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Männer unter sich

Sex zwischen Männern kann die ganze Bandbreite sinnlicher Erfahrungen abdecken. Homosexualität ist eine Spielart der Sexualität - keine Verirrung. Trotzdem müssen sich Schwule immer noch rechtfertigen

  Warum manche Männer Männer lieben, weiß die Wissenschaft nicht zu beantworten

Warum manche Männer Männer lieben, weiß die Wissenschaft nicht zu beantworten

Wenn der Sohn seiner Mutter mitteilt, dass er schwul ist, kommt von ihr häufig die Frage: Was habe ich falsch gemacht? Auch der Sohn selbst hat sich dann mit großer Wahrscheinlichkeit schon einmal gefragt, warum er so ist, wie er ist. Die Frage der Mutter ist legitim, denn sie führt dazu, sich mit dem eigenen Leben und dem des Sohnes auseinander zu setzen. Die Frage ist aber auch sinnlos. Denn Mutter hat nichts falsch gemacht. Und der Sohn ist schwul, weil er eben so ist. Homosexualität ist keine Krankheit, kein Defekt, keine Verirrung. Sie ist eine Spielart der Sexualität. So wie Menschen blaue oder grüne Augen haben, Rechts- oder Linkshänder sind oder lieber Fisch statt Fleisch essen, können sie auch den Sex mit dem eigenen oder mit dem anderen Geschlecht bevorzugen. Warum das so ist, tut eigentlich nichts zur Sache.

Mehr Antworten kann die Wissenschaft nicht geben, aber sie sucht trotzdem ausführlich danach. Dahinter stand ursprünglich das Bedürfnis, rechtfertigen zu müssen, warum manche Menschen sich nicht so verhalten, wie es überlieferte Moralvorstellungen verlangen. Am Anfang der Forschung um die Jahrhundertwende stand sogar der Versuch nachzuweisen, dass Schwule nicht kriminell sind - sondern nur krank. So gab es für sie wenigstens die Wahl zwischen Klinik und Gefängnis.

Forscher legten das Maßband an

Spätestens seit Wissenschaftler vor einigen Jahren verkündeten, dass sie das gesamte menschliche Erbgut entziffert haben, liegt die Frage nahe, wo auf dieser Landkarte menschlicher Eigenschaften die Homosexualität verzeichnet ist. Da hatten Wissenschaftler zwar mal großartige Ideen - doch je mehr sie forschten, desto dürftiger wurden ihre Ergebnisse. Der heutige Stand der Dinge ist etwa: Vermutlich ist eine Reihe von Genen daran beteiligt, Bedingungen zu schaffen, aus denen dann schwule Männer entstehen. Es müssen aber noch weitere Faktoren eine Rolle spielen.

Frühe Forscher hatten noch das Maßband angelegt und "dutenförmige Einsenkungen der Hinterbacken" bei Schwulen konstatiert. Irgend ein körperliches Merkmal, dachten sie, müssen die Schwulen doch haben, das sie von den Heterosexuellen unterscheidet. Und fanden außerdem weibliche Gesichtszüge, weibliche Beckenformen und Hinterteile, die an weibliche Scheiden erinnerten. Heute legen die Forscher immer noch Messinstrumente an. Jetzt sind es moderne und aufwendige Magnetresonanztomographen, die den Blick in das lebendige, arbeitende Gehirn erlauben. Und so finden sie wieder verformte Zellklumpen, verdrehte Verdrahtungen und weibliche Strukturen.

Gene

"Das Schwulen-Gen ist gefunden!" riefen Forscher Anfang der 90er-Jahre: "Xq28" stand für den vorgeblichen Beweis, dass die Natur darüber entscheidet, ob Männer mit Männern glücklicher sind als mit Frauen. US-Molekularbiologe Dean Hamer hatte die Familien schwuler Männer untersucht und ihre Gene miteinander verglichen. Sein Resultat: Ein Abschnitt auf dem X-Chromosom war bei schwulen Brüderpaaren so oft identisch, dass es für den Forscher keinen Zweifel mehr gab.

