Freiwillig unfruchtbar

Fast zwei Millionen Erwachsene haben sich in Deutschland für die Sterilisation als dauerhafte Verhütungsmethode entschieden. Doch der chirurgische Eingriff will gut überlegt sein.

Sterilisation, Vasektomie, Tubenligatur, Eileiterunterbindung

Viele Paare entscheiden sich für eine Sterilisation, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist©

Nie wieder über Verhütung nachdenken müssen - das wünschen sich offenbar recht viele Menschen. In Deutschland waren im Jahr 2008 etwa 1,45 Millionen Frauen und 450.000 Männer sterilisiert. Wenn Sie dies selbst erwägen, sollten Sie sich Ihrer Sache aber sehr sicher sein: Dank der Fortschritte in der Mikrochirurgie ist es inzwischen zwar einfacher als noch vor einigen Jahren, diesen Eingriff wieder rückgängig zu machen. Doch nicht immer gelingt es. Oft bleibt dann nur der Weg, sich künstlich befruchten zu lassen, wenn Sie sich ein Kind wünschen.

Auch wenn Sie momentan vielleicht davon überzeugt sind, keine Kinder (mehr) zu wollen, kann das in wenigen Jahren anders aussehen; Lebensumstände und Einstellungen ändern sich. Lassen Sie sich daher zu nichts drängen: Wenn Sie nicht voll hinter dieser Entscheidung stehen, können psychische Probleme daraus erwachsen, beim Mann kann es zu Potenzstörungen kommen. Sollte doch noch einmal der Wunsch auftreten, die Sterilisation rückgängig zu machen, lassen Sie sich ausführlich von Ihrem Arzt beraten.

Sowohl Frauen als auch Männer können sich sterilisieren lassen, wobei der Eingriff bei Männern in der Regel einfacher und unkomplizierter ist.

Sterilisation beim Mann

Die Vasektomie, so heißt die Sterilisation des Mannes, ist ein kleiner, meist schmerzloser Eingriff, den der Urologe oder Chirurg ambulant in seiner Praxis vornehmen kann. In örtlicher Betäubung setzt er dabei an der Rückseite des Hodensackes zwei kleine Schnitte, durchtrennt die heraustretenden Samenleiter, so dass keine Spermien mehr in die Samenflüssigkeit gelangen können, und verschließt sie durch Hitze und vernäht sie. Das dauert etwa eine halbe Stunde, dann können die Betroffenen wieder nach Hause gehen. Ansonsten wird der Eingriff auch in Pro-Familia-Zentren oder Kliniken durchgeführt. Anschließend sollten Sie sich ein paar Tage schonen, nach ungefähr einer Woche werden die Fäden gezogen.

Neben der üblichen Vasektomie gibt es noch eine weitere Methode, bei der auf Schnitte mit dem Skalpell verzichtet wird - wie es der Name "Non Scalpel Vasectomy" bereits sagt. Dabei setzt der Arzt einen kleinen Stich und dehnt die Haut mit einer spitzen Klemme auf. Da der Stich klein ist, muss nicht genäht werden. Komplikationen wie Hodenentzündungen treten selten auf. Anders als viele Männer befürchten, beeinträchtigt der Eingriff das sexuelle Erleben nicht - Erektion und Orgasmus dürften keine Probleme bereiten. Schon wenige Tage später können Sie Sex haben, aber Vorsicht: Es dauert noch einige Monate, bis alle Samenfäden ausgestoßen sind. In dieser Zeit sollten Sie noch anders verhüten. Nach dem Eingriff untersucht der Arzt mehrmals die Samenflüssigkeit auf Spermien - so lange bis keine mehr nachzuweisen sind. Dann erst ist ein Mann steril. Das Verfahren gilt als sehr sicher: Nur einer von 400 Männern bleibt nach einer Sterilisation zeugungsfähig.

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