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Warum wir uns so gut fühlen, wenn wir die Rechnung übernehmen

Für andere mitzahlen, Rechnungen übernehmen oder Geschenke machen: Aus ökonomischer Sicht lohnt sich das meist nicht. Dennoch empfinden viele Menschen Glücksgefühle, wenn sie sich großzügig zeigen. Warum nur? Forscher haben das Phänomen nun enträtselt.

Freitagabend. Ein Paar verbringt einen schönen Abend im Restaurant, ordert ein leckeres Menü, trinkt Wein. Am Ende des Dinners bringt der Kellner die Rechnung. "Ich übernehme das", entscheidet sich einer der beiden spontan und zahlt für den anderen mit. Der Beschenkte freut sich über das unverhoffte Geschenk – aber auch der, der die Rechnung übernimmt, empfindet ein warmes . Woran liegt das? Forscher sind dem Rätsel nun auf die Spur gekommen und haben erforscht, warum Großzügigkeit viele Menschen glücklich macht.

Ein internationales Forscherteam um So Young Park von der Universität Lübeck konnte mit Hilfe von funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) zeigen, dass Handlungen wie Schenken oder Spenden im Glücksgefühle auslösen. Ihre Ergebnisse veröffentlichte die Gruppe im Fachmagazin "Nature Communications".

Um das Phänomen näher zu erforschen, führten die Wissenschaftler ein Experiment in durch. Dabei versprachen die Forscher zunächst jedem von 50 Probanden, ihm in den kommenden vier Wochen jeweils 25 Schweizer Franken zu schicken. Die eine Hälfte der Probanden musste versprechen, das Geld für andere Menschen auszugeben, indem sie zum Beispiel einem Freund ein Geschenk machen. Die andere Hälfte, die als Kontrollgruppe diente, musste hingegen versprechen, das Geld ausschließlich für sich selbst auszugeben. Das habe ausgereicht, um die Gehirne der Probanden in gewisser Weise auf großzügig oder eben weniger großzügig zu polen, sagt Park.

Erhöhte Aktivität in einem Gehirnareal

Das Geld gesehen haben die Probanden nie, denn direkt im Anschluss an ihr Versprechen wurden sie unvermittelt gebeten, an einer weiteren Untersuchung teilzunehmen. Sie sollten Entscheidungen fällen, bei denen  wiederum eine Rolle spielte. Die Forscher beobachteten dabei ihre Hirnaktivität mit einem fMRT-Gerät.

Dabei stellten die Forscher fest, dass Menschen aus der Gruppe der zuvor auf großzügig gepolten Probanden auch in diesem Experiment großzügigere Entscheidungen trafen. Nach der Aufgabe gaben sie zudem an, glücklicher zu sein als die Kontrollgruppe. "Wir konnten somit bestätigen, dass es einen Zusammenhang zwischen generösem Verhalten und Glücksgefühlen gibt. Darüber hinaus konnten wir aber auch zeigen, wie unser Gehirn diese Verknüpfung herstellt."

Die Forscher konnten bei den Probanden aus der großzügigen Gruppe eine erhöhte Aktivität im temporo-parietalen Übergang, einem bestimmten Gehirnareal, feststellen. Das sei eine Gehirnstruktur, die schon häufig mit großzügigem Verhalten in Zusammenhang gebracht worden sei, sagt Park. Zudem veränderte sich den Forschern zufolge die Verbindung dieses Areals mit dem sogenannten ventralen Striatum. Dieser Hirnbereich sorge dann für das wohlige Glücksgefühl.

Ob eine Essenseinladung an einen Freund, ein Geschenk für den Partner oder eine Spende an einen Bettler - die Studie legt den Schluss nahe, dass das Gehirn Großzügigkeit mit Glücksgefühlen verknüpft. Das Ergebnis könnte nach Auffassung der Autoren auch weitreichende Folgen für die Gesellschaft haben. So könnten die Erkenntnisse genutzt werden, um persönliche Glücksgefühle zu fördern.


ikr/DPA

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