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Hindernisse für Spermien

Die Entscheidung gegen hormonelle Verhütung kann viele Gründe haben: Manche Frauen vertragen sie nicht, anderen sind sie nicht (mehr) geheuer. Was auch immer dagegen spricht - es gibt Alternativen.

  Kondome dienen nicht nur der Verhütung, sie schützen auch vor Geschlechtskrankheiten

Kondome dienen nicht nur der Verhütung, sie schützen auch vor Geschlechtskrankheiten

Keine Verhütungsmethode ist für jede Frau in jedem Lebensabschnitt gleichermaßen gut geeignet, das gilt sowohl für hormonelle als auch nicht-hormonelle Lösungen. Welche für Sie persönlich die beste ist, hängt von vielen Faktoren ab: der Lebenssituation, dem Alter, individuellen Beschwerden oder Erkrankungen, um nur einige zu nennen. Auch persönliche Vorlieben und Gewohnheiten spielen mit hinein.

Kondom und Spirale nach der Pille am beliebtesten

Die meisten Frauen entscheiden sich zwar immer noch für die Pille - laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung insgesamt 55 Prozent der Befragten, wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren. Doch an zweiter und dritter Steller stehen nicht-hormonelle Anwendungen: das Kondom und die Spirale. Alles andere bewegte sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Eine Sterilisation des Mannes war für drei Prozent der Befragten die Methode der Wahl, gefolgt von der Sterilisation der Frau mit zwei Prozent. Temperaturmessen und Babycomputer kamen auf jeweils ein Prozent. Andere nicht-hormonelle Methoden wie Diaphragma, Femidom oder chemische Mittel spielten kaum eine Rolle: Für sie hatten sich jeweils weniger als ein Prozent der Personen entschieden.

Folgende Fragen können Ihnen bei der Suche nach der idealen Methode helfen: Wünschen Sie eine lang- oder kurzfristige Lösung? Wollen Sie sich jeden Tag, im Bedarfsfall oder am liebsten gar keine Gedanken um Verhütung machen? Spielen Kosten eine Rolle? Wenn es Ihnen zum Beispiel vor allem darum geht, dass die Methode sicher und bequem ist, Sie aber nicht ständig daran denken wollen, sind Sie vielleicht mit einer Spirale gut beraten, sofern keine gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen. Das wäre eine langfristige, bequeme Lösung. Viele Frauen steigen zum Beispiel von der Pille auf die Spirale um, nachdem sie ein Kind bekommen haben.

Gezielte Verhütung nur bei Bedarf

Einige Frauen wollen nur verhüten, wenn sie auch tatsächlich intim sind mit einem Mann, vor allem, wenn sie keinen festen Partner haben. Für sie kämen eher das Kondom und das Diaphragma infrage. Andere wiederum lassen sich sterilisieren, weil ihre Familienplanung abgeschlossen ist. Wenn Sie einen latenten Kinderwunsch haben und kein Problem damit, sich jeden Tag mit Ihrem Körper und Ihren fruchtbaren Tagen zu beschäftigen, ist die "Natürliche Familienplanung" vielleicht interessant für Sie. Aber Vorsicht: Das erfordert viel Selbstdisziplin und Eigenverantwortung. Und es dauert etwas, sich mit der Methode vertraut zu machen. Wenn Ihnen das zu aufwändig und umständlich erscheint, ist die Gefahr, dass die Methode versagt, besonders hoch.

Bei allen Verhütungsmitteln verrät Ihnen der so genannte Pearl-Index, wie zuverlässig die jeweilige Methode ist. Er geht auf den amerikanischen Statistiker Raymond Pearl zurück, der bereits 1932 ein einheitliches Maß für die Berechnung der Versagerquote entwickelt hat. Hinter dem Index verbirgt sich folgende Untersuchung: Wenn 100 Frauen ein Jahr lang nach einer bestimmten Methode verhütet haben, schauen die Forscher, wie viele davon trotz Verhütung schwanger geworden sind. Das bedeutet: Je weniger Schwangerschaften, desto niedriger der Pearl-Index. Und je niedriger der Pearl-Index, desto sicherer die Methode.

