Lümmeln Sie rum!

Wer steif im Stuhl sitzt, tut seinem Rücken nichts Gutes. Besser ist Bewegung und entspanntes Zurücklehnen. Auch zappeln und räkeln ist ausdrücklich erlaubt.

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Keine Schildkrötenhaltung

Menschen, die viel am Computer arbeiten und mit gesenktem Kopf, vorgestrecktem Hals und starrem Blick vor dem Monitor kauern - Fachleute sprechen von Schildkrötenhaltung - haben zudem oft Beschwerden im oberen Rücken und im Nacken.

Die Muskeln protestieren, wenn Sie still sitzen

Was da so weh tut, ist Ihre protestierende Muskulatur! Wenn Sie stundenlang in derselben Haltung ausharren, belasten Sie auch immer dieselben Muskeln: Sie verkrampfen mit der Zeit und verhärten sich. Oft hilft ein gezieltes Dehn-Training der schmerzenden Rückenpartien.

Am besten beugen Sie Verspannungen durch dynamisches, also bewegtes Sitzen vor. Vergessen Sie also ganz schnell, was Ihnen Ihre Großeltern mit mahnendem Zeigefinger sagten: Kind, sitz still! Lassen Sie sich statt dessen regelmäßig vom Hocker reißen. Zappeln Sie nach Herzenslust. Das gilt jetzt offiziell als korrekte Sitzhaltung.

Denn die Zappelei trainiert nicht nur verschiedene Muskeln, sie sorgt auch dafür, dass die Wirbelsäule in Bewegung bleibt - das ist wichtig für die Bandscheiben. Denn die werden dabei gut "durchsaftet", wie Experten das nennen. Die federnden Polster zwischen den Wirbelknochen funktionieren wie ein Schwamm: Werden sie bei einer Bewegung zusammengedrückt, fließt die Gewebsflüssigkeit heraus. Werden sie entlastet, saugen sie sich wieder voll, werden mit Nährstoffen versorgt und dehnen sich aus.

Zappeln Sie auf dem Stuhl hin und her!

Am Anfang müssen Sie sich wahrscheinlich noch bewusst dazu anhalten, nicht zusammengesunken und unbeweglich im Stuhl zu hängen. Doch schon bald wird die kontrollierte Unruhe zur Routine. Die Bewegungen sind kinderleicht und ergeben sich ganz einfach aus der Situation.

Wenn Sie oft vornüber gebeugt am Schreitisch arbeiten müssen, sollten Sie sich zum Beispiel zwischendurch immer wieder zurücklehnen. Versuchen Sie auch, ein paar Minuten lang ganz aufrecht zu sitzen. Rutschen Sie auf dem Stuhl ganz nach hinten und kippen Sie das Becken nach vorn. Und dann umgekehrt: An die Stuhlkante rutschen und das Becken nach hinten kippen.

Nehmen Sie die Schultern zurück und strecken Sie den runden Rücken durch. Stehen Sie auch mal auf, gehen Sie ein paar Schritte. Probieren Sie einfach aus, welchen Positionen und Bewegungen Ihnen gut tun. Und lassen Sie sich nicht durch verwunderte Blicke abschrecken. Animieren Sie Ihre Kolleginnen einfach zum Mitmachen!

Eva-Maria Schnurr
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