Manchmal bleibt die Lust auf der Strecke

Sie haben zwar Lust auf Sex, aber Ihr Körper will nicht so richtig? Oder die Erregung steigt, aber der Orgasmus bleibt aus? Nur nicht verzweifeln. Das lässt sich ändern - wenn auch nicht erzwingen.

Symptome

Körperliche Anzeichen dafür, dass Ihr Körper nicht auf sexuelle Reize reagiert, sind folgende: Die Scheide wird nicht feucht genug, obwohl sie stimuliert wurde. Diese Flüssigkeitsbildung nennen Mediziner Lubrikation. Daneben ist die Vulva nicht ausreichend durchblutet. Sie kann somit nicht anschwellen. Möglich ist auch, dass die Brustwarzen nicht hart werden oder dass die Klitoris und die Schamlippen gefühllos sind. Manchmal dauert es sehr lange, bis die Frau einigermaßen erregt ist, oder sie kann diese Erregung nicht aufrechterhalten. Ein plötzlicher Gedanke an die Einkaufsliste oder den Job, und die Stimulation ebbt wieder ab. Es kann auch vorkommen, dass die Scheide trocken bleibt, obwohl die Frau psychisch stark erregt ist, wohingegen andere berichten, dass sie den Sex nicht genießen können, obwohl sie erregt sind.

Erregt, aber nicht erlöst

Einige Frauen leiden darunter, dass sie nicht oder nur schwer zum Höhepunkt kommen, obwohl sie ausreichend stimuliert wurden und vielleicht auch erregt waren.

Beide Probleme können sich auf verschiedene Weisen äußern. Mediziner unterscheiden einmal zwischen einer primären und sekundären und weiter zwischen einer generellen (oder globalen) und situativen Störung:

  • Primär: Sie haben das Problem schon Ihr Leben lang. Das heißt zum Beispiel, Sie hatten noch nie einen Orgasmus, egal ob mit Partner oder ohne.
  • Sekundär: Das Problem ist im Laufe der Zeit aufgetreten, etwa nach einer Schwangerschaft, Operation oder nach der Menopause. Möglich ist, dass der Orgasmus schwächer ist als früher. Oder dass Sie zwar Lust auf Sex haben und erregt sind, dies aber ab einem gewissen Punkt nicht weitergeht, sodass Sie nicht bis zum Höhepunkt kommen.
  • Global: Das Problem tritt in jeder Situation, mit jedem Partner auf und egal, wie Sie stimuliert werden.
  • Situativ: Ihre Beschwerden sind abhängig von bestimmten Umständen. Es kann etwa sein, dass Sie nur einen Orgasmus haben können, wenn Sie alleine sind. Ist der Partner anwesend, sind Sie gehemmt.

Spielarten des Orgasmus

In vielen Köpfen geistert noch immer ein alter Mythos - der Mythos vom besseren und schlechteren Orgasmus Viele denken, mit ihnen stimmt etwas nicht, weil sie nur kommen, wenn ihre Klitoris berührt wird. Das ist keine Störung, sondern normal - zwei Dritteln aller Frauen geht es nicht anders. Nur etwa ein Drittel der Frauen erlebt den so genannten vaginalen Orgasmus, also allein durch die Bewegung des Penis. Alle anderen müssen nachhelfen. Das ist weder besser noch schlechter, sondern eine Variation.

Übrigens: Ärzte sprechen erst von einer Störung, wenn Sie darunter leiden und dadurch Probleme entstehen, etwa in Ihrer Beziehung. Manche Frauen können Sex genießen, ohne jedes Mal oder überhaupt einen Orgasmus zu haben. Sie sind emotional befriedigt, wenn sie die Nähe des Partners spüren, und genießen die Intimität und die Zärtlichkeit.

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