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Engpass am Penis

Die Vorhaut lässt sich nicht über die Eichel rollen. Sie spannt und schmerzt beim Sex. Das sind Zeichen für eine Vorhautverengung. Sie muss auf jeden Fall behandelt werden.

  Bei einer Phimose kann in jüngeren Jahren oft schon eine Salbe helfen - sonst muss operiert werden

Bei einer Phimose kann in jüngeren Jahren oft schon eine Salbe helfen - sonst muss operiert werden

Die meisten Jungs wissen, wie ihre Eichel aussieht. Sie müssen nur ihre Vorhaut zurückschieben, um sie freizulegen. Bei einigen ist das jedoch nicht so einfach. Fachleute unterscheiden verschiedene Grade der Vorhautverengung, die auch als Phimose bezeichnet wird. Ist die Vorhaut vollständig verengt, lässt sich die Vorhaut nicht einmal bei einem schlaffen Penis über die Eichel rollen. Ist sie unvollständig verengt, dann passt sie zwar noch über einen entspannten, aber nicht mehr über den erigierten Penis. In beiden Fällen ist der Besuch beim Urologen zu empfehlen. Er wird die verschiedenen Möglichkeiten erläutern, mit denen sich die Vorhaut weiten lässt. In manchen Fällen hilft schon eine Salbe, in anderen nur das Skalpell.

Vorsicht: Versuchen Sie niemals, Ihre enge Vorhaut oder die Ihres Sohnes mit Gewalt zurück zu schieben. Sie kann einreißen und vernarben. Oder sie kann sich hinter der Eichel verkeilen und den Blutfluss abquetschen. Das ist ein Notfall.

Ursachen

Die Vorhaut entwickelt sich vor der Geburt. Anfangs ist sie nur ein Hautring, der fest mit der Eichel des Embryos verwachsen ist. Erst mit der Zeit lösen sie sich voneinander. In vielen Fällen klebt die Vorhaut auch nach der Geburt noch an der Eichel. Im Alter von vier Jahren können 90 Prozent der Jungen ihre Vorhaut nach hinten über die Eichel schieben. Unter den 16-Jährigen sind es 99 Prozent. Bei jedem hundertsten Jungen löst sie sich aber nicht von alleine.

Bei einigen Männern verengt sich die Vorhaut erst im Laufe des Lebens. Dafür gibt es verschiedene Ursachen: häufig auftretende Harnwegsinfektionen, Entzündungen von Vorhaut und Eichel oder eine Verletzung der inneren Schicht der Vorhaut. In all diesen Fällen können sich Narben bilden, die dann Vorhaut verengen. Besonders oft entzündet sich die Vorhaut bei Diabetikern.

Manchmal büßt die Vorhaut einfach mit den Jahren stark an Elastizität ein. Eine weitere Ursache ist das Lichen sclerosus. Diese Krankheit führt dazu, dass die Haut verhornt, häufig an den Genitalien. Es bilden sich helle, porzellanartige Flecken auf der Haut. Sie juckt und entzündet sich schnell. Verhornt die Vorhaut, dann schrumpft sie und wird enger. Auf der Unterseite des Penis verbindet ein Hautbändchen Eichel und Vorhaut. Ist es zu kurz, fühlt sich das manchmal ähnlich an wie eine Phimose: Betroffene können die Vorhaut nicht zurückziehen. Und sie haben Schmerzen, wenn der Penis anschwillt.

Symptome

Eine Vorhautverengung lässt sich leicht feststellen: Männer oder Jungs können die Vorhaut ihres steifen Penis nicht oder nur ein bisschen zurück schieben, weil sie nicht über die Eichel passt. Häufig schmerzt die Vorhaut daher beim Sex oder bei der Selbstbefriedigung.

Die enge Vorhaut kann auch das Wasserlassen behindern. Verdeckt sie die Öffnung der Harnröhre, kann der Urin-Strahl beim Pinkeln schwach oder verdreht sein. Manchmal sammelt sich der Urin auch in der Vorhaut. Der schützende Sack bläht sich dann langsam wie ein Ballon auf. In seltenen Fällen ist Pinkeln sogar kaum noch möglich.

Ist die Vorhaut zu eng, lässt sich die Eichel nur schwer reinigen. So sammeln sich dort abgestorbene Haut, Talg, Sperma und Urinreste. Fachleute nennen diese Schmiere Smegma. Sie kann unangenehm riechen und Entzündungen an Vorhaut und auslösen.

Notfall: Spanischer Kragen

Wer die Vorhaut mit Gewalt zurück schiebt, kann die Eichel einklemmen. Am häufigsten passiert es beim Sex oder beim Masturbieren. Ärzte nennen den Vorfall eine Paraphimose. Sie ist ein medizinischer Notfall: Die enge Vorhaut schnürt die Blutversorgung ab, die Eichel und die innere Schicht der Vorhaut schwellen an. Die Eichel läuft schnell blau an. Darunter bildet sich ein dicker Ring, der wegen seines Aussehens auch Spanischer Kragen genannt wird.