Die Schwulen in den USA waren begeistert: Endlich hatten sie überzeugende Argumente dafür, dass es sinnlos wäre, sie von ihrem Treiben abzubringen. Eltern brauchten sich nicht mehr zu fragen, was sie falsch gemacht hätten. Homosexualität würde jetzt sicher voll und ganz akzeptiert werden.

Die Schwulen in Deutschland waren entsetzt: Wenn die Ursachen für Homosexualität bekannt sind, würde man sicher bald nach Mitteln suchen, wie man sie abstellen kann. So, wie schon die Ärzte in den Konzentrationslagern der Nazizeit nach solchen Wegen gesucht hatten. Homosexualität würde jetzt sicher bald abgeschafft werden.

Die Lesben waren indifferent: Sie waren, wie üblich, mal wieder mitgemeint. Hamer hatte zwar nur Männer untersucht, aber irgendwie würden die Ergebnisse für Frauen ja dann wohl auch gelten.

Doch weder die Hoffnungen noch die Befürchtungen bewahrheiteten sich. Vielmehr löste sich die Theorie vom Schwulen-Gen wieder auf. Hamer hatte die Gene von gerade mal 40 Brüderpaaren genauer untersucht. Andere Wissenschaftler konnten seine Ergebnisse nicht bestätigen.

Das eine, wirkliche Schwulen-Gen gibt es nicht

Genauso wenig haltbar zeigten sich Studien an Zwillingspaaren. Forscher hatten schon in den 60er-Jahren berichtet, dass eineiige Zwillinge immer dieselbe Orientierung haben - entweder sind beide schwul oder beide heterosexuell. Bei zweieiigen Zwillingen fanden sie dieses Phänomen nicht. Das wäre ein klarer Hinweis darauf, dass die Erziehung nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun hat und sie ausschließlich durch die Gene bestimmt ist.

Doch leider ist die Welt nie so eindeutig, wie sie manchmal scheint. Nach einer ganzen Reihe von Familien- und Zwillingsstudien kann man heute festhalten: Bei eineiigen Zwillingen ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide schwul sind, deutlich höher als bei zweieiigen. Folgerung: Vielleicht gibt es nicht 'das' Homo-Gen, aber irgendwie werden die Gene schon einen Beitrag dazu leisten, wie sich die sexuelle Vorliebe entwickelt.

Bei der Vorstellung, dass die Gene schwul und lesbisch machen, wissen die Wissenschaftler nicht einmal, auf welche Weise sie das denn bewirken sollen. Es kann sich nur um indirekte Wirkungen handeln, bei denen eine Reihe von chemischen Prozessen im Körper ablaufen, die das Fühlen und Denken prägen. Für diese komplizierten Prozesse wiederum dürfen eine ganze Reihe von Genen zuständig sein, die ihren Teil dazu beisteuern.

Drei davon will wieder Dean Hamer zusammen mit seinem Kollegen Brian Mustanski identifiziert haben, und zwar auf den Chromosomen 7, 8 und 10. Diesmal sind ihre Aussagen vorsichtiger. Sie glauben nicht, dass nur diese Genabschnitte für Homosexualität zuständig sind, und wahrscheinlich sind sie auch nicht ausschließlich für Homosexualität zuständig.

So kann die Genforschung keine klaren Antworten liefern. Sie kann nur bei Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten bleiben. Letztere aber wenigstens kann sie sehr genau beziffern: Nach ausgiebiger Befragung schwedischer Zwillingspaare verkündeten Forscher, dass die Gene bei Schwulen zu etwa 35 Prozent verantwortlich sind, bei Lesben sind es ungefähr 18 Prozent. Es bleibt die Gewissheit, dass sich rund zwei Drittel aller Unterschiede zwischen Homos und Heteros der wissenschaftlichen Erkenntnis bisher völlig entziehen.

