Verhütung zum Schlucken

Bei der Verhütung steht die Antibabypille an erster Stelle. Allerdings eignen sich die Präparate nicht für jede Frau. Und die Pille kann Nebenwirkungen mit sich bringen.

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Inzwischen sind viele verschiedene Arten der Antibabypille auf dem Markt©

Die Pille ist auch nicht mehr das, was sie einmal war. Denn die eine Pille gibt es längst nicht mehr. Vielmehr können Sie zwischen vielen verschiedenen Präparaten wählen - mehr als 50 sind derzeit auf dem deutschen Markt erhältlich. Sie unterscheiden sich in der Menge der Hormone und im Einnahmeschema.

Grob lässt sich die Pille in zwei Formen unterteilen:

  • Kombinationspräparate enthalten zwei Hormone: Östrogen und Gestagen.
  • Die Minipille enthält nur Gestagen.

Die Mikropille bezeichnet keinen eigenen Pillentyp, sondern zählt zu den Kombipräparaten. Der Name ist auf eine besonders niedrige Dosierung zurückzuführen, die sie früher von anderen Pillen unterschied. Heute sind aber alle gängigen Präparate niedrig dosiert, daher ist der ehemalige Unterschied bedeutungslos geworden.

Die Kombination macht's

Die meisten Frauen entscheiden sich für eine Kombi-Pille, die den Zyklus auf einen 28-Tage-Rhythmus trimmt: Sie nehmen die Tabletten 20 oder 21 Tage lang ein, dann folgt eine acht- oder siebentägige Pause, die zu einem verminderten Hormonspiegel im Blut führt. In dieser Zeit stößt die Gebärmutter ihre Schleimhaut ab, es kommt zur Blutung und ein neuer Zyklus beginnt. Je nach Präparat kann die Einnahme auch 22 oder 24 Tage dauern, die Pause ist dann entsprechend sechs beziehungsweise vier Tage lang. In manchen Packungen stecken auch 28 Tabletten, wobei die letzten sieben wirkstofffrei sind. Manche Frauen machen auf diese Weise weniger Fehler bei der Einnahme, weil sie keine Pause einhalten müssen.

Die Hormone wirken in allen Kombi-Pillen gleich: Sie unterdrücken den monatlichen Eisprung, verdicken den Schleim am Gebärmuttereingang, so dass Spermien nicht eindringen können, und hemmen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Ein befruchtetes Ei kann sich demnach nicht einnisten. Wie gut die jeweilige Pille vertragen wird, hängt von der jeweiligen Zusammensetzung ab - jede Frau reagiert anders.

Die Kombinationspräparate lassen sich einteilen in:

  • Einphasenpillen: Alle Tabletten haben die gleiche Zusammensetzung, das heißt, Sie nehmen drei Wochen lang jeden Tag die gleiche Pille ein.
  • Zweiphasenpillen: In der ersten Einnahmephase schlucken Sie nur östrogenhaltige Tabletten. In der zweiten Einnahmephase enthalten die Tabletten beide Hormone, Östrogen und Gestagen. Hier ist es sehr wichtig, die Reihenfolge einzuhalten, sonst besteht kein Schutz.
  • Dreistufenpillen: Bei diesen Pillen nehmen Sie Östrogene und Gestagene gleichzeitig ein, allerdings schwanken die Dosierungen innerhalb des Monats. Die Hormonverhältnisse sind dann dem natürlichen Zyklus angepasst. Auch hier ist die richtige Reihenfolge entscheidend.

Schutz vom ersten Tag - aber anfällig für Fehler

Die Pille eignet sich für viele Frauen, vor allem aber für junge Mädchen, die nicht schwanger werden wollen. Wird sie richtig eingenommen, bietet die Pille vom ersten Tag an Schutz und zählt zu den sichersten Methoden. Der Pearl-Index liegt bei 0,1 bis 0,9, wobei Pannen häufig selbst verursacht sind. Doch selbst Vergesslichkeit ist in einem gewissen Rahmen einkalkuliert: Sie haben bis zu zwölf Stunden Zeit, die Einnahme nachzuholen - die Minipille erlaubt nur eine Verspätung von maximal drei Stunden - und können wie gehabt weitermachen. Zur Gewohnheit werden sollte das jedoch nicht. Geschieht das zu oft, müssen Sie zusätzlich mit einem Kondom verhüten.

Lassen Sie sich unbedingt von Ihrem Arzt über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten aufklären. Antibiotika, Abführ-, Beruhigungs- und Schmerzmittel - auch Johanniskraut - sowie entzündungshemmende Medikamente können die Sicherheit beeinträchtigen, ebenso wie Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen oder Durchfall. Auch die Zeitverschiebung bei Reisen kann ein Problem sein.

Statistik In Sachen Verhütung entscheiden sich die meisten Frauen nach wie vor für die Pille: Insgesamt 55 Prozent sind es laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren.

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