Von alleine verschwindet die schmerzende Wulst nicht. Der Arzt versucht, die Schwellung so lange zu drücken und zu massieren, bis sie zurückgeht und der Vorhautring wieder über die Eichel passt. Damit die gefährliche Panne nicht wieder passiert, entfernt er anschließend häufig die Vorhaut.

Therapie

Besonders Jungen vor der Pubertät haben gute Chancen, mit einer Salbe die lästige Enge am Penis loszuwerden. Sie schieben die Vorhaut vorsichtig nach hinten, gerade so weit wie möglich. Dann cremen sie die Penisspitze ein. Meistens enthält die Salbe Kortison. Es verhindert, dass sich Vorhaut und Eichel entzünden oder anschwellen. Weitere Bestandteile der Salbe machen die Haut elastischer. Nach drei bis sechs Wochen lösen sich bei 50 bis 90 Prozent die Verklebungen, die Phimose bildet sich zurück.

Dann heißt es: Abwarten bis zur Pubertät. Wenn der junge Mann sexuell aktiv wird, zeigt sich, ob die Vorhaut weit genug ist. Entpuppt sie sich als zu eng, ist eine Operation notwendig.

Klassische Beschneidung

Bei der klassischen Beschneidung entfernt der Arzt die gesamte Vorhaut. Zuerst löst er die Haut vorsichtig von der Eichel. Anschließend fasst er sie mit zwei Pinzetten an und spannt sie. Er schneidet zuerst die äußere und dann die innere Vorhautschicht ab. Ist das Blut gestillt, näht er die beiden Vorhautschichten mit sich selbst auflösendem Faden wieder zusammen. Bei einer Teilbeschneidung legt der Arzt nicht die komplette Eichel frei, sondern erhält einen Teil der Vorhaut.

Für die Beschneidung von Neugeborenen und Kleinkindern gibt es noch zwei weitere Methoden: die Gomcoklemme oder die Plastibell-Methode. In beiden Fällen klemmt die Ärztin die Vorhaut ab und unterbindet so die Blutzufuhr. Bei der Gomcoklemme wird die Vorhaut nach etwa zehn Minuten mit dem Skalpell abgeschnitten. Bei der Plastibell-Methode schiebt der Arzt eine Art Kunststoffglocke über die Eichel, zieht die Vorhaut darüber und bindet sie am Rand der Glocke ab. Der abgeschnürte Vorhautrest stirbt ab und fällt nach ein paar Tagen von allein ab.

Erweiterungsplastik

Für Männer, die ihre Vorhaut erhalten möchten, gibt es die Erweiterungsplastik. Die Ärztin schneidet die Vorhaut einmal oder an mehreren Stellen ein und vernäht sie anschließend quer. Während die Hautteile zusammenwachsen, bildet sich dazwischen Narbengewebe. Damit soll etwas Platz gewonnen werden. Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Narben schrumpfen und die Vorhaut erneut verengen.

Ist das Vorhautbändchen zu kurz, trennt es der Arzt mit einem kleinen Schnitt durch. Anschließend näht er die Enden so am Penis fest, dass ein Stück Penishaut dazwischen liegt und das Band verlängert. Die Alternative ist: Er entfernt das Bändchen komplett.

Wie bei jeder Operation sind Komplikationen möglich. Manchmal bilden sich Ödeme, weil sich Wasser im Gewebe ansammelt. In anderen Fällen blutet die Wunde noch einige Tage. Außerdem können störende Narben zurückbleiben.

Ohne eine Therapie jedoch kommt es immer wieder zu Entzündungen, zu Schmerzen beim Sex und Problemen beim Wasserlassen. Außerdem gehen einige Wissenschaftler davon aus, dass mit einer Phimose die Gefahr erhöht ist, an Peniskrebs zu erkranken. Denn im Smegma unter der Vorhaut sollen sich mit der Zeit krebserregende Stoffe bilden. Der genaue Zusammenhang ist allerdings noch unklar. Viele Urologen oder Chirurgen bieten eine Beschneidung in ihrer Praxis an. Die Operation dauert etwa eine halbe Stunde. Nach ein paar Stunden kann der Betroffene wieder nach Hause gehen. Bis die Wunde verheilt ist, dauert es allerdings etwa zwei Wochen.

Liegt eine Phimose vor, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Operation. Wenn Sie Ihr Kind aus religiösen Gründen beschneiden lassen möchten, müssen Sie die Behandlung dagegen meist selbst bezahlen. Der Eingriff kostet etwa 300 Euro.

Mehr zum Thema Penis finden Sie bei Menshealth.de

Nicole Simon

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