Startseite

Stern Logo Ratgeber Schlaf - Geheimnis Schlaf

Reisen durch die Nacht

Gewitter toben in unserem Gehirn, wenn uns die Schwärze des Schlafs umfängt. Doch unser Körper liegt reglos. Nur in bestimmten Schlafstadien zucken die Beine, rollen die Augäpfel, seufzen die Münder.

  Halb wach, halb lahm: Im Schlaf arbeiten Hirn und Körper scheinbar paradox

Halb wach, halb lahm: Im Schlaf arbeiten Hirn und Körper scheinbar paradox

Schlaf ist kein monotoner Stand-by-Betrieb von Gliedmaßen und Geist. Vielmehr durchlaufen Kopf und Körper während des Schlummerns verschiedene Phasen: vom leichten Traumschlaf bis hin zum reglosen Tiefschlaf. Diesen Weg nimmt der Mensch innerhalb einer Nacht gleich mehrmals hintereinander: Vier bis sechs solcher Schlafzyklen reihen sich pro Nacht aneinander. Jeder Zyklus dauert rund 90 Minuten.

Wenn Sie sich abends ins Bett legen, entspannen Sie sich mehr und mehr: Atmung und Puls verlangsamen sich, der Blutdruck und die Körpertemperatur sinken. Die Spannung in den Muskeln löst sich. Die Augenlider sind geschlossen, die Augäpfel verharren in einer Stellung. Irgendwann ist das Gehirn so entspannt, dass es von außen kommende Reize wie leise Geräusche oder sanfte Berührungen nicht mehr weiterleitet: Sie sind eingeschlafen.

Wie ein Mensch allmählich eintaucht in die Welt des Schlafs können Forscher anhand eines EEGs verfolgen. Für ein solches Elektro-Enzephalo-Gramm kleben sie mehrere Elektroden auf die Kopfhaut. Die Elektroden zeichnen die Hirnströme auf, die durch die elektrischen Signale der Nervenzellen im Gehirn entstehen. Dieses Gewitter leiten die Elektroden weiter an ein Meßgerät. Es setzt die Ströme um in Kurven: Auf dem Papier oder dem Bildschirm erscheinen große, schwunghafte Wellen, vielleicht aber auch kleine zittrige Zacken, wie von Kinderhand hingekritzelt.

Im Schlaf sprechen die Nervenzellen im Chor

Ist ein Mensch wach, zeichnet das EEG hektisch zitternde Hirnströme auf. Die Linien sind recht flach und die Zacken liegen dicht bei dicht. Das heißt: Viele Nervenzellen sind aktiv, aber sie kommunizieren unabhängig voneinander. Sie sprechen schnell und viele Gespräche überlagern sich - die zitternde Linie entspricht einem Wirrwarr von Stimmen.

In bestimmten Schlafphasen sieht das Bild eines EEGs völlig anders aus: Große Wellen mit weiten Tälern sind dann zu sehen. Das bedeutet: Mehrere Nervenzellen arbeiten zusammen, und sie alle sprechen im Chor, sie kommunizieren im selben Takt. Offenbar ist das Gehirn in einer solchen Schlafphase mit anderen Dingen beschäftigt als am Tag: zum Beispiel damit, Gelerntes als Erinnerung zu festigen.

Im Tiefschlaf träumen wir Gedanken, keine Bilder

Wissenschaftler und Medizinerinnen haben den Schlaf in verschiedene Stadien eingeteilt - jede Phase ist gekennzeichnet durch ein typisches Aktivitätsmuster im EEG. Die Einschlafphase besteht aus den Stadien I und II. Im EEG zeigen sich Hirnströme, die ein wenig glatter und geordneter wirken als die Wellen der Wachheit. Doch der Schlaf ist noch leicht: Menschen, die während der Stadien I und II geweckt werden, meinen, sie seien noch gar nicht eingeschlafen.

