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Gendefekt könnte zur Entstehung von Allergien führen

Laut einer neuen Studie könnte ein Gendefekt zur Entwicklung von Allergien beitragen. Verantwortlich ist dieser Defekt auch für eine Bindegewebserkrankung.

20 bis 30 Prozent der EU-Bürger leiden an allergischem Schnupfen

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Auf der Suche nach den Ursachen von Allergien sind US-Forscher offenbar einen großen Schritt vorangekommen. Wissenschaftler der Johns-Hopkins-Universität stießen laut einer neuen Studie auf einen Gendefekt, der bei der Entstehung vieler allergischer Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen könnte. Bislang ist dieser genetische Defekt als Verursacher einer angeborenen Erkrankung des Bindegewebes bekannt. Bei einem Forschungsprojekt mit Kindern und jungen Erwachsenen stellte sich nun heraus, dass er womöglich auch die Entwicklung von Allergien begünstigt.

An der Studie, die in der Fachzeitschrift "Science Translational Medicine" veröffentlicht wurde, waren 58 Patienten im Alter von sieben bis 20 Jahren beteiligt. Sie alle leiden am sogenannten Loeys-Dietz Syndrom (LDS) - einer Bindegewebserkrankung, die durch Gendefekte in einem Molekül mit der Bezeichnung TGF-beta hervorgerufen wird. Diese genetische Störung könne auch am Anfang einer ganzen Serie körperlicher Reaktionen stehen, die schließlich zur Entstehung von Asthma, Lebensmittelallergien und Ekzemen führen, wie die Immunologin Pamela Frischmeyer-Guerrerio vom Johns Hopkins Children's Center erklärte.

TGF-beta als Verursacher einer Kettenreaktion

Allergien gelten in der Medizin schon lange als das Ergebnis eines komplizierten Zusammenspiels von Umwelt und Genen. Die US-Forscher gelangten nun zu der Erkenntnis, dass falsche Signale des Moleküls TGF-beta verantwortlich sein können für einen grundlegenden Prozess bei der Allergie-Entstehung: Der Gendefekt könnte die Reaktion von Immunzellen auf alltägliche Lebensmittel und allergieauslösende Stoffe in der Umwelt stören - und damit den Weg für die Entstehung allergischer Beschwerden frei machen.

"Störungen in den TGF-beta-Signalen bringen die Immunzellen nicht einfach dazu, sich falsch zu verhalten", erläuterte der Kardiologe Harry Dietz. Vielmehr habe es den Anschein, dass der Gendefekt "selbstständig die eigentliche Kettenreaktion freischaltet, die möglicherweise zu allergischen Erkrankungen führt".

vim/AFP/AFP
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