Durchblutungsfördernde Salben bringen wenig

8. Juli 2009, 10:53 Uhr

Sie sollen gegen Muskelschmerzen helfen und werden nach Sportunfällen empfohlen: Salben mit Salicylaten. Doch einer aktuellen Untersuchung zufolge helfen sie bei akuten Schmerzen nicht besser als ein Placebo.

Salicylate, Muskelschmerzen, Salbe

Die Wirkung von Salben mit Salicylaten ist nach Aussage der Cochrane-Forscher nicht ausreichend belegt©

Durchblutungsfördernde Cremes und Gels wirken möglicherweise nicht so stark schmerzlindernd wie allgemein angenommen, zeigt eine neue Bewertung bisheriger Studien zum Thema. Solche Salben, die ein Wärmegefühl erzeugen und die Haut röten, sind rezeptfrei erhältlich und werden häufig als erste Maßnahme gegen Schmerzen nach Sportunfällen oder bei sonstigen Muskelproblemen empfohlen. Viele dieser Salben enthalten neben den schmerzdämpfenden Wirkstoffen, die ins Blut gelangen, auch Substanzen, die auf der aufgetragenen Stelle eine Art Gegenschmerz verursachen. Eine nachgewiesene Wirkung haben sie aber nicht, zeigt die aktuelle Überprüfung von 16 Studien mit insgesamt 1276 Probanden. In der "Cochrane Database of Systematic Reviews" berichten die Forscher um Paul Matthews von der Universität in Oxford über ihre Ergebnisse.

Die Wissenschaftler analysierten und prüften Studien, in denen die Wirkung von äußerlich angewendeten Salicylaten - Substanzen, die mit dem Aspirin-Wirkstoff ASS verwandt sind - zur Behandlung von akutem und chronischem Schmerz untersucht wurde. Lediglich vier Studien zeigten eine etwas bessere Wirkung von Salicylaten gegenüber wirkstofffreien Placebos bei akutem Schmerz. Bei chronischen Schmerzen wirken Salicylate besser als Placebopräparate. Dennoch scheinen bei chronischem Schmerz Tabletten wirksamer zu sein als Salben: Entzündungshemmende Tabletten nützten jedem dritten Patienten mit chronischen Schmerzen, schmerzlindernde Salben nur jedem sechsten. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass Salicylate auf der Haut anders wirken, als wenn sie eingenommen werden.

Salben mit Salicylaten werden häufig gegen Muskelschmerzen verkauft und von Ärzten verschrieben - und das, obwohl ihre Wirksamkeit zurzeit noch nicht nachgewiesen sei, sagen die Forscher. Mit Sicherheit gäbe es wirksamere Behandlungen als hautreizende Salben, die gegen chronische Erkrankungen wie Arthrose verschrieben werden könnten. Es brauche auf jeden Fall größere und bessere Studien, um endgültig beurteilen zu können, ob die Salben nun wirksam seien oder nicht, schließen die Wissenschaftler aus den Ergebnissen.

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