Keine Massenimpfungen!

1. Oktober 2009, 10:57 Uhr

Die Impfstoffe stehen bereit. Im Oktober könnten Millionen Bürger gegen die Schweinegrippe geimpft werden. Aber wie sinnvoll und notwendig ist das eigentlich? Ein Kommentar von Lea Wolz

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Die Europäische Zulassungsstelle Emea hat den H1N1-Impfstoff freigegeben©

In Europa ist der Impfstoff gegen die Schweinegrippe nun zugelassen. Damit können die Impfungen gegen H1N1 jetzt auch in Deutschland beginnen. Gerade rechtzeitig, ist hierzulande doch vielleicht der erste Schweinegrippe-Todesfall zu beklagen. Doch Halt! Ob die vergangene Woche in Essen verstorbene Frau tatsächlich dem H1N1-Virus zum Opfer fiel, ist ungewiss. Bei der übergewichtigen, zuckerkranken Patientin wurden neben H1N1-Viren auch Bakterien gefunden. Sicher ist dagegen: Die Meldung kam zur Unzeit. Denn was hätte die gefühlte Gefahr des Schweinegrippevirus besser verdeutlichen können als das Ereignis in Essen? Ist ein Wendepunkt erreicht? Rollt die viel beschworene zweite, schlimmere Welle der Pandemie an? Sollte man sich besser schleunigst impfen lassen?

Wenn man zu keiner Risikogruppe gehört – sprich weder schwanger ist, noch Diabetes, eine Herz-Kreislauferkrankung, Asthma oder ein beeinträchtigtes Immunsystem hat – gibt es darauf nur eine Antwort: nein! Wie sich die Lage zurzeit darstellt, sind Massenimpfungen so nötig wie ein Schal im Hochsommer. Nach aktuellem Stand haben sich hierzulande gut 21.000 Menschen mit der Schweinegrippe angesteckt. Die meisten Erkrankungen verlaufen mild. Die Anzahl der Influenzaerkrankungen im Herbst liegt laut Robert-Koch-Institut im Bereich dessen, was in dieser Jahreszeit erwartet wurde. Die Gesamtzahl an Influenzaerkrankungen hat sich durch die Neue Grippe bis jetzt nicht merklich erhöht. In den vergangenen Wochen ist die Zahl neu gemeldeter Infektionen sogar rückläufig. Ein Killervirus ist nicht in Sicht. Keine Panik also!

Ärger ist allerdings erlaubt: Über das undurchschaubare Vorgehen und die Kommunikation mancher staatlicher Stellen. Punkt eins: die heraufbeschworene und die tatsächliche Gefahr. Richtig ist, dass Behörden und Politiker in der Pflicht stehen, bei drohenden Gefahren vorzusorgen. Wichtig wäre allerdings auch, auf den Verlauf einer Pandemie zu reagieren. Der ist bei der Schweinegrippe bis jetzt in Deutschland mild. Unbegründete Ängste durch Diskussionen über Schulschließungen und prognostizierte Todesfälle zu schüren, ist daher wenig hilfreich.

Punkt zwei: die Wirkverstärker, die der Impfung beigefügt sind, um eine geringere Antigenmenge zu benötigen. Sie sind alles andere als „fast so etwas wie ‚Bio-Verstärker’“, wie es aus dem für Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Institut verharmlosend heißt. Fakt ist: Der als Adjuvans bezeichnete Zusatzstoff, der die Immunreaktion des Körpers steigern soll, kann die Nebenwirkungen verstärken. Fakt ist auch, dass dieser Wirkverstärker bis jetzt in keinem Impfstoff enthalten ist, der frei verkauft wird. Viel Erfahrung hat man daher nicht damit. Das sollte auch so kommuniziert werden. Und Fakt ist schließlich, dass gerade bei Schwangeren nicht untersucht ist, wie die Bestandteile der Verstärker auf ein geschwächtes Immunsystem wirken. Ein Dilemma! Denn die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Schwangeren, die als besonders gefährdet gelten, einerseits eine Impfung. Andererseits liegen für diese Gruppe keine klinischen Tests vor, die Aufschluss über mögliche Nebenwirkungen von adjuvantierten Impfstoffen geben könnten. Für Ärzte ist die Impfung daher gerade bei dieser Risikogruppe eine Art Blindflug – ein freihändiges Navigieren zwischen möglichem Impfrisiko und -nutzen.

