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Adventskalender häufig mit Mineralölen verunreinigt

Sie sind beliebt bei Jung und Alt: Rund 50 Millionen Adventskalender werden jedes Jahr verkauft. Stiftung Warentest hat 24 Schokoladenkalender geprüft - mit alarmierendem Ergebnis.

  Von wegen "O du fröhliche": Die Schokolade aus Adventskalendern ist häufig mit Rückständen von Mineralölen belastet.

Von wegen "O du fröhliche": Die Schokolade aus Adventskalendern ist häufig mit Rückständen von Mineralölen belastet.

Mit einem Knacken öffnet sich das Türchen, der Duft von Schokolade strömt aus der kleinen Luke. Dahinter verbirgt sich jeden Tag eine neue Leckerei aus Kakao: ein Schneemann, ein Stern oder ein Tannenbaum. Es ist ein schönes Ritual, das sich jedes Jahr zur Vorweihnachtszeit wiederholt. Mit jedem Türchen des Adventskalenders rückt Weihnachten ein Stück näher. Besonders bei Kindern sind die bunt bedruckten Kalender sehr beliebt. Tests von Stiftung Warentest zeigen aber: Die Schokolade ist häufig mit Mineralölen belastet.

Tatsächlich fanden die Prüfer in allen Kalenderschokoladen Mineralöle und verwandte Substanzen - wenn auch in unterschiedlichen Mengen. Schokostückchen aus neun Kalendern enthielten so hohe Werte, dass sie die Tester als kritisch einstuften. Bei den Stoffen handelt es sich um sogenannte aromatische Mineralöle - einige dieser Substanzen stehen im Verdacht krebserregend zu sein. Besonders hohe Werte dieser Öle fanden die Tester in den Kalendern von Arko, der Confiserie Heilemann und Rausch. Warentest rät von einem Verzehr dieser Schokolade ab. Heilemann leitete zwischenzeitlich eine Laboruntersuchung seiner Schokolade und der Verpackungen ein. "Wir wollen die Ursache für die Rückstände genau eingrenzen und sie sofort beseitigen", erklärt Geschäftsführer Peter Schrage.

Öle reichern sich im Körper an

Neben aromatischen Mineralölen wiesen die Prüfer auch nicht-aromatische Öle nach: Wie die bereits genannten Kalender enthielten die Schokoladenfiguren von Friedel, Reichsgraf von Aldi (Nord) und den Schlümpfen hohe Werte. Mehr als zehn Milligramm Mineralöl pro Kilogramm Schokolade machten die Tester hier aus. Was die Grenzwerte solcher Substanzen betrifft, hat die EU noch keine Richtlinie festgelegt. Stiftung Warentest orientierte sich deshalb an Erfahrungswerten von Fachleuten. Fest steht allerdings: Kurzkettige nicht-aromatische Mineralöle können sich im menschlichen Körper ablagern. Experten brachten sie bei Tierversuchen in Zusammenhang mit Lebererkrankungen.

Woher stammt das Mineralöl in der Schokolade?

Hauptquelle der gefährlichen Substanzen ist laut Warentest der Karton, der die Schokolade umgibt. Er ist meist aus recyceltem Altpapier hergestellt und enthält mineralölhaltige Farben aus dem Zeitungsdruck. Liegt der Karton auf der Schokolade, können diese Öle in die Süßigkeiten gelangen. Da Schokolade aus viel Fett besteht, reichern sich Substanzen leicht in ihr an. Bei acht Produkten fanden die Tester zusätzlich Öle, die Hersteller zum Schmieren ihrer Maschinen nutzen. So enthielten Kalender von Wintertraum (Aldi Süd), Milka und Smarties Hinweise auf Maschinenöl. Im Kalender von Lindt wiesen die Tester Spuren des Weichmachers DEHA nach - er könnte aus den Schokoladenformen stammen. "Wir wurden sehr überrascht von der Studie", sagt Lindt-Sprecherin Natalie Zagoda. Nun prüfe Lindt, was mit dem Kalender passieren soll.

Nur zwölf getestete Kalender waren gering mit nicht-aromatischen Mineralölen belastet und gleichzeitig frei von aromatischen Mineralölen. Dazu zählten teure Markenprodukte von Milka und Hussel, aber auch günstige Discounter-Ware von Netto Markendiscount, Lidl und Norma. Bei diesen Kalendern sei es vertretbar, täglich ein Schokoladenstückchen zu naschen, erklärt Warentest.

Den vollständigen Testbericht gibt es unter www.test.de/adventskalender

ikr

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