Morphium und Teufelskralle

Grünzeug oder Chemie - Sie haben die Wahl: Gegen Rückenschmerzen werden allerlei Medikamente angeboten, zum Schlucken, Eincremen oder im Pflasterpack. Doch nicht jedes Mittel ist geeignet.

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Tabletten gegen Rückenschmerzen, Salben gegen Rückenschmerzen, Gele gegen Rückenschmerzen, Pflaster gegen Rückenschmerzen, ASS, Diclofenac, Ibuprofen, Teufelskralle, Weidenrindenextrakt

Der Klassiker bei Kreuzschmerz: Tabletten©

Auch wenn es höllisch weh tut - Rückenschmerzen sind meist keine Last, die Sie bis ans Ende Ihres Lebens mit sich herumtragen müssen. Denn in vier von fünf Fällen lässt das Zerren im Rücken von selbst nach. Nur wenn Sie sich dauerhaft ins Bett verkriechen, um den schmerzenden Buckel schonen, könnten sich Ihre Schmerzen verselbständigen - und Ihnen das Leben auf Dauer schwer machen.

Deshalb ist Bewegen besser. Damit Sie sich dabei nicht quälen, können Sie die Pein lindern: mit Pillen, durchblutungsfördernden Pflastern oder betäubenden Balsamen. Fachleute empfehlen, frühzeitig und ausreichend Schmerzmittel zu nehmen, am besten in Form von Tabletten oder Zäpfchen für die Nacht. Daneben sollten Sie aber auch eine Physiotherapie, ein Krafttraining oder eine sanfte Bewegungstherapie machen. So können Sie den Teufelskreis aus Schmerz und Verspannung unterbrechen.

Bei leichten Beschwerden sind rezeptfreie Schmerzmittel das Beste. Welches Sie nehmen, bleibt Ihnen überlassen, Sie wissen am besten, was Sie gut vertragen und was Ihnen hilft: ob Paracetamol, Acetyl-Salicyl-Säure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen. All diese Stoffe wirken nach demselben Prinzip: Sie hemmen bestimmte körpereigene Stoffe, die Prostaglandine. Diese Hormone wimmeln bei Entzündungen und Zerrungen im Gewebe herum und reizen die Nerven so, dass sie Schmerzsignale ans Gehirn senden. Werden die Prostaglandine geblockt, entstehen weniger Schmerzimpulse.

Schmerzmittel können abhängig machen

Andere Medikamente kappen die Schmerzleitung erst im Gehirn, dazu gehören die Opiate wie etwa Morphium. Auch Mittel gegen Depressionen (Antidepressiva) oder Mittel, die die Muskeln entspannen, können das Schmerzempfinden verändern. Diese Substanzen können aber erhebliche Nebenwirkungen haben, denn sie greifen in den Hirnstoffwechsel ein.

Was auch immer Sie nehmen, nach drei Tagen sollten Sie damit aufhören. Wenn Ihnen das Kreuz dann immer noch keine Ruhe lässt, gehen Sie besser zum Arzt. Denn von jeder Schmerztablette können Sie auf Dauer abhängig werden, auch von ASS. Als Faustregel gilt: Nehmen Sie maximal an zehn Tagen pro Monat Tabletten. Sonst kann es passieren, dass Sie medikamentenbedingten Kopfschmerz bekommen. Dieser Entzugs-Kopfschmerz kann sich auch einstellen, wenn Sie ASS oder Paracetamol absetzen.

Zu viele Schmerzmittel können außerdem auf Dauer Ihren Nieren schaden. Manche Präparate aber verführen regelrecht dazu, sie zu oft und zu lange einzunehmen, weil sie eine angenehme Wirkung entfalten. Etwa, weil Koffein beigemischt ist. Lassen Sie daher besser die Finger von solchen Kombinations-Präparaten. Sie sind nicht besser verträglich und auch nicht wirksamer als eine Tablette, die nur einen einzigen Wirkstoff enthält.

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Seite 2: Paracetamol
Seite 3: Acetylsalicylsäure (ASS)
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Seite 5: Diclofenac
Seite 6: Naproxen
Seite 7: Opium-ähnliche Mittel
Seite 8: Muskelrelaxanzien
Seite 9: Antidepressiva
Seite 10: Salben, Gele und Pflaster mit Schmerzmitteln
Seite 11: Salben, Gele und Pflaster mit Capsaicin
Seite 12: Weidenrindenextrakt
Seite 13: Teufelskralle
 
 
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