Was der Arzt fragt

Der Hals ist steif, die Schulter schmerzt, im Rücken sticht's: Wird es nach einer Woche noch nicht besser, gehen Sie lieber zum Arzt.

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Der Arzt sollte sich Zeit für Sie nehmen und aufmerksam zuhören©

Haben Sie ständig Rückenschmerzen, einen steifen Nacken oder Schulterziehen, ignorieren Sie das besser nicht. Denn sonst können Ihre Beschwerden chronisch werden. Gehen Sie deshalb lieber zum Orthopäden.

Ein Ärztin ist zwar Expertin für das Erkennen Ihrer Krankheit, Sie aber sind Experte für Ihre Beschwerden. Und die müssen Sie ihr genau schildern. Zeigen Sie ihr, an welcher Stelle es schmerzt, bei welcher Bewegung es weh tut und wohin die Schmerzen ausstrahlen. Überlegen Sie schon vor dem Gespräch in aller Ruhe, wann Sie zum ersten Mal etwas davon gemerkt haben: Nach dem letzten Umzug, bei dem Sie schwere Kisten getragen haben? Oder seitdem Sie im Büro auf einem neuen Stuhl sitzen?

Schildern Sie die Qual in allen Farben

Beschreiben Sie Ihren Schmerz möglichst genau. Ist er dumpf und bohrend oder eher hell und schneidend scharf? Wann quält er Sie am meisten: morgens nach dem Aufstehen oder nachts als Dauerschmerz? Fühlen Sie ihn erst nach längerem Sitzen, wird er beim Husten oder Niesen stärker? Je ausführlicher Sie erzählen, umso eher findet der Arzt die Ursache. Scheuen Sie sich nicht, auch scheinbar Nebensächliches zu erwähnen - etwa, dass Sie Probleme beim Stuhlgang, Wasserlassen oder Sex haben.

Um das Bild zu vervollständigen, wird der Arzt Sie nach Ihrem Lebensstil und Ihren Lebensumständen fragen. Denn Rückenschmerzen entstehen manchmal auch durch Stress, zu wenig Bewegung oder ein falsches Bett. Deshalb fragt der Orthopäde auch:

  • Treiben Sie Sport?
  • Rauchen Sie?
  • Wie gut schlafen Sie?
  • Ernähren Sie sich gesund?
  • Sind Sie zufrieden mit Ihrer Arbeit?
  • Drücken Sie private Probleme?

Erzählen Sie bitte unbedingt, ob Sie eine chronische Krankheit haben wie Asthma, Multiple Sklerose oder Diabetes. Auch wenn Sie Medikamente, Abführmittel und Arzneitees schlucken, sollte die Orthopädin das wissen: Falls sie Ihnen Schmerzmittel verschreibt, muss sie auf unerwünschte Nebenwirkungen achten.

Nach dem Gespräch und der Untersuchung ist der Arzt einer Diagnose schon ein gutes Stück näher gekommen. Welche Behandlung daraus folgt, wird er gemeinsam mit Ihnen besprechen.

Katja Lüers
 
 
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