Noch ein Wort zu einer Verhütungsmethode, die keine ist: der berühmt-berüchtigte Coitus interruptus. Das heißt so viel wie unterbrochener Geschlechtsverkehr - kurz bevor der Samen sich ergießt - und steckt in dem Satz "Ich passe schon auf". Nicht nur, dass dies sehr schwierig umzusetzen ist, bietet dies keinen ausreichenden Schutz vor Schwangerschaft. Denn auch vor dem Samenerguss können Spermien austreten. Der Pearl Index liegt hier zwischen 10 und 38.

Langzeitverhütung: Spirale

Wenn Sie zwar dauerhaft verhüten, aber nicht mehr täglich die Pille einnehmen oder täglich an Verhütung denken wollen, ist die Spirale für Sie womöglich gut geeignet. Mit ihr sind Sie das Thema gleich für mehrere Jahre los.

Nach Pille und Kondom ist die Spirale die dritthäufigste Verhütungsmethode, wobei sich vergleichsweise häufig die 30- bis 44-Jährigen dafür entscheiden. Doch auch bei jüngeren Frauen ist das Interesse vereinzelt gestiegen, weil sie meinen, der Eingriff in den Körper sei geringer als bei der Pille, die Spirale bequem und auf die Dauer von drei bis fünf Jahren gerechnet nicht teuer. Die Kosten liegen zwischen 130 und 200 Euro.

Von den so genannten Intrauterinpessaren (IUP), wie Mediziner die Spirale nennen, gibt es verschiedene Typen. Die wichtigsten sind die Kupferspirale, zu der auch die neuere Entwicklung der Kupferkette gehört, und die Hormonspiralen.

Hohe Sicherheit, lange Nutzung

Der Pearl-Index der Kupferspirale liegt zwischen 0,5 und 3. Damit gehört sie zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden. Wenn der Arzt sie erst einmal in die Gebärmutter eingesetzt hat, kann sie drei bis fünf Jahre dort bleiben. Manchmal sind auch längere Liegedauern möglich. Idealerweise wird sie in den letzten Tagen der Regel eingesetzt, um zu verhindern, dass die Spirale etwa bei einer Frühschwangerschaft einlegt wird.

Der T-förmige Kunststoffkörper ist etwa 2,5 bis 3,5 Zentimeter lang. Am Schaft ist er mit einem dünnen Kupferdraht umwickelt, der kontinuierlich kleinste Mengen an Kupfer abgibt. Die Kupferionen verändern das Milieu in der Gebärmutter sowie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Das stört einmal die Samenzellen in ihrer Beweglichkeit, so dass eine Befruchtung nicht zustande kommen kann. Wenn es eine Samenzelle doch bis zu einer Eizelle geschafft hat, kann sich das befruchtete Ei nicht einnisten. Diese Veränderungen bilden sich zurück, sobald der Arzt die Spirale wieder zieht. Schon einen Monat später könnten Sie theoretisch schwanger werden.

Regelmäßige Kontrollen sind wichtig

Neben dem Kupfer ist auch die richtige Größe und Lage der Spirale entscheidend. Gleich nach dem Einsetzen und dann nach sechs Wochen sollte Ihr Arzt die Lage kontrollieren. Im Anschluss sollten Sie sich spätestens alle sechs Monate untersuchen lassen - erst recht, wenn Sie den Kontrollfaden nicht mehr ertasten können. Manchmal kommt es vor, dass die Spirale während der Periode ausgestoßen wird oder innerhalb der Gebärmutter verrutscht.

Zum Arzt sollten Sie auch gehen, wenn Nebenwirkungen auftreten. Die Menstruation fällt oft stärker aus oder kann länger andauern und Regelschmerzen bewirken. Daher empfehlen Mediziner diese Verhütung nur jenen Frauen, die vorher keine Probleme mit ihrer Periode hatten. Entzündungen können ebenfalls auftreten, etwa Eileiter oder Gebärmutterschleimhautinfektionen, deren Erreger beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können - vor allem in den ersten sechs Wochen nach dem Einsetzen. Eine gründliche Voruntersuchung sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind deshalb sehr wichtig.

