Die Schweinegrippe beschäftigt Deutschland. Impfen lassen oder nicht? Das fragen sich viele. stern.de hat für Sie bei Experten nachgehakt. Von Nina Bublitz und Lea Wolz
Immer mehr Menschen stecken sich in Deutschland mit H1N1 an. Binnen einer Woche haben sich die Fallzahlen verdoppelt. Doch viele sind verunsichert, ob sie sich impfen lassen sollen - das zeigen die Fragen, die uns zu dem Thema erreicht haben. Nutzen und mögliche Risiken der Impfung sollten Sie auf jeden Fall noch einmal mit Ihrem Arzt besprechen.
Im Prinzip nicht. Zwei bis drei Wochen nach der Impfung sollte der Schutz wirken. Dann können sich die Erreger nicht mehr vermehren, auch für andere ist man dann nicht mehr ansteckend. Allerdings schützt eine Impfung nie zu hundert, sondern mindestens zu siebzig Prozent. Ein kleines Restrisiko bleibt daher, dass die Viren trotz Impfung weitergegeben werden können.
Vermutlich reicht eine einzige Impfung aus, um gegen H1N1 geschützt zu sein - auch bei Kindern. Darauf deuten bis jetzt die Studienergebnisse hin. Die Europäische Arzneimittelagentur will sich zu dieser Frage aber noch einmal in den kommenden Wochen äußern.
Gegen diese Virus und leichte Varianten sollten alle, die sich impfen lassen oder schon eine Grundimmunität haben, ein paar Jahre lang immun sein. Mutiert das Virus stark, ist allerdings sehr wahrscheinlich eine neue Impfung nötig.
Wer viel Kontakt mit Menschen hat, kann sich leichter mit dem Virus anstecken. "Ich würde daher in einem solchen Fall zur Impfung raten, wenn man sichergehen will", sagt Reinhard Berner vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Freiburg.
Nein, das ist nicht vorgesehen. "Es ist auch zweifelhaft, ob das wirklich sinnvoll wäre", sagt Reinhard Berner vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Freiburg. Ein gemeinsamer Impfstoff bräuchte zum Beispiel länger dauernde Zulassungsstudien. Zudem müssten die Produktionswege umgestellt werden. Wer sich daher gegen die Schweinegrippe und die saisonale Grippe schützen will, wird auch weiterhin zwei gesonderte Impfungen brauchen.
Bei der saisonalen Grippe empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) vor allem Menschen über 60 Jahren, sich impfen zu lassen. Das ist bei der Schweinegrippe anders. An H1N1 erkranken vor allem jüngere Leute und Risikogruppen wie chronisch Kranke. "Wer über 65 Jahre alt ist, hat weniger zu befürchten", sagt stern.de Grippe-Experte Reinhard Berner. Ältere Menschen haben vermutlich eine Grundimmunität gegen das Schweinegrippe-Virus, da die H1N1-Stämme auch früher schon einmal um die Welt gegangen sind und das Immunsystem Antikörper dagegen bilden konnte. Da der Impfstoff knapp ist, rät die Stiko dazu, erst einmal die Risikogruppen zu immunisieren. Dann kann sich aber jeder impfen lassen, der dies will.
In der Tat ist es schwierig, die Schweinegrippe noch nachzuweisen, wenn die vermutetete Erkrankung länger zurückliegt. Im Prinzip müsste mit einem Test nach den Antikörpern dieses Virustyps gesucht werden. "Ein solcher Test ist in den meisten Laboren allerdings nicht möglich", sagt Reinhard Berner vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Freiburg. Im Nachhinein ist ein Nachweis daher fast ausgeschlossen. Was wiederum ärgerlich ist: Denn wer die Schweinegrippe hatte, ist gegen das Virus immun und müsste sich eigentlich nicht mehr impfen lassen. Möglich ist dies aber.
Vor einer Eigendiagnose warnt Berner allerdings. Denn selbst bei den im Robert-Koch-Institut eingereichten Tests der Verdachtfälle wird schließlich nur bei gut 40 Prozent tatsächlich das H1N1-Virus bestätigt. Wer davon ausgeht, dass er die Schweinegrippe hat, sollte sich das daher unbedingt durch einen Test bestätigen lassen.
"Dabei handelt es sich um einen Spaltvirus-Impfstoff", sagt stern.de Grippe-Experte Reinhard Berner. Er enthält also nur Virus-Bruchstücke und nicht ganze, abgetötete Viren. Ganzvirus-Impfstoffe, wie der für die Bundeswehr bestellte Impfstoff "Celvapan", gelten als weniger verträglich.
"Dann wird man leider trotz Impfung krank, da der Impfschutz erst ungefähr nach zwei Wochen aufgebaut ist", sagt stern.de Grippe-Experte Reinhard Berner. Auch ein milderer Verlauf der Grippe sei kaum zu erwarten.
