Manchmal bleibt die Lust auf der Strecke

Sie haben zwar Lust auf Sex, aber Ihr Körper will nicht so richtig? Oder die Erregung steigt, aber der Orgasmus bleibt aus? Nur nicht verzweifeln. Das lässt sich ändern - wenn auch nicht erzwingen.

Therapie der körperlichen Ursachen

Welche Behandlung der Arzt empfiehlt, hängt von den Beschwerden ab. Sind sie die Folge einer Operation, einer Krankheit oder der dagegen verschriebenen Medikamente, wird er zunächst die Grunderkrankung behandeln oder anregen, das Medikament gegen ein anderes auszutauschen.

Es ist möglich, dass allein eine Beratung die Probleme beseitigt. Oft ist das bei jüngeren Frauen der Fall, die schwer zum Orgasmus kommen. Der Therapeut informiert zum einen darüber, wie eine Frau sich selbst befriedigen kann, etwa mit Hilfe von Vibratoren oder Duftölen und klärt über Mythen auf. Zum anderen hilft er dabei, eventuelle Hemmungen oder Schuldgefühle abzubauen und übertriebene Ansprüche aufzulösen.

Ansonsten richtet sich eine Therapie danach, welche Art von Problem vorliegt. Falls Sie früher ein befriedigendes Sexleben hatten und nun aufgrund von hormonellen Veränderungen, Operationen oder Erkrankungen dazu nicht mehr in der Lage sind, wird der Arzt anders vorgehen, als wenn Sie die Beschwerden schon immer hatten oder wenn sie psychisch bedingt sind. Eine optimale Therapie berücksichtigt immer sowohl körperliche als auch psychische Aspekte.

Manchen Frauen helfen Medikamente - aber nicht allen!

Bei sexuellen Problemen nach den Wechseljahren wird der Arzt auf die einzelnen Beschwerden eingehen. Bei geringer Feuchtigkeit wird er Ihnen vielleicht Gleitmittel empfehlen. In Einzelfällen kann er vorschlagen, den Hormonmangel auszugleichen, aber der Einsatz dieser Präparate ist nicht unumstritten. Lassen Sie sich ausführlich über Nutzen und Risiken aufklären, da die Einnahme der Hormone Östrogen und Gestagen für bestimmte Frauen mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs verbunden ist.

Sollten die Untersuchungen ergeben haben, dass Ihre Schwellkörper schlecht durchblutet sind, rät der Arzt Ihnen vielleicht, es mit einem durchblutungsfördernden Medikament mit dem Wirkstoff Sildenafil zu versuchen, das eigentlich für männliche Erektionsstörungen zugelassen ist. Bestimmten Frauen kann das helfen, vor allem jenen, deren sexuelles Erleben sich aufgrund einer Operation oder Erkrankung verschlechtert hat. In Frage kommen auch Testosteronsalben und andere Medikamente. Das entscheidet der Arzt im Einzelfall.

Zur besseren Durchblutung eignet sich auch ein kleines Gerät, das manche Ärzte in ihrer Praxis haben: eine so genannte Vakuum-Pumpe. Dabei stülpen Sie eine kleine weiche Plastik-Haube über die Klitoris und erzeugen mit einer Pumpbewegung ein Vakuum, so dass sie sich vergrößert. Regelmäßig über einige Wochen angewendet, soll es besser zum Orgasmus verhelfen können. Die amerikanische Gesundheitsbehörde hat das Gerät im Jahr 2000 als medizinisches Hilfsmittel zugelassen.

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