Die Spirale kommt für Sie nicht infrage, wenn Sie Unterleibsentzündungen haben oder unter einer Fehlbildung der Gebärmutter leiden. Auch wenn Sie schon einmal eine Eileiterschwangerschaft hatten oder allergisch auf Kupfer reagieren, ist dies nicht empfehlenswert. Über weitere mögliche Risiken klärt Sie Ihr Arzt auf.

Kupferkette - die neue Form der Kupferspirale

In den letzten Jahren sind viele Frauen auf die Kupferkette aufmerksam geworden. Sie zählt zur Spirale, auch wenn sie optisch nicht mehr viel mit ihr zu tun hat. Bei der Kupferkette sind die Kupferelemente an einem Kunststofffaden aufgereiht, der etwa einen Zentimeter tief in der Gebärmutterwand verankert wird. Sie ist insgesamt zwei bis drei Zentimeter lang, wirkt wie die herkömmliche Spirale und kann ebenso mehrere Jahre lang im Körper bleiben.

Nach Angaben des Herstellers sollen Kupferketten seltener verrutschen und ausgestoßen werden als die herkömmliche Spirale. Auch die verstärkten Blutungen kämen nicht so häufig vor wie bei der Spirale, heißt es. Tatsächlich kommen unabhängige Studien zu anderen Ergebnissen; Langzeiterfahrungen fehlen. Entscheidend ist hier, dass das Einlegen der Kupferkette ein besonderes Training des Arztes erfordert - wenn der nicht geübt ist, kann es eher passieren, dass sie ausgestoßen wird oder verrutscht. Für die meisten Frauen bieten die Kupferketten nach heutigem Kenntnisstand keine eindeutigen Vorteile gegenüber der normalen Spirale, sagen Experten. In manchen Fällen kann die Kupferkette aber eine gute Alternative sein, etwa, wenn die Gebärmutterhöhle verformt ist. Sie kommt auch als Methode der Nachverhütung infrage.

Mechanische Methoden: Kondom und Femidom

Anders als die Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel, die in den Hormonhaushalt der Frau eingreifen, basiert die Wirkung der mechanischen und chemischen Verhütungsmethoden auf einem einfachen Prinzip: Sie töten die Samenzellen ab, schränken sie in ihrer Bewegungsfähigkeit ein oder versperren den Samen den Zugang zur Eizelle. Wenn diese nicht befruchtet wird, gibt es keine Schwangerschaft.

So simpel die Idee ist, so vielfältig sind die Methoden. Welche Ihnen am besten zusagt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Allen gemeinsam ist, dass sie bei Bedarf einsetzbar sind, und Sie nicht jeden Tag damit zu tun haben müssen. Das ist vor allem interessant für jene, die keine dauerhafte Verhütung wünschen oder keinen festen Partner haben.

Wie eine zweite Haut: das Kondom

Noch immer ist das Kondom neben der Sterilisation die einzige Verhütungsmethode, mit welcher der Mann sich in Sachen Verhütung aktiv einbringen kann. Und es ist das einzige Verhütungsmittel, das vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützt - nicht nur vor HI-Viren, sondern auch vor Hepatitis, Chlamydien, Trichomonaden oder HP-Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Vor allem dieser Aspekt hat dem Kondom in den vergangenen Jahren zu einem besseren Image verholfen.

Das Kondom ist selbsterklärend - jeder hat schon mal eines gesehen und weiß, wie es funktioniert. Im Wesentlichen ist es ein dünner, äußerst dehnbarer Latexschlauch, der eng auf dem Penis aufliegt und vorne einen kleinen zipfelförmigen Behälter für die Samenflüssigkeit hat. Seine Oberfläche ist meistens mit einem Gleitmittel behandelt. Sie bekommen Kondome in vielen Farben, Formen und Größen. Wenn Sie allergisch gegen Latex sind, können Sie welche aus Polyurethan kaufen. Wie sicher ein Kondom vor Schwangerschaft schützen kann, hängt in erster Linie vom Geschick des Mannes ab. Entscheidend ist, dass die Geschlechtsorgane keinen direkten Kontakt haben, dass die Samenflüssigkeit also nicht in die Scheide gelangt. Wer routiniert mit Kondomen umgehen kann und Fehler vermeidet, hat ein ziemlich sicheres Verhütungsmittel. Da dies nicht bei allen Personen und nicht immer der Fall ist, schwankt der Pearl-Index zwischen 2 und 12.

