1. März 2013, 19:10 Uhr

Tausende Tonnen Gift-Mais an Milchkühe verfüttert

Futtermittelhersteller haben Mais verarbeitet, der mit dem krebserregenden Schimmelpilzgift Aflatoxin verseucht war. Eine Gefährdung der Verbraucher durch belastete Milch sei aber unwahrscheinlich.

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Das Video im Wortlaut: Jetzt geht es um den Mais. In Niedersachsen ist mit Schimmelpilzgift verseuchter Mais aus Serbien aufgetaucht. Mehr...

Zehntausend Tonnen seien Futtermitteln verarbeitet und ausgeliefert worden, teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Freitag mit. Mehr als 3500 landwirtschaftliche Betriebe seien betroffen. In dem Mais sei der Grenzwert für das Schimmelpilz-Gift Aflatoxin B1 um das Zehnfache der erlaubten Höchstgrenze überschritten worden. Eine Gefährdung der Verbraucher durch belastete Milch sei aber unwahrscheinlich, sagte der Staatssekretär im Ministerium, Udo Paschedag am Freitag. O-ton ("Das Aflatoxin ist im Wesentlichen gefährlich über die Milch, Nicht so sehr übers Fleisch oder über die Eier. Da setzt es sich nicht ab. Aber sobald es in der Milch ist, kann es ein Problem werden. Aber deswegen müssen die Verbraucher trotzdem nicht Sorge haben, an ihrer Gesundheit geschädigt zu werden. Die Gesundheitsgefahr ist nach unseren vorliegenden Erkenntnissen zurzeit nicht sehr wahrscheinlich, und zwar wegen der geringfügigen Grenzwertüberschreitung und wegen der Vermischung auch der Milch, die da passiert ist.") Entdeckt wurde das Gift durch den Routinetest von Milch eines Hofes. Daraufhin wurde der Weg über Hamburg Betrieb bis nach Serbien zurückverfolgt. O-ton ("Ob das in Serbien produziert worden ist, dieser Mais, oder ob der auf andere Weise über Serbien nach Niedersachsen gelangt ist, wird zurzeit alles ermittelt. Das wissen wir nicht. Aber es zeigt eben, dass offenbar auch hier, in der Futtermittelbranche, allein auf den Preis geguckt wird und nicht so sehr auf Qualität.") Nach Angaben des Hamburger Importeurs wurde der Mais aus Serbien geholt, weil in der EU derzeit eine gewisse Knappheit herrsche. In Serbien selbst hatten die Behörden kürzlich nach Aflatoxin-Funden in Milch mehrere Molkereien angewiesen, ihre Produkte zurückzurufen. Agrarminister Goran Knezevic versuchte, Bedenken der Verbraucher zu zerstreuen, indem er vor der Presse ein Glas Milch trank. Mit solchen Aktionen dürfte man der Verunsicherung der deutschen Konsumenten wohl kaum beikommen. Der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel fordert andere Maßnahmen. O-ton Remmel ("Erst die Pferdefleischgeschichten, die sind ja noch nicht ausgestanden, dann die Falschdeklarierung von Eiern, jetzt Schimmelpilze in Futtermitteln. Das ist in der Tat zu viel, wir schauen da in Abgründe und können nur darauf setzen, dass wir die politischen Schritte, die wir jetzt eingeleitet haben, seit längerem schon gehen, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen die Kontrollen zu intensivieren.") Aflatoxin wird unter anderem von dem Pilz Aspergillus flavus produziert. Das Gift hat eine stark krebserzeugende Wirkung. ORT: HANNOVER, DÜSSELDORF (DEUTSCHLAND), BELGRAD (SERBIEN), ARCHIV (SERBIEN) Schließen

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