Die Produktion des Impfstoffes gegen die saisonale Grippe war schon weitgehend abgeschlossen, als das H1N1-Virus Anfang dieses Jahres aufgetreten ist. "Das Virus der Schweinegrippe noch zusätzlich in die Impfstoffe gegen die jährliche Influenza zu integrieren, wäre auch nicht sinnvoll", sagt stern.de Grippe-Experte Reinhard Berner, da dann unter anderem neue Zulassungsstudien nötig wären. Allerdings wäre es durchaus möglich gewesen, die Impfung gegen Influenza wie die jährliche Grippeimpfung herzustellen - also ohne die umstrittenen Wirkverstärker. Davon hat die WHO allerdings abgeraten, da schnell ein Impfstoff zur Verfügung stehen sollte. Die USA haben den Impfstoff gegen H1N1 trotzdem konventionell hergestellt. "Dafür haben sie zurzeit aber noch größere Engpässe als Deutschland", sagt Berner
"Es ist sehr wahrscheinlich, dass dies die Nebenwirkungen der Impfung sind", sagt stern.de Grippe-Experte Reinhard Berner. Halten die Symptome länger an, rät er allerdings noch einmal zu einem Arztbesuch
ich vergaß zu erwähnen, dass ich Polizeibeamter bin, und daher die Impfung so früh angeboten bekommen habe. Wir waren vor ein-einhalb Wochen so etwa 50 Leute. Fast allen schmerzte der Impfarm nachher ein wenig. Einer hatte Abends Schüttelfrost, war aber am nächsten Tag ohne Probleme wieder im Dienst.
Stellt Euch nicht so an! Ist echt nicht so schlimm!
Man betrachte das Titelfoto. Ein Polizist wird geimpft. Ganz groß steht das Wort POLIZEI drauf. Das soll unterschwellig Sicherheit vermitteln. Denn da wird ein Mann geimpft der Sicherheit impliziert.
So wird Meinung gemacht und Wiederstände gebrochen.
Ich werde mich definitiv nicht einlullen lassen von der Täglichen Impf-Propaganda und mir schon gar nicht diese ungetestete Plörre spritzen.
also auf der paul-ehrlich-homepage gibt es eine seite mit möglichen fällen von impfschädigungen. ich weiss nicht, warum sie behaupten, diese seien nicht frei einsichtbar.
immer die gleichen Diskussionen in den Kommentaren des Stern, und wohl auch immer die gleichen Experten.
Hier mal ein Lob für stern.de, dass man sich bemüht, die aufgekommenen Fragen möglichst objektiv zu beantworten!!
Meinung ist wichtig, aber in wichtigen Fragen vertraue ich Leuten, die etwas davon verstehen und nicht polemisieren.
Ich bin übrigens seit einer Woche geimpft, und lebe immer noch!!
Industrie bezahlt, die mit Krankheit (Krankheitserfindung) ihr Geld verdienen und die Gesundheitskassen plündern. Deswegen werden diese Experten auch nur einen Rat geben. Die STIKO (ständige Impfkomission) besteht vorwiegend aus solchen Experten.
Alle, die sich nicht verrückt machen lassen wollen, sollten mal diesen Artikel lesen:
tagesspiegel.de/weltspiegel/Schweinegrippe;art1117,2938086
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Und auch alle die meinen, es gäbe keine Experten, die die Impfkampagne kritisch sehen würden. Der Chefarzt im Helios-Klinikum Berlin-Buch und Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hält das nämlich ebenfalls für eine Kampagne der Pharmalobby.
Wie war das jetzt mit den Äpfeln und Birnen? Haha. Jeder(!) Virus mutiert im Laufe der Zeit, das können wir nicht aufhalten. Lesen Sie weniger BILD, das wird Ihnen gut tun. Wieso werden Ihrer 'Meinung' nach eigentlich nicht die jählichen 10.000 bis 30.000 Toten der saisonalen Grippe thematisiert? Die sind auch mit einem Virus infiziert, der jederzeit mutieren kann und dies auch beständig tut. Nicht der Rede wert? Oder stand in der BILD, das H1N1 etwas gaaanz besonderes ist?
geben sich selbst gerne diese Bezeichnung wenn andere es nicht machen. Und die meisten sind auch nicht frei von modischer Hysterie die über Fakten hinweggeht. Erinnert mich an der Milleniahysterie.
Das gilt z.B. genauso für Glutenüberempfindlichkeit; nur 2 von einer Million Menschen leiden nachweislich daran, aber es ist ja Mode, also.... In dem Artikel über Gluten gibt es keine Möglichkeit zu Kommentarisieren, es sei mir deswegen vergeben, daß ich das hier einbinde.
Der Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix ist knapp. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler drängt deshalb den Hersteller zu einer schnelleren Auslieferung. 20 Millionen Dosen und ein besonderes Serum für Schwangere sollen bis Ende Dezember kommen. Doch auch das wird nicht reichen. mehr...