Ungeduld und scharfe Kanten

Typische Pannen passieren, wenn die Kondom-Packung von spitzen Gegenständen beschädigt oder geöffnet wird - selbst Fingernägel können tückisch sein. Problematisch kann es auch werden, wenn Sie es zu kräftig oder falsch herum überziehen. Oder wenn Sie es beim Herausziehen nicht festhalten, so dass es abrutscht. Achten Sie darauf, dass das Kondom nicht mit einer fett- oder ölhaltigen Substanz in Berührung kommt, etwa einem chemischen Verhütungsmittel, einer Gleitcreme oder einem Medikament gegen Scheideninfektionen. Das Öl würde das Material angreifen. Benötigen Sie ein Gleitmittel, empfehlen sich Kondome aus Polyurethan.

Wichtig ist auch eine gute Qualität. Seit über zehn Jahren gelten Kondome in der Europäischen Union als Medizinprodukt und unterliegen bestimmten gesetzlichen Vorschriften. Auf der Schachtel oder Folie muss daher ein CE-Kennzeichen aufgedruckt sein - ohne dieses Zeichen dürfen seit 1997 keine Kondome mehr verkauft werden. Und berücksichtigen Sie das Verfallsdatum: Kondome sind nur etwa vier Jahre haltbar, bei schlechter Lagerung auch kürzer. Vor allem Hitze und Licht lassen sie porös werden.

Manche Menschen empfinden Kondome als störend oder beklagen, dass sie den Partner damit weniger spüren. Andere sind gehemmt, erst recht, wenn sie den Partner noch nicht so gut kennen. Tatsächlich kann es zu peinlichen Momenten kommen. Insgesamt überwiegen aber die Vorteile: Kondome sind leicht zu besorgen und günstig. 40 bis 70 Cent kosten sie pro Stück - nur die Polyurethan-Variante ist mit etwa fünf Euro pro Stück recht teuer. Sie sind frei von Nebenwirkungen und können andere Verhütungsmittel ergänzen.

Das Kondom für die Frau

Seit den 90er-Jahren gibt es auch für Frauen eine Kunststoffhülle, die wie eine zweite Haut wirkt: das Femidom. Der Schlauch aus Polyurethan ist etwa 18 Zentimeter lang und hat an beiden Enden einen biegsamen Ring. Der kleinere Ring am geschlossenen Ende wird mit dem Finger tief in die Vagina eingeführt und legt sich wie ein Diaphragma auf den Muttermund. So wird verhindert, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen. Der äußere Ring liegt über den großen Schamlippen und hält das Femidom dort, damit es nicht in die Scheide rutschen kann.

In der Handhabung scheint das Femidom eher umständlich zu sein. Auch wegen der Geräusche während des Geschlechtsverkehrs empfinden es viele Paare als störend. Seit einigen Jahren ist allerdings eine "geräuschfreie" Latex-Variante erhältlich. Das Femidom kann aber auch hinein- oder herausrutschen und ist nicht gerade günstig. Bislang spielt es bei der Verhütung in Deutschland kaum eine Rolle. Zudem gibt es keine aussagekräftigen Studien zur Sicherheit. Der Pearl-Index schwankt zwischen 5 und 25, ist demnach also wenig zuverlässig. Doch wie beim Kondom für Männer ist auch hier die richtige Anwendung entscheidend. Neben diesem ist das Femidom das einzige Verhütungsmittel, das auch einen Schutz vor HIV und sexuell übertragbaren Krankheiten bietet. Deswegen wird es vor allem in Afrika kostenlos verteilt und sehr häufig verwendet.

Sie können das Femidom über Apotheken oder Online-Anbieter beziehen. Eine Dreierpackung kostet zwischen 5 und 15 Euro.

Mechanische Methoden: Diaphragma und Portiokappe

Beide erinnern optisch an einen kleinen Hut beziehungsweise an einen Fingerhut mit Krempe. Und beide wirken ähnlich. Ob Diaphragma oder Portiokappe: Die Silikonschalen werden tief in die Scheide eingeführt und bilden vor dem Muttermund eine Barriere für Spermien.

Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Funktion. Das Diaphragma ist breiter und wird von den Scheidenwänden gehalten. Die Portiokappe ist deutlich kleiner und sitzt direkt auf dem Muttermund - dort saugt sie sich fest und bildet eine dichtere Trennwand. Beide Methoden sollten Sie aber immer mit einem chemischen Verhütungsmittel kombinieren, um die Sicherheit zu erhöhen. Vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützt dagegen keine der beiden Kuppen.

Diese Verhütungsmethoden werden ebenso wie die chemischen immer seltener angewendet und verschwinden langsam vom Markt. Sie sind im Vergleich zu anderen Methoden zu unzuverlässig. Gab es vor wenigen Jahren vier verschiedene Portiokappen-Typen, sind heute nur noch zwei erhältlich.

Diaphragmen und Portiokappen bekommen Sie in verschiedenen Größen. Der Arzt muss sie anpassen und den Sitz überprüfen. Auch nach einer Geburt, Abtreibung oder nach Gewichtsschwankungen sollte er die Größe neu bestimmen - Ihr Körper verändert sich. Eine der beiden noch erhältlichen Portiokappen muss allerdings nicht angepasst werden.

Diese Mittel sind gewöhnungsbedürftig und erfordern Übung. Lassen Sie sich also gut einweisen. Nicht nur von der optimalen Größe, sondern auch von der richtigen Anwendung hängt die Sicherheit ab. Der Pearl-Index beim Diaphragma liegt zwischen 1 und 20 - je älter und erfahrener die Frau, desto besser. Bei der Portiokappe liegt der Wert bei etwa 6, verbessert sich aber, wenn Sie diese Verhütungsmethode mit chemischen Mitteln kombinieren. Für die eine der beiden noch erhältlichen Verhütungskappen, die nicht angepasst werden muss, gibt es keine verlässlichen Angaben zur Sicherheit.

Spontaneität bleibt auf der Strecke

Beim Sex spüren Sie das Diaphragma oder die Portiokappe nicht, wenn sie erst einmal richtig sitzt. Sie können beide Modelle jeweils bis zu zwei Stunden vor dem Liebesspiel einsetzen - nicht aber noch früher, weil die Spermizide mit der Zeit verdünnt werden und unwirksam sind. Frühestens acht Stunden nach dem Sex dürfen Sie die Schutzkappe entfernen. Sie kann aber auch ohne weiteres 24 Stunden in der Scheide bleiben.

Ein Diaphragma oder eine Portiokappe kann für Sie interessant sein, wenn Sie nur gelegentlich Sex haben und keine dauerhafte Verhütung wünschen. Oder wenn hormonelle Verhütungsmethoden und die Spirale nicht infrage kommen, aus gesundheitlichen oder anderen Gründen. Manche Frauen finden diese Kappen aber umständlich und störend. Einigen ist es unangenehm, sie im Beisein des Partners einzusetzen, andere beklagen, dass die Spontaneität beim Sex darunter leidet.

Im Allgemeinen sind die Kappen gut verträglich. Probleme bereiten eher die Verhütungscremes, die ein Brennen, eine Scheidenentzündung oder Allergien im Bereich der Scheide auslösen können. Nur in bestimmten Fällen dürfen Sie Diaphragmen oder Portiokappen nicht verwenden: wenn Sie sich im Wochenbett befinden, eine akute Scheiden- oder Gebärmutterhalsentzündung haben, unter Fehlbildungen der Scheide leiden oder allergisch auf das verwendete Material reagieren.

Die Kappen sind rezeptfrei erhältlich, sie kosten je nach Modell zwischen 35 und 55 Euro und halten bei guter Pflege ein bis zwei Jahre. Für die Verhütungscremes müssen Sie noch einmal zehn bis 15 Euro einrechnen. Diaphragmen kommen auf 25 bis 40 Euro.

Chemische Methoden: Salben und Zäpchen

Besonders beliebt sind und waren die chemischen Verhütungsmittel nie. In Umfragen spielen sie eine untergeordnete Rolle, genaue Zahlen über die Verbreitung gibt es nicht. Inzwischen verschwinden auch sie wie manche Barrieremethode mehr und mehr vom Markt. Der Pearl-Index liegt zwischen 5 und 29 - sie sind einfach nicht sicher genug.

