Bloß nicht stillhalten!

Sitzt uns der Stress im Nacken, bekommen wir manchmal schon am nächsten Morgen die Quittung: Der Hals ist steif, der Kopf lässt sich schlecht drehen, die Schmerzen ziehen bis in die Schultern.

Therapie

Welche Behandlung für Sie am besten ist, hängt von der Ursache Ihrer Beschwerden ab. Sofern Sie keine ernste Krankheit haben, wird der Arzt Ihnen lediglich empfehlen, die Nackenpein im Alltag zu ignorieren - selbst dann, wenn die Schmerzen in Arme und Schultern ausstrahlen.

Eine Halskrause müssen Sie sich nicht antun: Je länger Sie Ihren Nacken stillhalten, desto eher besteht die Gefahr, dass Ihre Schmerzen andauern, also chronisch werden. Nur wenn Ihre Halswirbelsäule nach einem Schleudertrauma instabil ist oder Ihr Nacken sehr heftig schmerzt, können Sie für kurze Zeit den medizinischen Halsschmuck tragen.

Meist hilft bei Nackenschmerzen eine Behandlung, die verschiedene Methoden kombiniert. Eine davon ist die so genannte Chirotherapie. Bei dieser Technik versucht die Ärztin mit leichtem Druck die betroffenen Körperteile zu bewegen, zum Beispiel die Halswirbelsäule, und die Muskeln zu dehnen. Oder sie drückt stark und rasch auf bestimmte Stellen, um die Halsgelenke zu entsprechenden Bewegungen zu stimulieren.

Bleiben Sie locker!

Studien haben gezeigt, dass die chiropraktische Behandlung vor allem dann hilft, wenn die Betroffenen gleichzeitig trainieren: Wenn sie die Oberkörpermuskeln mit speziellen Übungen kräftigen, stabilisieren und dehnen. Allerdings geht aus den Studien nicht hervor, ob das Bewegungstraining alleine nicht schon ausgereicht hätte. Bei einem Schleudertrauma ist eine chiropraktische Behandlung, zumindest in der ersten Schmerzphase, nicht angebracht. Besser sind Massagen und Bewegungsübungen.

Haben Sie Schmerzen, die von den Nervenwurzeln ausgehen, kommen Entspannungs-Techniken, Lockerungs-Übungen oder eine Rückenschule infrage. Akupunktur kann chronische Nackenschmerzen lindern.

Die Operation: nur im äußersten Notfall

Wird es ganz plötzlich ganz schlimm mit Ihrem Nacken, können Sie auch ein Schmerzmittel nehmen: Tabletten mit den Wirkstoffen Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac helfen. Manche Substanzen können Sie auch als Salben (4.9) auf die entsprechende Partie schmieren. Bei Schmerzen, die von den Nervenwurzeln herrühren, brauchen Sie möglicherweise stärkere Medikamente. Helfen auch diese nicht und sind Ihre Muskeln gleichzeitig verspannt, können Sie Ihren Arzt nach so genannten Muskel-Relaxantien (4.9) fragen: Diese Medikamente entspannen die Muskeln auf chemischem Weg und lindern den Schmerz.

In manchen Fällen spritzt der Arzt ein Kortison-haltiges Präparat direkt an die Nervenwurzeln. Diese Injektion hilft, wenn Ihre Schmerzen chronisch sind und von einem Bandscheibenvorfall oder einer abgenutzten Wirbelsäule verursacht werden. Er setzt diese Spritze, während Sie in der Röhre eines Computer-Tomographen liegen: So kann er sehen, wohin er stechen darf. Erst wenn Sie wochenlang gelitten haben und zunehmend wichtige Muskeln nicht mehr richtig bewegen können, wird der Arzt das Thema Operation anschneiden.

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