HOME

Schwarzer Mann erhält Penis eines Weißen - und will ihn tätowieren lassen

Eine Penistransplantation ist ein komplizierter Eingriff, der große Risiken birgt. Ärzten aus Südafrika ist eine solche Operation nun geglückt. Der Empfänger ist glücklich - er plant aber noch eine Veränderung.

Mediziner der Stellenbosch University (SU) und des Tygerberg Academic Hospital in Kapstadt nahmen den komplizierten Eingriff vor

Mediziner der Stellenbosch University (SU) und des Tygerberg Academic Hospital in Kapstadt nahmen den komplizierten Eingriff vor

Mediziner der Stellenbosch University haben erfolgreich einen transplantiert - damit ist das Medizinzentrum das erste Krankenhaus weltweit, dem dieser Eingriff bereits zum zweiten Mal gelungen ist.

Empfänger des Spenderorgans ist laut einer offiziellen Mitteilung der Universität ein 40-jähriger Mann. Er hatte seinen Penis vor 17 Jahren infolge von Komplikationen nach einer traditionellen Beschneidung verloren. In einer fast zehnstündigen Operation transplantierte ihm das Ärzteteam um Prof. André van der Merwe das neue Geschlechtsteil. Der Eingriff fand am 21. April in Kapstadt statt.

"Er ist mit Sicherheit einer der glücklichsten Patienten, die wir bislang in unserem Krankenhaus behandelt haben", berichtet Van der Merwe. Bislang gebe es keine Anzeichen für eine Abstoßung des Organs. Bleibt es bei dieser positiven Entwicklung, soll das Geschlechtsteil innerhalb der kommenden sechs Monate alle natürlichen Funktionen eines Penis erfüllen können. 

Ein Eingriff steht dem Mann allerdings noch bevor: Weil die Farbe des Penis nicht der Hautfarbe des Empfängers entspricht, wolle sich der Mann noch einer medizinischen Tätowierung unterziehen. Diese sei nötig, um einen bestehenden "Farbunterschied" zu korrigieren, berichtet das Krankenhaus. Nach Angabe des Newsportals "NYDailyNews" soll es sich bei dem Patienten um einen dunkelhäutigen Mann handeln, der Spender dagegen hellhäutig gewesen sein.

Medizinische Tattoos kommen beispielsweise auch bei der Weißfleckenkrankheit Vitiligo zum Einsatz. Patienten werden dabei hautfarbene Pigmente in die Haut injiziert, welche die für die Krankheit typischen weißen Hautstellen überdecken sollen. Eingriffe wie diese sollten jedoch stets von erfahrenen Tätowierern vorgenommen werden, die sich auf medizinische Tattoos spezialisiert haben. 

Lob von der Gesundheitsministerin

Nomafrench Mbombo, die Gesundheitsministerin der Provinz West Cap, lobte die Operation als "bahnbrechend" und "bemerkenswert". "Die traditionelle Beschneidung hat die Leben vieler junger Menschen gefordert", erklärte Mbombo in einer Mitteilung des Krankenhauses. "Für diesen Patienten wird sich das Leben grundlegend ändern."

Penisamputationen sind in häufiger als in anderen Teilen der Welt. Experten schätzen, dass landesweit im Jahr etwa 250 Männern der Penis teilweise oder ganz amputiert werden muss. 

Bereits im Dezember 2014 hatte das Ärzteteam um Van der Merwe eine Penistransplantation bei einem 21-Jährigen vorgenommen. Dem Patienten gehe es zwei Jahre nach dem Eingriff "sehr gut, sowohl körperlich als auch mental", so der Mediziner. Nach Angabe des Arztes führe der Patient ein weitgehend normales Leben. Er könne normal auf die Toilette gehen und auch Sex haben. Der Fall sorgte letztes Jahr international für Schlagzeilen, weil bekannt wurde, dass der Mann mit seinem neuen Penis ein Kind gezeugt hatte.


ikr

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wissenscommunity

Partner-Tools