Nur in Kombination zu empfehlen

Ärzte empfehlen diese Produkte ohnehin nur zusammen mit Diaphragmen oder Portiokappen. Achten Sie dabei auf die Herstellerhinweise: Nicht jede Substanz verträgt sich mit dem Material der mechanischen Verhütungsmittel. Produkte auf Öl- oder Fettbasis können die Gummiwand angreifen, so dass sie durchlässig für Spermien wird.

Die Spermizide, wie die chemischen Mittel auch genannt werden, bekommen Sie heute unter anderem noch als Zäpfchen, Gel oder Creme. Die Wirkung ist bei allen ähnlich. Die jeweilige Substanz löst sich im Körper auf und verwandelt sich in einen zähen Schleim oder Schaum, der Spermien abtötet, sie bewegungsunfähig macht oder den Muttermund abdichtet und somit eine Barriere gegen Spermien errichtet.

Die erhältlichen Spermizide enthalten neben einer zähen Trägersubstanz meist den Wirkstoff Nonoxinol-9. Er greift die äußere Zellhülle der Spermien an, die Samenzelle schrumpft und stirbt ab. Dabei geht es nach dem Prinzip "alles oder nichts": Eine beschädigte Samenzelle kann nicht mehr in die Gebärmutter gelangen. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen, dass ein geschädigter Embryo entstehen könnte, falls Sie trotz Verhütung schwanger werden sollten. Andere Substanzen wie Milchsäure oder Zitronensäure, die das Scheidenmilieu verändern und Spermien lediglich unbeweglich machen, gelten als unsicherer.

Bei Bedarf einsetzbar - aber oft mit Nebenwirkungen

Alle Mittel sollten etwa zehn bis 15 Minuten vor dem Verkehr tief in die Scheide eingeführt werden, so dass sie direkt vor dem Muttermund liegen. Für Cremes und Gels bekommen Sie meist ein Plastikstäbchen zum Auftragen. Ein Zäpfchen braucht länger, bis es sich aufgelöst hat und wirksam ist - planen Sie daher mindestens zehn Minuten ein.

Interessant sind chemische Mittel für Sie, wenn Sie keine dauerhafte Verhütung brauchen oder wünschen, da sie bei Bedarf einsetzbar sind. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und kosten etwa 6 bis 10 Euro.

Manche stören sich daran, dass spontaner Sex damit nur eingeschränkt möglich ist. Außerdem hält die Wirkung meist nur ein bis zwei Stunden an und nur für einen Samenerguss. Lesen Sie hierfür die Angaben des Herstellers. Wenn Sie häufiger miteinander schlafen, müssen Sie das Mittel jedes Mal neu auftragen.

Einige Frauen vertragen den Wirkstoff Nonoxinol-9 nicht. Das Mittel kann die Vaginalschleimhaut reizen, dann kann es zu Entzündungen kommen. Manchmal entsteht ein unangenehmes Wärmegefühl oder Brennen nach dem Einführen oder während des Liebesaktes. Die Chemikalien können daneben allergische Reaktionen auslösen, bei Frauen wie bei Männern. Wer anfällig für Scheideninfektionen ist, sollte daher lieber die Finger davon lassen. Denn wenn die Schleimhäute gereizt sind, erhöht sich die Infektionsgefahr. Laut einem WHO-Bericht infizierten sich Frauen, die chemische Mittel mit dem Wirkstoff Nonoxinol-9 verwendeten, sogar deutlich häufiger mit dem HI-Virus. Damit ist auch klar, dass dieses Mittel keinerlei Schutz vor einer HIV-Infektion bietet. Nicht zuletzt riechen die meisten Präparate unangenehm.

Alternative zur Chemie

Wenn Sie Portiokappe oder Diaphragma benutzen, aber Chemie ablehnen, können Sie sich in der Apotheke auch ein Zitronensäure-Gel herstellen lassen. Diese Mischung auf Basis von Zitronensäure, Weizenstärke und Glyzerin tötet Spermien genau genommen nicht, sondern macht sie nur bewegungsunfähig. Dieses Gel ist jedoch nicht lange haltbar.

Sonja Helms

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