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4. August 2011, 17:13 Uhr

Neuer Test soll Früherkennung verbessern

Der PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung ist umstritten, da er zu Überdiagnosen und unnötigen schmerzhaften Behandlungen führt. Ein Urintest könnte US-Forschern zufolge dabei helfen, die Erkrankung zuverlässiger zu erkennen.

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Zehn Prozent aller Krebstodesfälle bei Männern sind durch das Prostatakarzinom bedingt. Jährlich sterben in Deutschland 11.000 Männer an dieser Krebsart© Steve Dykes/Getty Images

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 49.000 Männer an Prostatakrebs, die meisten sind älter als 60 Jahre. Zur Früherkennung wird seit Jahren der sogenannte PSA-Test eingesetzt. Doch das Verfahren, bei dem der Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) gemessen wird, ist umstritten, da es zu Überdiagnosen und damit auch unnötigen Behandlungen kommt.

Denn der Test ist längst nicht so zuverlässig, wie Ärzte und Patienten es sich wohl wünschen würden. Zwar deutet ein erhöhter Wert auf eine mögliche Krebserkrankung hin, doch mehr als ein Hinweis ist es nicht. Auch Entzündungen oder Fahrradfahren können den PSA-Wert steigen lassen. Nun haben Wissenschaftler ein neuartiges Testverfahren entwickelt, das es ermöglichen soll, Prostatakrebs in Zukunft zuverlässiger zu diagnostizieren. Dadurch könnten fehlerhafte Diagnosen und unnötige Operationen verhindert werden, schreiben US-Forscher im Fachblatt "Science Translational Medicine".

Urintest soll helfen, Risikopatienten zu erkennen

Scott Tomlins und seine Kollegen von der University of Michigan entwickelten einen Urintest, der die Erkennung von Risikopatienten vereinfachen soll. Dazu machten sie sich eine genetische Anomalie zunutze: Ihr Test spürt Zellen auf, in denen zwei bestimmte Gene miteinander verschmolzen sind. Frühere Untersuchungen haben den Forschern zufolge gezeigt, dass Prostatakrebs oft mit höheren Konzentrationen dieser mutierten Gene einhergeht.

Die Wissenschaftler verglichen die Resultate des neuen Urintests bei etwa 1300 Männern, die alle erhöhte PSA-Werte hatten, mit den Ergebnissen anschließender Biopsien. Das Ergebnis: Die neue Methode konnte tatsächlich zahlreiche Tumore aufspüren. So hatten 69 Prozent jener Männer, bei denen das neue Verfahren ein besonders hohes Risiko anzeigte, tatsächlich Krebs. Die Methode lieferte den Forschern zufolge auch Hinweise auf die Aggressivität der bösartigen Tumore.

"Hoffnungsschimmer am Horizont"

Als einen "Hoffnungsschimmer am Horizont" sieht der Präsident der Deutschen Urologischen Gesellschaft, Joachim Steffens, die Ergebnisse der US-Kollegen. Für einen routinemäßigen Einsatz sei es jedoch noch zu früh. Zunächst müsse die Alltagstauglichkeit des neuen Tests in weiteren klinischen Studien untersucht und bewertet werden.

Auch wenn der Test noch nicht offiziell als Untersuchungsmethode eingesetzt wird, sehen die US-Mediziner für die Zukunft darin einen wichtigen diagnostischen Zwischenschritt vor einer Operation. Einige Patienten könnten so vor überflüssigen Eingriffen bewahrt werden, schreiben die Wissenschaftler.

lea/DPA
 
 
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