Manchmal bleibt die Lust auf der Strecke

Sie haben zwar Lust auf Sex, aber Ihr Körper will nicht so richtig? Oder die Erregung steigt, aber der Orgasmus bleibt aus? Nur nicht verzweifeln. Das lässt sich ändern - wenn auch nicht erzwingen.

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An manchen Tagen bleibt die Lust einfach aus©

Er ist launisch, der Gipfel der Lust. Manchmal ist der Weg hinauf leicht und unbeschwert, und wenn Sie oben angekommen sind, ist der Körper wie elektrisiert. An anderen Tagen ist der Aufstieg mühsam, die Aussicht eher mau. Dann wieder bleibt Ihnen der Zugang versperrt, egal was Sie tun und wie sehr Sie es wollen.

Es ist völlig normal, wenn es gelegentlich im Bett nicht so gut läuft. Geldsorgen, Stress im Job, Streit mit dem Partner - manchmal ist es nicht leicht, sich auf Intimität einzulassen. Außerdem verändert sich der Körper einer Frau im Laufe ihres Lebens, nicht nur äußerlich, sondern auch hormonell durch Schwangerschaft und Geburt, Wechseljahre. All das wirkt sich auf das Liebesleben aus. Sex im Alter ist anders als in jungen Jahren und in einer langen Beziehung anders als beim frisch verliebten Paar. Nicht jedes Problem muss Ihnen Sorgen bereiten. Manches löst sich von alleine.

Leistungsdruck und Teufelskreis

Einige Frauen haben aber nicht nur gelegentlich, sondern häufig oder immer Probleme im Bett. Sie sind schwer zu erregen oder erleben selten bis nie einen Orgasmus. Das kann sehr belastend sein - auch für die Beziehung, wenn Betroffene nicht darüber sprechen. Hat es einige Male nicht geklappt, setzen sich manche unter großen Druck: Wenn das öfter passiert, sind sie enttäuscht und frustriert, haben Angst zu versagen, wollen mit jedem Mal aber umso mehr, dass es funktioniert. Dann klappt es wieder nicht, und sie sind enttäuscht - ein Teufelskreis. Nicht wenige Frauen spielen dem Mann einen Orgasmus vor, um ihn nicht zu enttäuschen oder dem Thema auszuweichen. Doch das löst nichts und verschärft die Situation eher.

Neben der fehlenden Lust und Schmerzen beim Verkehr zählen die Schwierigkeiten bei der Erregung und ein ausbleibender Orgasmus zu den vier sexuellen Funktionsstörungen. Vor allem die letzten beiden Phänomene lassen sich in der Praxis oft schwer voneinander abgrenzen, weil sie einander häufig bedingen. Wenn Frauen etwa nicht so leicht zu erregen sind, kommen sie oft auch schwerer zum Höhepunkt. Doch auch die Lust kann darunter leiden, wenn eine Frau kaum auf Erotik reagiert. Angst vor Schmerzen hemmt die Libido, und das wiederum erschwert es, überhaupt in Fahrt zu kommen.

Wie viele Frauen unter sexuellen Problemen dieser Art leiden, ist nicht genau bekannt. Die Angaben variieren - je nach Alter und je nachdem, worunter die Frau nun genau leidet und wie viele Störungen in einer Erhebung berücksichtigt wurden. Ärzte schätzen, dass etwa ein Viertel der erwachsenen Frauen Schwierigkeiten mit der Erregung oder dem Orgasmus haben, und dass diese eher zunehmen, wenn die Frau älter wird. Beides kann aber in jedem Alter auftreten.

Noch ist vieles unklar

Weibliche Sexualität ist komplex und längst nicht ausreichend erforscht. Vor einigen Jahren noch haben Mediziner es schnell auf die Seele geschoben, wenn Frauen im Bett Probleme hatten. Ganz so einfach ist es aber nicht. Zwar stecken tatsächlich meist Ängste, persönliche Erfahrungen oder Beziehungsprobleme hinter solchen Beschwerden. Doch es kann auch an einer Krankheit liegen oder an den Medikamenten, die dagegen verschrieben werden.

Vielen Frauen kann geholfen werden, wenn sie sich einmal überwinden, Hilfe zu suchen. Es gehört Mut dazu, solchen Dingen auf den Grund zu gehen - aber es lohnt sich. Denn die Sexualität gehört zum Menschen, und ohne sie geht ein Stück Lebensqualität verloren.

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