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Zahl der Operationen steigt rasant

Kaiserschnitte, Wirbelsäulen- und Knie-OPs:Gemessen an der Einwohnerzahl gibt es nirgends in Europa soviele dieser Eingriffe wie in Deutschland. Die Linke beklagt "sinnlose Anreize zum Schneiden".

  Ärzte und Assisten im Einsatz. Chirurgen haben in Deutschland gut zu tun.

Ärzte und Assisten im Einsatz. Chirurgen haben in Deutschland gut zu tun.

Die Zahl der Operationen in Deutschland ist seit 2005 um mehr als ein Viertel gestiegen. Das geht aus den Antworten des Bundesgesundheitsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor, die der "Passauer Neuen Presse" vorliegen. Danach habe es im Jahr 2005 rund 12,13 Millionen Operationen gegeben, berichtet das Blatt. 2011 seien es bereits 15,37 Millionen gewesen.

Die Zahl der Wirbelsäulen-OPs habe sich im selben Zeitraum mehr als verdoppelt - von 326.962 auf 734.644, heißt es in dem Bericht. Im Jahr 2010 habe es in Deutschland mit 295 pro 100.000 Einwohner so viele Hüftoperationen wie nirgendwo sonst in Europa gegeben. In Österreich seien es 249, in Frankreich 223 und in den Niederlanden 213 gewesen. Auch bei Knie-OPs liege Deutschland mit 213 Eingriffen pro 100.000 Einwohner im europäischen Vergleich vorne.

Die Linke: "Sinnlose Anreize zum Schneiden"

Laut Bundesgesundheitsministerium ist Deutschland dem Bericht zufolge weltweit zudem eines der Länder mit den meisten Kaiserschnitten. Von 1000 Babys im Jahr 2010 seien 213 per Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Im OECD-Vergleich sei der Kaiserschnitt-Anteil mit 447 je 1000 Geburten lediglich in Mexiko höher gewesen.

Die Linke führt die Entwicklung auf das deutsche Fallpauschalensystem und eine chronische Unterfinanzierung der Krankenhäuser zurück. "Da werden sinnlose Anreize zum Schneiden gesetzt, während die Mittel bei Heilung und Prävention fehlen. Die Fallpauschale muss fallen", sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Klaus Ernst der "Passauer Neuen Presse". "Wir müssen zurück zum Prinzip Leistung nach Bedarf."

lin/DPA/DPA

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