Pein im Bein

Sie beginnen im Po und enden im Fuß: Ischias-Schmerzen. Meist ist eine verrutschte Bandscheibe schuld: Sie quetscht den Nerv ein, der prompt mit Schmerz reagiert.

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Die Schmerzen können bei einer Ischialgie bis in die Füße ziehen©

Der dumpf bohrende Schmerz kommt vom Po und schießt ins Bein, manchmal gar bis in den Fuß: Ischias! Schon die Griechen der Antike kannten diese Pein, sie nannten sie Ischias, Hüftweh, weil die Qual scheinbar in Hüfte und Gesäß entsteht. In den allermeisten Fällen liegt das Problem aber in der Wirbelsäule: Oft ist ein Bandscheibenvorfall die Ursache. Der Schmerz ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen, dass der Ischiasnerv eingeklemmt ist: Der hohe Druck reizt den Nerv oder quetscht ihn so, dass er Schmerzimpulse aussendet.

Etwa fünf bis zehn Prozent aller Menschen mit lädiertem unterem Rücken kennen das Problem zur Genüge, dessen korrekte medizinische Bezeichnung Ischialgie, Lumbo-Ischialgie oder radikuläre Kreuzschmerzen lautet. Ganz typisch ist der Schmerz, der vom Gesäß aus an der Rückseite des Beins entlang läuft, manchmal stechend und brennend, manchmal wie ein elektrischer Schock. Teile des Beins kribbeln oder fühlen sich wie eingeschlafen an. Wenn Sie husten oder niesen, verschlimmert sich der Schmerz noch.

Der Ischias-Nerv reicht vom Rücken bis zum Fuß

Der Ischiasnerv ist der längste Nerv unseres Körpers. Seine Wurzeln treten im unteren Teil der Wirbelsäule aus dem Rückenmark heraus und bilden ein Geflecht. Daraus entsteht der Ischiasnerv. Er zieht sich über Gesäß und Hüfte an jedem Bein herunter und teilt sich über dem Knie in zwei kleinere Nerven auf: den Nervus peroneus und den Nervus tibialis. Deren Äste reichen bis in die Füße. Ohne diese Nerven würden wir in unseren Beinen sehr wenig fühlen und könnten einige Muskeln nicht mehr bewegen.

Drückt eine verrutschte Bandscheibe auf eine oder mehrere Wurzeln des Ischiasnervs, tun Gesäß und Bein bis in den Fuß weh - meist entlang des Hautstreifens, den der jeweilige Nervenstrang versorgt. Einige Menschen haben nur leichte Schmerzen, andere können sich kaum bewegen. In den allermeisten Fällen ist nur ein Bein betroffen. Die Bereiche können sich taub anfühlen oder kribbeln, als ob dort Ameisen entlang liefen. Manchmal sind die Muskeln so schwach, dass Sie sich nicht auf die Zehen stellen können.

Zum Glück verschwinden akute, also plötzlich auftretende Beschwerden spätestens nach einigen Wochen wieder. Allerdings kann die Sache chronisch werden: Knapp ein Drittel aller Betroffenen hat auch nach einem Jahr noch Schmerzen. Gehen Sie deshalb am besten zum Arzt, wenn Sie wegen Ihres Ischiasnervs nur noch humpeln.

Wer raucht, wer besonders groß ist und wer unter viel Stress lebt, hat übrigens ein erhöhtes Risiko, eine akute Ischialgie zu bekommen. Gefährdet sind auch Menschen, die sich körperlich stark anstrengen oder die viel heben müssen und sich dabei beugen und drehen. Die meisten Betroffenen sind zwischen 45 und 64 Jahre alt, wenn sie der Schmerz überfällt.

Gehen Sie bitte sofort zum Arzt, wenn Sie unter einer Ischialgie leiden und wenn Sie gleichzeitig Probleme haben, Ihre Blase oder Ihren Darm zu kontrollieren. Denn dahinter kann ein schwerer Bandscheibenvorfall stecken. Die Bandscheibe lähmt dann unter anderem die Nervenwurzeln, die für die Schließmuskeln von Blase und Mastdarm zuständig sind. Mediziner sprechen in diesem Fall vom so genannten Cauda-equina-Syndrom. Bestätigt sich die Diagnose, wird Ihnen die Fachärztin eine Bandscheiben-Operation empfehlen, weil sonst Ihre Blase gelähmt bleiben kann.

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