Gehirn

Mehr und mehr konzentrieren sich Wissenschaftler auf das Gehirn, um herauszufinden, was Schwule von Heteros unterscheidet. Eine der ersten Entdeckungen zeigte: Eine bestimmte Region im Steuerzentrum des Gehirns, der Hypothalamus, ist bei schwulen Männern kleiner als bei heterosexuellen. Da man außerdem wusste, dass dieselbe Zellgruppe bei Frauen normalerweise etwa halb so groß ist wie bei Männern, zog man daraus zwei Schlüsse: Zum einen ist ein Teil des Hypothalamus, INAH 3 genannt, vermutlich zuständig für das Sexualverhalten. Und zum anderen benehmen sich Schwule, drastisch formuliert, in der Wahl ihres Sexualpartners so wie Frauen, weil ihnen eine Art weibliches Organ im Gehirn das so befiehlt. Zum gleichen Ergebnis kamen übrigens Wissenschaftler, die bei schwulen Schafböcken die Gehirne sezierten.

Der Befund, dass Schwule bestimmte Gehirnstrukturen haben, die eher denen von Frauen ähneln, gilt auch in umgekehrter Richtung: Was sie im Lesbenhirn finden, passt nach den Ergebnissen der Hirnforscher oft eher auf die Zustände im Männerhirn. Solche Beobachtungen hat man zum Beispiel bei der so genannten vorderen Kommissur gemacht. Sie verbindet die rechte mit der linken Gehirnhälfte und spielt eine Rolle bei Geschlechtsunterschieden, bei kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten. Auch die Symmetrie der Gehirne fällt in diese Kategorie: Bei Lesben und Heteromännern ist die rechte Hälfte des Großhirns etwas größer als die linke, bei Schwulen und Heterofrauen nicht.

Die Erkenntnis: Schwule stehen auf Männer. Ach so?

Eine ähnliche Beobachtung machten sie bei der Amygdala, dem sogenannten Mandelkern. Die Amygdala ist dafür zuständig, Eindrücke, die von außen kommen, mit Emotionen zu verknüpfen und daraufhin Körperreaktionen auszulösen. Sie entscheidet also auch, auf welche äußeren Reize eine sexuelle Erregung folgen kann. Im Gehirn haben wir zwei dieser Mandelkerne, einen in jeder Gehirnhälfte. Forscher fanden heraus: Bei Schwulen und Heterofrauen waren die Verzweigungen auf der linken Amygdala stärker ausgeprägt, bei Lesben und Heteromännern war die rechte Amygdala stärker verzweigt.

Auch bei der Reaktion auf Gesichter fanden Wissenschaftler die gleiche Übereinstimmung. Wenn wir ein Gesicht sehen, läuft eine ziemlich umfangreiche Reaktion in unserem Gehirn ab. Wir erkennen es, sortieren es ein, beurteilen die Stimmung und unser Verhältnis dazu. Vor allem beurteilen wir blitzschnell, ob der Träger dieses Gesichts als möglicher Sexualpartner in Frage kommt. Dabei ist ein ganzes Netzwerk von Hirnregionen beteiligt.

Insbesondere im Belohnungssystem des Gehirns zeigte sich bei Aufnahmen im Magnetresonanztomografen wieder der bekannte Befund: Lesben reagieren wie Männer, Schwule wie Frauen. Wirklich überraschend ist diese Erkenntnis aber nicht. Denn um herauszufinden, dass schwule Männer genauso wie Heterofrauen von Männern angezogen werden und lesbische Frauen von Frauen, ist ein Magnetresonanztomograf nicht wirklich nötig.

Hormone

Auf der Suche nach einer Erklärung für die Entstehung von Homosexualität spielen immer wieder Hormone eine Rolle. Der menschliche Fötus entwickelt sich nämlich zunächst als weibliches Grundmodell. Mehrere Hormonschübe im Laufe der Schwangerschaft sorgen dann dafür, dass sich statt Eierstöcken die Hoden entwickeln und statt einer Vagina ein Penis.

