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Sport und Lob senken Burnout-Risiko

Psychische Über- oder Unterforderung am Arbeitsplatz wird zunehmend zum Problem – und zum Kostenfaktor. Psychologen fordern daher "kluge und nachhaltige Präventionsmaßnahmen".

  Ob Schwimmen, Yoga oder Fahrradfahren: Regelmäßiger Sport senkt das Burnout-Risiko.

Ob Schwimmen, Yoga oder Fahrradfahren: Regelmäßiger Sport senkt das Burnout-Risiko.

Mittlerweile sind 12,5 Prozent aller Krankschreibungen auf seelische Krankheiten zurückzuführen. Die Fehlzeiten dabei betragen durchschnittlich 30 Tage. 40 Prozent aller Frühberentungen haben psychische Gründe. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) fordert daher flächendeckend ausreichende Kassenzulassungen für Psychologen.

"Das Gefühl der Unkontrollierbarkeit der eigenen beruflichen Entwicklung, der Druck zum stetigen Neulernen, oder Überforderung durch erhöhte Anforderungen" nennt Professor Dr. Frank Jacobi von der Psychologischen Hochschule Berlin als Risikofaktoren, die psychische Störungen begünstigen. "Früher, in psychisch weniger anfordernden Tätigkeiten wären diese Personen gut durchgekommen" meint der Psychologe weiter.

Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz und Arbeitsschutz müssen demnach mehr sein, als nur ergonomisches Sitzen und ausreichende Pausen. Die Unternehmenskultur, Transparenz bei Entscheidungen oder auch gerechte Bezahlung haben einen wesentlichen Einfluss auf die seelische Gesundheit der Mitarbeiter. Es geht dabei um einen nachhaltige Überlegungen zum "gesunden Betrieb" sagt BDP-Wirtschaftspsychologe Ulrich F. Schübel.

Sport und Anerkennung gegen Überforderung

Insbesondere um sich vor Burnout zu schützen, kann jeder Arbeitnehmer selbst die Initiative ergreifen – und sportlich aktiv werden. Sport sei nämlich ein wesentlicher Faktor, um Stress abzubauen. Erlaubt sei dabei, was Spaß macht: "Der eine geht vielleicht im Wald spazieren", sagte Schübel. "Der nächste macht #link;1847119;Yoga#, und einem anderen hilft Schwimmen."

Eine wichtige Rolle kommt dabei laut Schübel Führungskräften zu: "Als Führungskraft sollte man Vorbild sein". Das gelte sowohl für die körperliche Fitness, als auch für die wöchentliche Arbeitszeit sowie für das Thema Erreichbarkeit. Geht der Chef regelmäßig zum Sport, sei das auch unter den Mitarbeitern anerkannter. Ist der Chef dagegen rund um die Uhr beruflich am Handy erreichbar, eifern dem auch eher die Mitarbeiter nach - im schlimmsten Fall bis sie Erschöpfungssymptome zeigen.

Darüber hinaus senkt Lob für gute Leistungen das Stresslevel. Viele Belastungen bei Arbeitnehmern seien auf so genannte Gratifikationskrisen zurück zu führen. Dabei haben die Mitarbeiter das Gefühl, sehr engagiert zu arbeiten, aber nur wenig Anerkennung dafür zu ernten. "Das ist unnötiger Stress, den Vorgesetzte leicht abstellen können", erklärte Schübel.

juho/DPA/DPA
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