Das wäre vermeidbar gewesen, hätte man hierzulande wenigstens für Schwangere verstärkerfreie H1N1-Impfstoffe bestellt. Für die adjuvantierte Variante entschied man sich in Deutschland und einigen anderen Ländern, da nicht sicher war, ob auf herkömmliche Weise rechtzeitig ausreichend Impfstoffe gegen H1N1 hergestellt werden können. Ein Blick in die USA zeigt nun aber, dass auch die traditionellen Vakzine rechtzeitig da sind. Dort setzt man auf wirkverstärkerfreie H1N1-Impfungen. Die sind nicht anders als der jährliche Grippeimpfstoff. Damit sind genügend Erfahrungen vorhanden. Zudem zeigen Tests, dass eine einzige Dosis dieses Impfstoffes ausreicht, um eine Immunität zu erzeugen. Das hätte möglicherweise auch – Punkt drei – Kosten gespart. Überraschend ist auch, dass sich der geringe Antigenverbrauch der Impfung nicht auf den Preis auswirkt. Billigere Wirkverstärker und weniger Antigen, das müsste eigentlich Geld sparen. Mit 28 Euro für Serum und Impfen ist die H1N1-Vakzine allerdings teurer als die jährliche Grippeimpfung. Für die Pharmakonzerne dürfte dies ein lukratives Geschäft sein. Dem Bürger in Deutschland und anderen europäischen Ländern hingegen bleibt das mulmige Gefühl, für eine Impfung zweiter Klasse gegen eine bis jetzt mild verlaufende Pandemie Millionen Euro auf den Tisch gelegt zu haben.

 
 
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KOMMENTARE (10 von 10)
 
RDUKE7777777 (02.10.2009, 14:22 Uhr)
@tobix
Treffer und Versenkt!
madeyes (01.10.2009, 23:09 Uhr)
auf keinen fall
werde ich das zeug in meinen körper lassen.
stinkesocke (01.10.2009, 23:01 Uhr)
War doch klar
Erst Panik verbreiten, dann fliessen Millionen.
Was heisst Risikogruppe ???
Gehöre ich als Krenskranker dazu ???
Nein , ich habe mich nicht impfen lassen , werde es auch nicht.
Es ist einfach nur erschreckend und traurig, dass die Ängste der menschen in dieser Art und Weise manipuliert werden, und die meisten merken es nicht ein mal.
tobix (01.10.2009, 21:29 Uhr)
Heuchlerei
Ja, die pööhse Regierung hat übertrieben, hat unnötig Ängste und Panik geschürt. Zum Glück hat stern.de sich da konsequent distanziert und nur wenn unbedingt nötig berichtet... klar.
lucifer01 (01.10.2009, 17:54 Uhr)
Impftoff
Hauptsache ist doch, dass die Impstoffhersteller eine Menge Profit (Steuergelder) einnehmen. Ich erinnere nur an die "Milliardenschwere" Ankaufsaktion von Pockenimpstoff, der an einem Geheimgehaltenen Ort vergammelt.
jomimo (01.10.2009, 15:55 Uhr)
Bin schon gespannt ...
was passiert, wenn ich mich partout
nicht zwangsimpfen lassen will ;- )
bayerbienengift (01.10.2009, 14:16 Uhr)
welche Relevanz
hat ein Toter, bei dem Schweinegrippe gefunden wurde, wenn ein Toter nach einem Impfschaden nur an der Impfung gestorben, wenn ein 100%-ger Nachweis stattgefunden hat. Das passiert in der Praxis nie.
Somit bleibt für mich das ohnehin geheimgehaltene Impfregister eine Statistiklüge, um die Konjunkturspritze für die Pharma auf die Allgemeinheit abzuwälzen. Ich lasse mich nicht durchspritzen! Schon gar nicht gegen Krebs,
Alzheimer oder Tierseuchen!

facilidad_de_ser (01.10.2009, 13:52 Uhr)
Goethe hat mal gesagt:
Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns herum immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf.

Was ist also der wahre Sinn dieser Impfung?

Was hier läuft ist nichts anderes als ein RIESEN GROSSER TESTLAUF... WIE reagiert die Bevölkerung auf eine Zwangsimpfung ?! IST es überhaupt möglich?! WER geht durch´s "Netz" ?!

Die Auswertungen werden hinter geschlossenen Türen gemacht. Die Schweinegrippe ist NICHTS anderes als eine TESTIMFPUNG für eine WEITERE IMPFUNG mit dem "VT leider erniedrigten" Mikrochip, der dann folgen wird. Dies in zeitlicher Folge 2012-2013, da es Zeit wird NOCH mehr zu kontrollieren, bedingt durch den Niedergang des Geld-Zinssystem, welches nicht mehr lange gedeckelt werden kann
Malt (01.10.2009, 13:34 Uhr)
Designergrippe!
Und cih bleib dabei, auch wenn es paranoid klingen mag: Diese Grippe ist, ebenso wie die Vogelgrippe, von Pharmakonzernen künstlich érzeugt worden um eine passende Krankheit für Ihre Medikamentwe zu haben!
atticus (01.10.2009, 13:31 Uhr)
Guter Kommentar...
Es ist doch wie immer. Hier wurden knallhart aufgrund von Industrieinteressen Propaganda betrieben. Wie bekommt man soviel Impfstoff wie möglich losgeschlagen - indem man eine Pandemie ungekannten Ausmaßes herbeiprognostiziert, Risiken übertreibt, einzelne Fälle aufbauscht. Ich kann mich nicht erinnern, jemals solche Publicity für die zigtausenden "normalen" Grippeopfer jährlich weltweit erlebt zu haben...
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