Die naive Idee der Wissenschaftler lautet deshalb: Bei Schwulen und Lesben ist auf diesem Weg irgend etwas nicht ordnungsgemäß abgelaufen. Vielleicht hat der weibliche Fötus ein paar Hormone zuviel abbekommen, der männliche ein paar zu wenig, und so wurde die Basis für die Homosexualität gelegt.

Unterstützt werden solche Ideen insbesondere durch die Rattenversuche, die der Ostberliner Hormonforscher Günter Dörner 1969 veröffentlicht hat. Er manipulierte den Testosteronspiegel von Ratten während der Entwicklung des Gehirns und beobachtete dann, dass die solcherart präparierten männlichen Ratten sich wie Weibchen verhielten: Sie versuchten den Eisprung zu provozieren und reckten anderen Rattenmännchen ihr Hinterteil entgegen. Allerdings beobachten Forscher bei Rattenversuchen sowieso häufig bisexuelles Verhalten: Männlein wie Weiblein versuchen, das andere Tier, egal welchen Geschlechts, zu besteigen.

Die Beobachtungen sind zu vage

Darüber hinaus gibt es nur vereinzelte Hinweise, dass die Hormone eine gewisse Rolle spielen könnten. So soll das Antidepressivum Fluoxetin bei Schwulen weniger wirken als bei Heteros, was Wissenschaftler zu der Annahme verleitet, dass irgendwo im Kreislauf der Botenstoffe des Gehirns etwas anders läuft. Allerdings sind alle diese Studien weit davon entfernt, die komplizierten Abläufe, die mit dem Hormonsystem zusammenhängen, im Detail erklären zu können.

Machen Hormone also lesbisch oder schwul? Dass die Mechanismen wirklich so simpel und eindeutig sind, ist unwahrscheinlich. Allein schon, weil sich die Embryonalbildung bei der Ratte völlig anders abspielt als bei uns.

Starke hormonelle Defizite dürften sich auch eher in organischen Veränderungen der Geschlechtsorgane, des Zyklus und der Pubertät auswirken. Es liegen aber keine Studien vor, die auch nur irgendwie nahe legen, dass diese sich bei Schwulen und Lesben anders abspielen als bei Heterosexuellen. Die Beobachtungen der Wissenschaftler sind bisher viel zu vage, als dass man daraus solche kühnen Theoriegebäude aufbauen kann.

Psychoanalyse und Psychologie

Eine naheliegende Annahme für Homosexualität wäre die Vermutung, in der Entwicklung des Kindes wäre irgend etwas anders gelaufen als bei anderen Kindern. Und das hätte irgendwann dazu geführt, dass der Sohn keine Freude daran empfindet, mit einer Frau ins Bett zu gehen. Vielleicht nur eine Kleinigkeit, und niemand hat es der Mutter gesagt. Doch ein Blick in die Entwicklung der Psychologie zeigt: So simpel funktioniert der Mensch nicht.

Der Vater der Psychoanalyse, Sigmund Freud, ging davon aus, dass der Mensch von Grund auf für jede sexuelle Partnerwahl offen ist: Ob der Mann mit Frauen oder mit Männern Sex hat - von Natur aus ist alles möglich und richtig. Homosexualität entsteht also nicht allein durch lebensgeschichtliche Einflüsse, sondern sie ist gemeinsam mit der Möglichkeit der Heterosexualität schon da. Erst wenn die Menschen sich der einen oder der anderen Seite zuwenden, muss man fragen, warum sie dies tun. Vor allem aber galt Homosexualität für ihn nicht als Krankheit.

Das hinderte freilich andere Psychotherapeuten nicht daran, trotzdem an schwulen Patienten und lesbischen Patientinnen herumzudoktern und zu versuchen, ihnen ihre Vorlieben auszutreiben. Sie pflegten Vorstellungen von einer dominierenden und überfürsorglichen Mutter, die gegenüber dem schwachen, gar abwesenden Vater das arme Söhnchen in die Hände anderer Männer treibt. Oder dass die Frau sich vor dem Manne ekelt, weil sie einem impotenten Ehemann oder perversen Freiern begegnet ist. Verbreitet war auch der Gedanke, dass man zur Homosexualität 'verführt' werden könnte: Wenn der Schüler nur einmal erotische Spielchen mit seinem Lehrer gemacht hätte oder der Gefangene einmal lustvollen Sex mit seinen Mitgefangenen gehabt hätte, gäbe es keinen Weg mehr zurück - so lautete das Vorurteil.

