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Neuer Ärger für Aigner

Streit um geplante Mineralölverordnung: Die Organisation Foodwatch kritisiert die Pläne von Verbraucherministerin Aigner als unzureichend. Sie soll Ergebnisse ihrer eigenen Studie unterschlagen haben.

  Die Stiftung Warentest fand Mineralöl in Adventskalendern.

Die Stiftung Warentest fand Mineralöl in Adventskalendern.

Im Streit um Mineralöl in Adventskalendern und Lebensmitteln öffnet Foodwatch das nächste Türchen: Die Organisation wirft Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) vor, alarmierende Studienergebnisse zu verschweigen und gefährliche Substanzen in Altpapierverpackungen nicht ausreichend zu bekämpfen. Die Stiftung Warentest hatte vergangene Woche Rückstände von Mineralöl und anderen Schadstoffen in Schoko-Adventskalendern gefunden und damit eine Debatte ausgelöst.

Das Verbraucherschutzministerium plant nun eine Mineralöl-Verordnung sowie eine Druckfarben-Verordnung, die verhindern sollen, dass Mineralöl von Papierverpackungen in Lebensmittel übergeht. Foodwatch kritisiert die vorgesehenen Grenzwerte als nicht weitgehend genug und beruft sich dabei auf eine Studie des Ministeriums selbst. Die Studie belege, "dass der von der Bundesverbraucherministerin erwogene Grenzwert für Mineralöl in Verpackungen für den Gesundheitsschutz nicht ausreicht", schreibt Foodwatch.

Die von Aigner beauftragten Forscher hatten in Papierverpackungen von Reis, Gries, Backmischungen oder Frühstückscerealien neben Mineralölbestandteilen mehr als 250 weitere Substanzen gefunden, die in die Lebensmittel übergehen können - darunter krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Klebstoffe, Weichmacher und Photoinitiatoren. "Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass die Konzentration bekannter Kontaminanten im Recyclingkarton kaum ausreichend gesenkt werden können", zitiert Foodwatch aus der Studie.

Ist eine Plastikfolie nötig?

Die Konsequenz daraus liefern die Forscher gleich mit: "Die Einführung einer Barriereschicht für Verpackungen mit Recyclingkarton erscheint daher unverzichtbar." Eine solche Barriereschicht - die wohl aus Plastik bestehen müsste - verpflichtend einzuführen, ist in den geplanten Verordnungen aber nicht vorgesehen, was Foodwatch kritisiert. Die Organisation wirft der Ministerin zudem vor, die Ergebnisse des bereits vor sechs Monaten abgeschlossenen Projekts nicht ausreichend kommuniziert und in der Reaktion auf den Adventskalender-Test nicht erwähnt zu haben.

Das Verbraucherministerium konterte, die Studie sei längst bekannt und im Internet abrufbar. "Foodwatch ist nicht auf dem neuesten Stand und verdreht die Tatsachen", erklärte ein Ministeriumssprecher. Hersteller seien schon jetzt dazu verpflichtet, nur sichere Lebensmittel auf den Markt zu bringen. Die geplanten Verordnungen würden derzeit mit den anderen Regierungsressorts, den Ländern und der Wirtschaft abgestimmt. Voraussetzung für die Umsetzung sei allerdings eine amtliche Methode zum Nachweis von Mineralöl-Verbindungen, die das Bundesinstitut für Risikobewertung entwickeln soll. "Wir wollen den Grenzwert an der wissenschaftlichen Nachweisgrenze orientieren, also am untersten gerade noch messbaren Bereich", sagte ein Sprecher stern.de. Eine Barriereschicht aus Plastik hält er nicht für notwendig.

Daniel Bakir

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