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Berliner Charité bemüht sich um Schadensbegrenzung

Es sind vor allem Informationspannen, die Deutschlands größtem Universitätsklinikum vorgeworfen werden. Von den Darmkeimen auf Frühchen-Stationen und einem toten Baby erfuhr die Öffentlichkeit spät.

  Die Darmkeime waren in der Berliner Charité und im benachbarten Herzzentrum aufgetaucht, beiden Kliniken drohen Bußgelder in dreistelliger Höhe wegen der späten Meldungen der Infektionen

Die Darmkeime waren in der Berliner Charité und im benachbarten Herzzentrum aufgetaucht, beiden Kliniken drohen Bußgelder in dreistelliger Höhe wegen der späten Meldungen der Infektionen

Nach den Informationspannen bei den Darmkeim-Infektionen von Babys kämpft die #Link;http://www.stern.de/gesundheit/berliner-charite-90518835t.html;Berliner Charité# um ihren Ruf. Der Chef des renommierten Uniklinikums, Karl Max Einhäupl, wies Vorwürfe zurück, dass die Gesundheitsbehörden zu spät informiert worden seien. "Da wurde nichts vertuscht", sagte Einhäupl der Nachrichtenagentur DPA. Er räumte aber Fehler bei der Information der Öffentlichkeit ein. "Heute würde ich fordern, die Öffentlichkeit sofort bei einem Keim-Ausbruch zu informieren."

Einhäupl stellte zugleich fest, dass die Ursache #Link;http://www.stern.de/panorama/befall-mit-serratien-keimen-fruehchen-stirbt-in-berliner-charite-1912932.html;für den Tod eines Babys# am 5. Oktober im Herzzentrum nicht Darmkeime gewesen seien. "Die Serratia war nicht ursächlich für den Tod des Kindes", sagte er unter Berufung auf die behandelnden Ärzte in der Charité und im Herzzentrum. Das Baby habe eine Serratien-Infektion gehabt, sei aber nicht daran gestorben. Das Kind war von der Charité in das Herzzentrum überwiesen und dort operiert worden.

Das Gesundheitsamt Berlin-Mitte hatte zuvor dem Herzzentrum und der Charité Konsequenzen angedroht, weil sie die Infektionen zu spät gemeldet hätten. "Das ist ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz", so die Leiterin des zuständigen Gesundheitsamtes, Anke Elvers-Schreiber. Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) kündigte Bußgelder in dreistelliger Höhe gegen beide Kliniken an.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Am Donnerstagabend war bekanntgeworden, dass nicht nur an der Charité, sondern auch am benachbarten Herzzentrum Darmkeim-Infektionen ausgebrochen waren. Die Keime wurden dort laut Bezirksamt bereits Mitte September nachgewiesen, jedoch erst in dieser Woche dem Gesundheitsamt mitgeteilt. Auch die Charité habe zu spät reagiert. Das Bezirksamt bildete einen eigenen Krisenstab.

Nach dem Tod des Babys gab es über Tage Spekulationen, das später gestorbene Kind habe die Darmkeime aus der Charité mitgebracht und sei daran gestorben. Sowohl nach Erkenntnissen des Gesundheitsamtes als auch von Einhäupl kam das Baby ohne Darmkeim-Erkrankung ins Herzzentrum.

Nach dem Tod des Babys ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Am Donnerstag ließen Ermittler Krankenakten der Charité und des Herzzentrums sicherstellen.

Laut Gesundheitsamt und Charité lag der Keimnachweis im Herzzentrum erst fünf Tage nach dem Tod des Kindes vor. Der kleine Leichnam war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Herzzentrum. Das Kind wurde am 12. Oktober auf einem muslimischen Friedhof bestattet.

Laut Einhäupl wurden zwei Infektionen an der Charité am 8. Oktober nachgewiesen. Die Erkrankung von zwei Personen an demselben Keim gilt als Ausbruch. Am nächsten Morgen sei der Amtsarzt informiert worden. Erst am 20. Oktober wurden die Fälle öffentlich.

Derzeit keine Neuinfektionen

Neuinfektionen gibt es laut Bezirksamt in beiden Einrichtungen derzeit nicht. Ob die Keime zwischen den benachbarten Häusern hin- und hergeschoben wurden oder ob sie woanders herkamen, war noch unklar. Es könne Wochen dauern, die Zusammenhänge aufzuklären, so das Gesundheitsamt. Die Fälle müssten in beiden Kliniken bekanntgewesen sein. Es gebe eine Hygienikerin, die beide Häuser betreue.

Drei ursprünglich infizierte Babys seien inzwischen aus dem Herzzentrum entlassen worden, hinzu komme das gestorbene Baby. Ein weiteres Kind trug die Keime in sich, die Krankheit brach aber nicht aus.

Im Virchow-Klinikum der Charité werden nach Angaben vom Freitagabend noch fünf infizierte Kinder mit Antibiotika behandelt. Ihr Zustand sei stabil. Sieben weitere Kinder werden noch beobachtet. Bei ihnen waren zwar Keime festgestellt worden, die Krankheit brach aber nicht aus. Acht Kinder wurden bereits entlassen.

Ein Frühchen, bei dem Keime festgestellt wurden, aber keine Infektion ausbrach, wurde am Freitag in der Charité erfolgreich operiert. Das Kind, das bei der Geburt unter 1000 Gramm wog, hatte einen schweren angeborenen Herzfehler.

Laut Gesundheitsamt gab es am Herzzentrum in den letzten drei Jahren keinen weiteren Keim-Ausbruch. An der Charité wurde im Campus Mitte auf einer Frühgeborenen-Station ein anderer Keim-Ausbruch vor vier Wochen abgeschlossen.

Von Jutta Schütz und Anett Indyka/DPA/DPA

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