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Schwere Vorwürfe gegen Münchner Klinik-Chef

Der Münchner Organspende-Skandal zieht Kreise: Dem Klinik-Chef wird vorgeworfen, er habe den Manipulationsverdacht nicht aufklären wollen. In 36 Fällen soll gegen Richtlinien verstoßen worden sein.

  Wollte der Klinik-Chef die Aufklärung verhindern? Einem Medienbericht zufolge erhebt die Bundesärztekammer schwere Vorwürfe gegen ihn.

Wollte der Klinik-Chef die Aufklärung verhindern? Einem Medienbericht zufolge erhebt die Bundesärztekammer schwere Vorwürfe gegen ihn.

Im Organspende-Skandal am Münchner Klinikum rechts der Isar erhebt die Bundesärztekammer nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" schwere Vorwürfe gegen den Klinik-Chef. Der Professor habe den Manipulationsverdacht nicht wirklich aufklären wollen, heiße es in einem Bericht der Prüfungs- und Überwachungskommission der Ärztekammer. Vielmehr sollten "weitere Untersuchungen gerade nicht stattfinden", und so habe "eine eigentlich gebotene Aufklärung nicht stattgefunden". In einem Schreiben vom Februar 2010 habe der Klinik-Chef noch betont, es gebe kein Fehlverhalten.

Der Klinikdirektor wies die Vorwürfe laut Bericht zurück. Er habe "stets die erforderlichen Schritte nach dem jeweiligen Erkenntnisstand ergriffen", erklärte er gegenüber der Zeitung.

Die Bundesärztekammer wollte sich nicht äußern, weil der Abschlussbericht noch nicht vorliege. Im Juni soll es dazu eine Pressekonferenz geben. Auch die Klinik und das bayerische Wissenschaftsministerium lehnten eine Stellungnahme ab, weil der Prüfbericht noch nicht vorliege.

Leber für Alkoholiker

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt seit dem vergangenen Jahr wegen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Spenderlebern in dem Münchner Krankenhaus. Nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" stießen die Prüfer der Bundesärztekammer auf insgesamt 36 Verstöße gegen die Vergaberichtlinien in den Jahren 2008 bis 2012.

Allein zehnmal sollen Alkoholiker, die noch nicht die vorgeschriebenen sechs Monate trocken waren, eine neue Leber bekommen haben. Außerdem sollen 13 Patienten mit Leberkrebs ein neues Organ erhalten haben, obwohl sie keinen Anspruch darauf gehabt hätten. Patienten an anderen Kliniken seien deshalb leer ausgegangen. Die Kommission geht laut "SZ" in ihrem Prüfungsbericht "von bewussten Falschmeldungen" an die Organ-Vermittlungsstelle Eurotransplant aus.

Auch der entlassene frühere Leiter der Chirurgie kommt nach "SZ"-Informationen in dem Bericht nicht gut weg. Seine Darstellung sei "weder plausibel, noch wird sie den damaligen Ereignissen gerecht", soll es darin heißen.

"System des Wissens und Verschweigens"

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz in Dortmund sieht hinter den mutmaßlichen Manipulationen ein System. Vorstand Eugen Brysch sagte: "Die Vorwürfe gegen den Chef des Klinikums rechts der Isar zeigen: Es handelt sich nicht um Einzeltäter. Es ist ein System des Wissens und des Verschweigens. Ebenso wird deutlich, dass die Akteure der örtlichen Manipulationen natürlich nicht bereit sind, sich selbst zu belasten. Das Problem der Mitwisserschaft wird sich auch in Zukunft nicht durch ein internes Mehraugen-Prinzip lösen lassen."

Die Unregelmäßigkeiten am Münchner Klinikum waren im Zuge von Überprüfungen nach dem Organspendeskandal am Uniklinikum Göttingen aufgedeckt worden. Auch an den Unikliniken in Regensburg und Leipzig gibt es Manipulationsvorwürfe im Zusammenhang mit Lebertransplantationen. Dies hatte zu einem dramatischen Einbruch der Spendenbereitschaft in Deutschland geführt. Seit September kontrolliert die unabhängige Prüf- und Überwachungskommission alle 25 Lebertransplantationsprogramme in Deutschland. Später sollen auch die Herz- und Nierenprogramme folgen.

lea/DPA/AFP/DPA
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