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Penisverlängerung – wie riskant ist der Eingriff?

Brustvergrößerung, Lidstraffen und Fettabsaugen sind die häufigsten Schönheits-OPs. Auch Penisverlängerungen werden angeboten. Wie der Eingriff abläuft, wie häufig er ist und welche Risiken er birgt.

Penisverlängerungen - viele Ärzte raten ab

Penisverlängerungen - viele Ärzte raten ab

Der Busen soll größer sein, die Lippen fülliger und die Nase gerade: Solche chirurgischen Schönheitsoperationen kennt man. Doch eine Penisverlängerung? Wie soll das funktionieren? Liegen diese Eingriffe wirklich im Trend? Und welche Risiken gibt es? Fragen und Antworten zum Thema.

Wie häufig ist der Eingriff?

Von einem Trend kann man nicht sprechen. Die International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS) hat zwar eine Statistik veröffentlicht, der zufolge in Deutschland im vergangenen Jahr 2786 Penisverlängerungen stattgefunden haben sollen. Doch die Daten beruhen auf Hochrechnungen und sind wenig zuverlässig. Konkrete Zahlen sind nur schwer zu bekommen.

Einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC) zufolge haben sich deutlich weniger Männer deutschlandweit einer solchen Operation unterzogen: 2011 lag die Zahl bei 150, auch die noch nicht veröffentlichten Zahlen für 2012 sind einem Sprecher der DGPRÄC zufolge nicht bedeutend höher. "Bei einer Gesamtzahl von rund 138.500 ästhetisch-plastischen Eingriffen ist der Penis daher in der Tat ein Randthema", so das Fazit der Gesellschaft. Die Hitliste der ästhetisch-chirurgischen Eingriffe führen nach wie vor Brustvergrößerung, Lidstraffung und Fettabsaugung an.

Wie funktioniert die Penis-OP und wie viele Zentimeter lassen sich gewinnen?

Im Wesentlichen gibt es zwei Techniken: die Verlängerung und die Verdickung. "Für eine Verlängerung des Genitals schneidet der Chirurg das Halteband durch, sodass der Penis weiter nach unten hängt. Die Verdickung des Gliedes wird mittels einer Eigenfettunterspritzung erzielt", heißt es in einer Broschüre der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGAEPC). Auch Hyaluronsäure kann gespritzt werden, um den Umfang zu vergrößern.

Zumeist werden beide Methoden miteinander verbunden. Wird das vordere Halteband durchtrennt, lassen sich je nach Anatomie bis zu fünf Zentimeter Länge gewinnen. Allerdings fehlen Studien, die zeigen, dass sich dieser Erfolg auch zuverlässig einstellt. Der Eingriff ist daher umstritten – nicht wenige Ärzte raten wegen der Risiken ab. Zudem: "Das 'Verlängerungs'-Resultat zeigt sich primär im schlaffen Zustand, weniger im erigierten", so der DGPRÄC-Sprecher. Im erigierten Zustand kann das durchtrennte Band auch dazu führen, dass der Penis instabil wird.

Wer führt den Eingriff durch?

Nur erfahrene Fachärzte, also plastische oder ästhetische Chirurgen sollten Penisvergrößerungen durchführen. Hilfe bei der Suche nach einem Arzt bietet etwa die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen.

Welche Risiken gibt es?

Eine Penisverlängerung ist eine Operation, die in den meisten Fällen unter Vollnarkose stattfindet. Harmlos ist so ein Eingriff keinesfalls, er kann sogar zu dauerhaften Schäden führen – etwa zum Funktionsverlust oder zu Gefühlsstörungen. Zu den Risiken zählen unter anderem auch Blutungen, Infektionen oder Wundheilungsprobleme. Zudem kann es laut einer Infobroschüre der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie vereinzelt zu Verletzungen der Harnröhre, Fettgewebszysten oder Asymmetrien kommen. Möglich ist auch, dass der Eingriff nicht die erwünschte Wirkung erzielt - etwa, wenn der Körper das eingespritzte Fettgewebe aufnimmt und abbaut.

Was kostet der Eingriff?

Wird der Penis verlängert und verdickt, kann das mit bis zu 7000 Euro zu Buche schlagen. Die Krankenkassen tragen die Kosten nur, wenn eine medizinische Indikation vorhanden ist. Dazu zählt etwa ein sogenannter Mikropenis – ein Penis, der im erigierten Zustand weniger als acht Zentimeter misst.

Helfen Salben, Pillen und Pumpen?

Nein. Die meisten beworbenen Mittel und Methoden halten nicht, was sie versprechen. Einige verursachen sogar dauerhafte Schäden: Der Versuch, seinen Penis mithilfe von Vakuumpumpen anschwellen zu lassen, führt mitunter dazu, dass das elastische Bindegewebe ausleiert, sodass die Erektionen schlaffer werden können. Auch spezielle Handgriffe, mit denen das Blut in die Eichel gedrückt werden soll, sind nicht zu empfehlen. Sie verursachen nicht nur Schmerzen, sondern manchmal auch Narben.

Was kann man machen?

Ein Bierbauch kann den Penis kürzer erscheinen lassen, als er in Wahrheit ist. Sport und gesunde Ernährung helfen, überflüssige Speckpolster loszuwerden. Auch die Schambehaarung lässt das Geschlecht optisch kleiner wirken. Sie zu entfernen, hat oft auch einen positiven Zusatzeffekt: Ohne Haare liegt die Haut frei und ist empfindlicher - beim Sex fühlt man also mehr. Wenn Sie stark unter Ihrer Unzufriedenheit leiden und diese auch Ihre Beziehung belastet, sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen. Der Rat eines Psychologen ist in vielen Fällen die bessere - und risikoärmere - Option als ein chirurgischer Eingriff.

lea/ljk
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