Solche Theorien lassen sich nachprüfen, wenn man genügend Daten hat. Und die lagen vor: Schließlich hatte das Kinsey-Institut zigtausende Amerikaner nach ihrem Sexualverhalten befragt. Als die Mitarbeiter diese Daten daraufhin untersuchten, was sie über den Einfluss des Elternhauses auf die Entwicklung der schwulen Söhne und lesbischen Töchter hergaben, wurde klar: Die Rolle der Eltern war nicht so groß, wie die Psychotherapeuten dachten. Ob sie homosexuelle Spielchen förderten oder bestraften, ob sie sich stritten oder wie sie ihre Machtposition in der Familie gestalteten - all das war unabhängig von der Orientierung des Nachwuchses. Die Familien von Homosexuellen waren nicht kaputter oder heiler als die Familien der Heteros. Auch eine Verführung durch Vergewaltigung oder andere sexuelle Begegnungen ließ sich statistisch nicht belegen.

Umpolungs-Therapien sind gefährlich

Viele andere Tests kamen zu ähnlichen Ergebnissen: Alle psychischen Probleme, mit denen Homosexuelle zum Psychiater kamen, konnten mit den gleichen Begründungen erklärt werden wie die Probleme ihrer heterosexuellen Mitbürger. Die Homosexualität selbst war nicht die Krankheit. 1974 strichen die amerikanischen Psychiater das Krankheitsbild "Homosexualität" aus ihrem Diagnosekatalog. 1992 verschwand es endlich aus der Internationalen Klassifikation der Krankheiten, der ICD, der Weltgesundheitsorganisation. Für den Berufsverband deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie ist Homosexualität heute keine Krankheit, sondern eine häufige Form menschlichen Zusammenlebens und bedarf keiner Therapie.

Trotzdem tauchen insbesondere aus den USA immer wieder Bestrebungen auf, aus Homosexuellen Heterosexuelle zu machen, sie quasi 'umzupolen'. Dabei greifen die Anhänger dieser Therapien tief in die Mottenkiste der längst überholten Vorurteile: Homosexualität entstünde aus einer Angst vor dem anderen Geschlecht, glauben sie, und sie könnte erlernt werden. In Buchhandlungen stehen ganze Regale voller Ratgeber, die den Eltern empfehlen, genau darauf zu achten, dass die Tochter reichlich mit Puppen spielt, damit sie nicht lesbisch wird. Und selbstverständlich verdienen Therapeuten daran, Umpolungstherapien anzubieten.

Doch so vehement die Vertreter dieser Methoden dafür eintreten, so dürftig sind ihre Erfolge: Die Lust am Sex können sie den Teilnehmern vielleicht austreiben, eine Hinwendung zum anderen Geschlecht ist schon nicht mehr drin. Im Gegenteil: Solche Maßnahmen sind gefährlich. Sie verursachen Ängste, soziale Isolation und Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken. Viel wichtiger ist es deshalb, Schwule und Lesben, die psychische Probleme haben, in ihrer sexuellen Identität zu stützen und ihr Selbstwertgefühl zu stärken.

Homosexuelle sind in der Bevölkerung eine Minderheit, und sie werden es auch immer bleiben. Das hat Vorteile: So muss sich zum Beispiel niemand Sorgen machen, dass die Menschheit ausstirbt, weil auf einmal alle nur noch gleichgeschlechtlichen Sex wollen. Es hat aber auch Nachteile: Schwule und Lesben müssen immer wieder erklären, dass sie anders sind. Und deshalb müssen sie selbst dafür sorgen, dass sie von der Mehrheit der Nichthomosexuellen nicht beiseite gedrückt werden.

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Martin Rosenberg

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