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Familie aus Magdeburg soll erneut befragt werden

Bei der Suche nach der Ehec-Quelle treten die Forscher auf der Stelle. Erneut soll eine Familie aus Magdeburg befragt werden, in deren Mülltonne ein Gurkenrest mit dem Darmkeim entdeckt worden war.

Nach dem Fund des aggressiven Ehec-Erregers an einem Gurkenrest in einer Magdeburger Mülltonne soll die an dem Keim erkrankte Familie erneut befragt werden. Dabei wird nochmals geprüft, ob die Familie vielleicht doch Kontakte nach Norddeutschland hatte. Dies sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Magdeburg. Bislang gebe es keine Hinweise auf eine Verbindung zu dem besonders stark von Ehec betroffenem Gebiet.

Die beiden Erwachsenen sind inzwischen wieder gesund, die Tochter lag zuletzt noch in einem Krankenhaus. In der Mülltonne der Familie war an einem Gurkenrest der Erreger gefunden worden.

Eine Probe von dem Gurkenabfall und Proben von der Familie werden beim Bundesinstitut für Risikobewertung weiter untersucht. Ob dies tatsächlich zum Ursprung der Infektionswelle mit inzwischen mindestens 25 Toten führt, ist unklar. Auch welche Bedeutung die entdeckten Keimspuren haben, ist fraglich. "Aus diesem Fund können keine Rückschlüsse gezogen werden", sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Man wisse nicht, ob der Erreger vorher auf der Gurke war oder erst über den Müll auf das Gemüse gelangte.

EU warnt vor Panikmache

EU-Verbraucherkommissar John Dalli hat bei der Ehec-Krise vor Panikmache gewarnt. Die Gefahr sei "regional begrenzt" und konzentriere sich auf Norddeutschland, sagte Dalli der "Passauer Neuen Presse". "Wir sollten nicht unnötig Angst schüren. Ich bin gegen Panikmache." Zwar sollten die Verbraucher in den betroffenen Regionen vorsichtig sein. "Aber das bedeutet noch lange nicht, dass Ehec eine Gefahr für alle Verbraucher in Europa ist." Er selbst habe seine Essgewohnheiten nicht geändert, sagte Dalli.

Der EU-Kommissar verteidigte vor diesem Hintergrund das Verhalten der deutschen Behörden. Die Warnung vor spanischen Gurken sei richtig gewesen. Die zuständigen Stellen trügen die "Verantwortung für das Leben von Menschen und müssen aufgrund der vorliegenden Informationen entscheiden", sagte der EU-Kommissar. Die Behörden in Hamburg hätten keine andere Wahl gehabt, als vor dem Gemüse zu warnen.

Keine bakteriellen Nachweise aus Bienenbüttel

Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) hält ein verstärktes Eingreifen der EU in der Krise um den gefährlichen Ehec-Erreger nicht für nötig. "Die EU war von Beginn an involviert und kann auch nicht mehr tun, als auf Ergebnisse warten", sagte Lindemann der "Bild"-Zeitung. Die Krise sei noch nicht vorbei. "Wir werden weiter und noch breiter Untersuchungen durchführen und den Informationsaustausch noch enger halten", sagte der Minister.

Die Warnung vor dem Verzehr von Sprossen sei zudem gerechtfertigt gewesen. "Der Verdacht gegen den Erzeugerbetrieb in Bienenbüttel erhärtet sich immer mehr, auch wenn wir noch keine bakteriellen Nachweise haben", sagte Lindemann. Dies habe auch Dalli betont. "Wir warnen lieber einmal mehr, als einmal zu wenig." Das Krisen-Management funktioniere, dies könne "in solchen Ausnahmesituationen" nicht beschleunigt werden.

Erreger auf Rote-Beete-Sprossen in den Niederlanden

In den Niederlanden sind derweil Ehec-Bakterien auf Sprossen von Roter Bete entdeckt worden. Dabei handele es sich aber nicht um den gefährlichen Typ O104:H4, der die Infektionswelle in Deutschland ausgelöst habe, erklärte das Gesundheitsministerium in Den Haag. Dennoch habe Ministerin Edith Schippers angeordnet, das Sprossengemüse aus dem betroffenen Agrarbetrieb vom Markt zu nehmen.

Auch in Deutschland seien solche Ehec-Bakterien bereits auf Rote-Bete-Sprösslingen aus den Niederlanden gefunden worden, erklärte der Sprecher unter Berufung auf Angaben der Europäischen Union. Um welchen Hersteller es geht, wollte das Ministerium nicht mitteilen. Experten würden weiter untersuchen, um was für eine Ehec-Form es geht und ob sie überhaupt bei Menschen zu Erkrankungen führen kann.

kng/DPA/AFP/DPA
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