16. Februar 2013, 16:03 Uhr

So süchtig machen soziale Netzwerke

Sie sind kaum noch wegzudenken: Die sozialen Netzwerke. Doch immer mehr Menschen leiden an einer Anhängigkeit - laut Experten birgen diese Medien sogar ein höheres Suchtpotenzial als Alkohol.

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Das Video im Wortlaut: Gemini Adams ist abhängig, wie sie selbst zugibt. Nicht von legalen oder illegalen Drogen - sondern von Facebook. Mehr...

Sie sei ständig auf und mit Facebook unterwegs gewesen: O-Ton: "Ich erinnere mich, dass sich da immer etwas in mir auflehnte. Es war so wie innerlich geradezu aufgeraut, weil ich es immerzu machen musste. Immer in dieser Haltung." Jetzt gehört Yoga zu ihrer "digitalen Entgiftung": So, wie sie einst mit Rauchen aufhörte, beschränkt Frau Adams nun ihre Facebook-Nutzung streng: Höchstens eine halbe Stunde am Stück, und einen Tag pro Woche nutzt sie gar kein Internet. Studien wie jüngst eine von der Universität Chicago legen nahe, dass Entzug geboten sein kann: Denn das Klicken des "Like"-Buttons oder der Retweet-Funktion setzt sogenannte "Glückshormone" frei und hat laut den Forschern sogar ein höheres Suchtpotential als Alkohol oder Nikotin. In dieser Klinik in London behandelt der Psychiater Richard Graham pro Jahr etwa 100 Social-Media-Abhängige: O-Ton: "Sie fangen an, die nötigsten Lebensdinge nicht zu tun oder zu vermeiden. Die Selbstsorge fällt bald aus. Sie verschieben die Mahlzeiten, vermeiden Essen oder Trinken, auch das Schlafen. Treffen fallen aus, Verspätungen zur Arbeit oder Schule werden normal. Es gibt sicher manche jungen Menschen, die pro Tag locker neun oder zehn Stunden diese Plattformen nutzen." Bleibt die Frage - wie viel "Social Media" ist zu viel? Als Richtlinie mag laut Psychologen dienen: Man sollte nicht öfter als zehnmal pro Tag solche Plattformen ansteuern. Und sie höchstens fünf Stunden pro Tag nutzen. Schließen

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