Darauf folgt der Tiefschlaf, die Stadien III und IV: Immer größer und weiter werden die Berge und Täler der Hirnstrom-Wellen. Offenbar plaudern die Nerven zunehmend miteinander, sie fangen an, abhängig voneinander zu arbeiten; Nervenbündel bilden einen Verbund, der im Gleichtakt schwingt. Im Tiefschlaf atmet der Schläfer ruhig, seine Muskeln sind völlig entspannt, er bewegt sich kaum. Falls er in diesem Stadium träumt, dann kaum bilderreich oder plastisch, eher ähnelt der Traum einem Gedankenfluss zu einem bestimmten Thema.

Die erste Tiefschlafphase - zu Beginn der Nacht - dauert länger als alle anderen Stadien des Tiefschlafs: etwa eine Stunde. Später verkürzen sich die Tiefschlafphasen immer mehr. Vor allem während der ersten beiden Tiefschlafphasen schüttet die Hirnanhangdrüse Wachstumshormone aus - auch bei Erwachsenen. Sie regen die Reparatur von Zellen an und stimulieren das Immunsystem.

Rollen die Augen, arbeitet das Gehirn wie wild

Auf die Tiefschlafphase folgt der so genannte REM-Schlaf. REM ist die Abkürzung für Rapid Eye Movement: Rasche Augenbewegungen unter geschlossenen Lidern sind typisch für dieses Stadium. Der Mensch träumt, rollt mit seinen Augen, zuckt und zappelt.

Während dieser Phase arbeitet das Gehirn wie wild, viele Nervenzellen senden und empfangen Signale. Daher ähneln die EEG-Kurven während des REM-Schlafes denen des Wachzustands: Die Wellen folgen dicht aufeinander, sie sind kurz und klein.

Träumen wir, sind die Muskeln gelähmt

Der Körper aber befindet sich in einer merkwürdigen Verfassung: Die Muskeln sind wie gelähmt - das bewahrt den Schläfer davor, seine Träume körperlich auszuleben. Ausgenommen sind Schlafwandler; allerdings gehen sie meist in der Tiefschlafphase auf Wanderschaft.

In der REM-Phase sind viele Hirnregionen sehr aktiv, vielleicht senden die Nerven aus dem Bewegungszentrum gerade Signale an die Beine: Der Schläfer möchte im Traum davonlaufen. Doch das Stammhirn sorgt dafür, dass alle Impulse an die Muskeln unterdrückt werden. So zucken die Beine nur - was die Schlafenden im Traum selbst als lähmende Behinderung wahrnehmen können.

Während der Traumphause schlägt das Herz schnell und unregelmäßig, der Blutdruck steigt, die Körpertemperatur sinkt. Das Gehirn verbraucht fast so viel Energie wie im Wachzustand. Menschen, die während des REM-Schlafes geweckt werden, berichten fast immer von aufregenden Träumen.

Auf die erste, relativ kurze REM-Schlafphase folgt wieder eine längere Tiefschlaf-Periode. Dieser Wechsel wiederholt sich insgesamt vier bis sechs Mal pro Nacht. Je näher der Morgen rückt, desto kürzer wird der Tiefschlaf und desto länger der REM-Schlaf.

Zum Ende der Nacht bereitet sich der Körper aufs Aufwachen vor

Die Körpertemperatur sinkt zu Beginn der Nacht, ihren Tiefpunkt erreicht sie durchschnittlich zwischen drei und vier Uhr. Danach steigt sie wieder an. Im letzten Drittel des Schlafes steigt auch die Konzentration des Stresshormons Kortisol im Blut an: So bereitet sich der Körper auf den kommenden Tag vor.

In der Stunde vor dem Aufwachen klettert das Gehirn aus den Tiefen des Schlafs langsam wieder an die Oberfläche hinauf: Es bleibt in den Schlafstadien II und I, es döst. Klingelt dann der Wecker, fällt das Aufstehen nicht schwer.

Ute Kehse

Stern Logo Das könnte sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools