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Wenn Babys noch nicht erwünscht sind

Die Pille ist längst nicht mehr das einzige hormonelle Verhütungsmittel. Neben Tablette und Spirale gibt es heute auch Ringe, Pflaster, Spritzen und Implantate. Frau muss sich gut informieren.

  Die meisten Frauen verhüten mit der Pille

Die meisten Frauen verhüten mit der Pille

In Sachen Verhütung entscheiden sich die meisten Frauen nach wie vor für die Antibabypille: Insgesamt 55 Prozent sind es laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren.

Doch die Pille hat sich nicht nur verändert - daneben sind auch viele andere Produkte auf den Markt gekommen. Welche Methode sich für Sie am besten eignet, ist abhängig von vielen Faktoren: Ihrem Alter, Ihrer Lebensphase, Ihrem Kinderwunsch. Möglicherweise sind Sie jung und denken noch gar nicht an Kinder. Oder Sie wollen welche, aber erst in zwei, drei Jahren. Vielleicht haben Sie gerade ein Baby bekommen oder schon mehrere Kinder und wollen die nächsten Jahre kein weiteres - alles Situationen, für die es unterschiedliche Lösungen gibt.

Risikofaktoren und Gewohnheiten beachten

Auch Krankheiten und Beschwerden sind bei der Suche nach der optimalen Verhütung zu berücksichtigen: Manche Frauen dürfen die Pille, und hier vor allem östrogenhaltige Präparate, nicht oder nicht mehr nehmen, weil sie rauchen und mit der Pille ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose oder Herz-Kreislauferkrankungen hätten. Oder die Gebärmutter ist zu klein für eine Spirale. Jede Frau reagiert individuell - immerhin greifen hormonelle Methoden in den sensiblen Hormonhaushalt ein, mal mehr, mal weniger stark. Unter Umständen müssen Sie Verschiedenes ausprobieren, bis Sie eine Lösung gefunden haben, mit der Sie zufrieden sind.

Nicht zuletzt sind auch Vorlieben oder Gewohnheiten entscheidend: Wenn Sie etwa dazu neigen, die Einnahme der Pille zu vergessen, im Schichtdienst arbeiten oder viel reisen und in verschiedenen Zeitzonen unterwegs sind, bietet Ihnen womöglich eine längerfristige Methode zuverlässigeren Schutz. Denn der Erfolg einer Pille hängt unter anderem von der richtigen Einnahme ab - bei anderen Methoden müssen Sie sich darum nicht kümmern.

Kurz- und langfristige Methoden

Grob lassen sich die hormonellen Verhütungsmethoden in zwei Gruppen einteilen: die kurzfristigen und die langfristigen. Die kurzfristigen Methoden werden täglich, wöchentlich oder monatlich eingesetzt. Dazu gehören die Pille, das Verhütungspflaster und der Vaginalring. Meist enthalten sie zwei Hormone, ein Östrogen und Gestagen, deshalb nennt man sie auch Kombinationspräparate. Es gibt aber auch eine Pille, die nur ein Gestagen enthält.

Daneben haben Sie auch die Möglichkeit, langfristig zu verhüten: über ein Vierteljahr mit der Dreimonatsspritze, über mehrere Jahre mit dem Verhütungsstäbchen und der Hormonspirale. Diese Methoden enthalten nur ein Gestagen. Sie eignen sich vor allem für Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen oder wegen der Nebenwirkungen keine Östrogene einnehmen dürfen. Depotspritze und Hormonspirale sind auch während der Stillzeit geeignet. Allerdings beeinflussen alle langfristigen Methoden häufig die Regelblutung.

Sie werden sehen: Alle Methoden haben Vor- und Nachteile, die bei der Auswahl gegeneinander abgewogen werden müssen. Lassen Sie sich daher ausführlich von Ihrem Arzt beraten. Sicher sind die hormonellen Verhütungsmittel alle. In diesem Zusammenhang taucht häufig der Pearl-Index auf - er dient als Richtwert und sagt etwas über die Versagerquote aus. Der amerikanische Statistiker Raymond Pearl entwickelte diese Methode 1932, dahinter verbirgt sich folgende Berechnung: Forscher haben in Studien jeweils ermittelt, wie viele von insgesamt 100 Frauen innerhalb eines Jahres schwanger wurden, obwohl sie mit einer bestimmten Methode verhütet haben. Wird eine schwanger, liegt der Index bei 1. Je weniger Schwangerschaften aufgetreten sind, desto niedriger der Pearl-Index. Und je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer die Methode.

Eines können die hormonellen Verhütungsmethoden nicht leisten: Sie schützen nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Wer in dieser Hinsicht auf Nummer sicher gehen will, muss die jeweilige Methode zusätzlich mit einem Kondom kombinieren.

Sonja Helms

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