Der Blick ins Körperinnere - oft überflüssig

Lassen Sie nicht sofort ein Bild von sich machen! Anders als viele glauben, ist Röntgen bei Rückenschmerzen oft nicht nötig. Zudem belastet das Verfahren Ihren Körper mit Strahlung.

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Bei Rückenschmerzen sind Verfahren wie Röntgen oder CT oft unnötig©

Sie haben das sicher schon selbst erlebt: Sie hatten Rückenschmerzen, der Arzt sagte jaja, hm-hm, und dann hat er Sie zum Radiologen überwiesen: Ein Röntgenbild des Rückens soll her. Doch bei Kreuzpein muss nicht immer gleich alles durchleuchtet werden. Die Ursache der Schmerzen kann der Arzt auch anders feststellen. Lassen Sie sich deshalb gar nicht erst auf das Spiel ein, wechseln Sie lieber die Praxis, wenn Ihr Orthopäde Sie ungesehen und nach nur kurzem Gespräch weiter zum Röntgen schicken will.

Denn es besteht eine große Chance, dass Sie zu den 85 Prozent der Geplagten gehören, die an unkomplizierten Rückenproblemen leiden. Dann ist Röntgen oder irgendein anders Verfahren, das Bilder Ihres Körpers macht, überflüssig. Selbst wenn Sie sehr starke Schmerzen haben, heißt das noch lange nicht, dass die Ärztin auf dem Bild schlimme Veränderungen sehen kann. Umgekehrt ist es genauso möglich, dass sie auf der Aufnahme etwas erkennt, aber Sie hatten bislang gar keine Beschwerden deswegen.

Zudem haben fast alle Verfahren, die Bilder aus dem Inneren Ihres Körpers machen können, Risiken. Das Röntgen, die älteste Methode, arbeitet mit Röntgenstrahlen, die dem Gewebe schaden und Krebs auslösen können. Moderne Röntgengeräte sind recht schnell, die Strahlenbelastung bleibt deshalb gering. Dennoch: Das Risiko ist nicht gleich null.

Risiken: radioaktive Substanzen und Kontrastmittel

Ebenfalls mit schädlicher Röntgenstrahlung arbeitet die Computer-Tomografie: Dieses Verfahren scannt Ihren Körper scheibenweise. Im Gegensatz zum schnellen Röntgenbild belastet es Ihren Körper meist mit mehr Strahlung, einfach, weil es länger braucht, um alles zu durchleuchten. Für eine Szintigrafie spritzt der Arzt Ihnen radioaktive Substanzen in den Körper - sie strahlen aber nur wenig und kurz, und schwere Nebenwirkungen sind nicht zu erwarten.

Eine Myelografie ist gefährlicher als Röntgen und Szintigrafie zusammen. Denn dafür muss die Ärztin ein Kontrastmittel in Ihren Wirbelkanal spritzen. Sie können allergisch auf das Mittel reagieren, zudem kann die Medizinerin dabei Nerven verletzen - möglicherweise bleiben Sie dann gelähmt. Ganz ungefährlich ist nur die Magnet-Resonanz-Tomografie: Sie arbeitet mit Magnetismus, das ist risikolos und schmerzlos.

Bevor Sie jedoch grundsätzlich alle Verfahren ablehnen, sollten Sie wissen, dass es sehr wohl Fälle gibt, in denen ein fachkundiger Blick ins Körperinnere ratsam ist. Möglicherweise sind Sie ja so ein Fall. Bitten Sie Ihren Orthopäden deshalb, Ihnen genau die Gründe für seinen Wunsch zu erklären.

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