gelangt Luft in den Bereich zwischen Lungen- und Rippenfell, sprechen Mediziner von einem Pneumothorax - oder einer kollabierten Lunge. Das junge Mädchen hatte jedoch Glück: Bei ihr war der Pneumothorax nur sehr mild ausgeprägt.

Jede einzelne dieser Luftansammlungen sei für sich genommen eine eigene Diagnose, berichten die Mediziner im Fachblatt. "Das gemeinsame Auftreten aller drei Diagnosen ist in der Medizin bislang noch nicht beschrieben worden", heißt es weiter. Was den Fall noch kurioser macht: Die Ärzte konnten keine Ursache für das Entweichen der Luft finden. Die Lunge der Patientin schien vollkommen gesund, sie hatte weder Asthma noch sonstige Krankheiten der Lunge, die solche Komplikationen nach sich ziehen könnten.

Loch in den Atemwegen?

Gegenüber "Live Science" vermutet einer der behandelnden Äzte, Mack Slaughter, dass die junge Frau womöglich ein kleines Loch in ihren Atemwegen hat, das sich nur durch eine starke Anstrengung öffnet, etwa heftiges Schreien. Nach der Anstrengung könnte sich das Loch wieder von selbst verschlossen haben und dementsprechend auch nicht von den Ärzten ausfindig gemacht werden. Weil das Mädchen an Diabetes Typ 1 erkrankt war, prüften die Mediziner auch, ob die Lungenprobleme als Folge dieser Grundkrankheit aufgetreten waren. Dafür konnten sie jedoch keinen Anhaltspunkt finden.

Das Mädchen erhielt eine Sauerstoff-Therapie und blieb zur Beobachtung eine Nacht im Krankenhaus. Weil keine weiteren Komplikationen auftraten, konnte sie die Klinik bereits am nächsten Tag verlassen.


ikr

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