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So läuft die Haartransplantation ab

BVB-Trainer Jürgen Klopp hat es getan - und steht dazu: Für seine neue wuschelige Frisur hat er sich operieren lassen. Was bei einer Haartransplantation passiert und welche Risiken der Eingriff birgt.

  Weg vom langen, lichten Haar zum dichten Kurzhaarschnitt: BVB-Trainer Jürgen Klopp hat sich einer Haartransplantation unterzogen.

Weg vom langen, lichten Haar zum dichten Kurzhaarschnitt: BVB-Trainer Jürgen Klopp hat sich einer Haartransplantation unterzogen.

Ich habe mir Haare einpflanzen lassen", bekennt Jürgen Klopp, Erfolgstrainer von Borussia Dortmund. Mit dem Ergebnis ist er offenbar zufrieden, die Geheimratsecken sind verschwunden, der lichte Mittelscheitel einem dichten Haupthaar gewichen.

Wie Klopp geht es vielen Männern. Mit fortschreitendem Alter droht ein Kahlschlag auf dem Kopf. Haarausfall, Mediziner sprechen von Alopezie, ist meist erblich bedingt. Am häufigsten ist die sogenannte androgenetische Alopezie, bei der das männliche Geschlechtshormon Testosteron dafür sorgt, dass Haarfollikel auf der Kopfhaut verkümmern. Diese umgeben die Haarwurzel und verankern das Haar in der Kopfhaut.

Die androgenetische Alopezie betrifft beide Geschlechter. Sie tritt bei rund 80 Prozent der Männer auf, beginnt häufig schon in der Pubertät, zeigt sich aber erst richtig mit fortschreitendem Alter. Bei Männern lässt die Haarpracht zuerst an den Schläfen und am Hinterkopf nach. Auch bei etwa 40 Prozent der Frauen lichtet sich das Haar, meist nach den Wechseljahren.

Wie läuft eine Haartransplantation ab?

Bei der Transplantation werden Haarfollikel auf dem Kopf verteilt. Dazu entnimmt der Operateur einen Haarwurzelstreifen am Hinterkopf. Die Narbe wird im Anschluss vernäht, der Eingriff erfolgt bei örtlicher Betäubung.

Den herausgeschnittenen Streifen präpariert der Arzt und zerlegt ihn in kleinere Einheiten, sogenannte Grafts, die höchstens fünf Haarwurzeln enthalten. Sie werden dann an den Stellen eingesetzt, wo das Haar wieder dichter werden soll. Der Eingriff dauert mehrere Stunden, bis aus der kahlen Stelle wieder üppiges Haupthaar wächst, vergeht mehr Zeit - in der Regel drei Monate.

In der #link; www.medizinfo.de/pressemitteilungen/23.04.2012/Auszug S3-Leitlinie.pdf;Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft zur androgenetischen Alopezie# heißt es: Eine Follikeltransplantation "kann erwogen werden", was keine Empfehlung ist, aber einem mittleren Wert entspricht.

Eine Transplantation kann nur mit eigenem Haar erfolgen. Kunsthaar oder fremde Haare eignen sich dafür nicht, da das Risiko hoch ist, dass der Körper diese abstößt.

Gibt es Risiken?

Wie bei jedem chirurgischen Eingriff können auch bei der Haartransplantation Komplikationen auftreten, etwa Blutungen, Infektionen oder Narben. Direkt nach der OP sind Schwellungen im Stirnbereich und ein Taubheitsgefühl rund um die Wunde möglich. Eine Garantie, dass die transplantierten Haarwurzeln anwachsen, gibt es nicht.

Für wen ist eine Haartransplantation geeignet?

Eine Haartransplantation ist nur sinnvoll, wenn ausreichend Spenderhaare vorhanden sind. Zudem sollte der Haarausfall an den entsprechenden Stellen weitgehend zum Stillstand gekommen sein. Ansonsten drohen unschöne Lücken zwischen dem eigenen und dem transplantierten Haar.

Was kostet es und wer bietet es an?

Je nachdem, wie viele Haare transplantiert werden, schwankt der Preis. Er liegt zwischen 2500 Euro und mehr als 10.000 Euro. Haare gelten als Hautanhangsgebilde, deshalb sind Hautärzte für sie zuständig. Viele Dermatologen, aber auch Unikliniken bieten Haarsprechstunde an, in denen man sich beraten lassen kann.

Helfen Mittel gegen Haarausfall?

Grüner Tee, Ginseng, Aloe vera - die Liste an Mittelchen, die gegen Haarausfall helfen sollen, ist lang. Für die meisten gibt es laut Leitlinie der Dermatologischen Gesellschaft keine oder keine ausreichenden Belege für eine Wirksamkeit. Auch Stiftung Warentest kommt zu einem ernüchternden Urteil, was die Wirksamkeit von Haarausfallmitteln angeht. Für stern.de hat sie frei verkäufliche Präparate untersucht und bewertet.

Ohne Einschränkung ist demnach kein Wirkstoff zu empfehlen, am ehesten helfen Mittel mit dem Wirkstoff Minoxidil. Ursprünglich wurde dieser zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, als Nebenwirkung zeigte sich ein vermehrter Haarwuchs. Heute findet Mindoxil hauptsächlich als Mittel gegen Haarausfall Anwendung.

Die ausführliche Bewertung der frei verkäuflichen Mittel gegen Haarausfall finden Sie hier.

lea

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