EU will Verbraucher vor Werbelügen schützen

13. März 2012, 15:32 Uhr

Sie sollen vor Erkältungen schützen, die Blase stärken und Haarausfall vermindern - manche Lebensmittel versprechen mehr, als sie halten. Solche Werbelügen sind nun verboten.

Fast drei Viertel aller speziell für Kinder hergestellten Lebensmittel sind einer foodwatch-Studie zufolge ungesund. mehr...

Knapp drei Viertel der 1.514 untersuchten Kinderprodukte fallen in die Kategorie der süßen und fettigen Snacks, wie aus dem am Dienstag in Berlin präsentierten Report „Kinder kaufen" der Verbraucherorganisation hervorgeht. foodwatch hat der Lebensmittelindustrie vorgeworfen, bewusst ungesunde Kinder-Produkte herzustellen. Oton Anne Markwardt – Foodwatch: „Es fängt ja schon bei der Verpackung an. Diese Verpackungen für diese Produkte arbeiten häufig mit Comicfiguren, mit Sportstars, mit Gewinnspielversprechen. Also alles Dinge, die Kinder im Supermarkt direkt ansprechen sollen, die sie dazu bringen sollen, dieses Produkt möchte ich jetzt gerne haben. Das geht weiter in der Werbung, gerade auf das Online-Medium setzt die Branche zunehmend. Mit Obst und Gemüse lasse sich wenig Profit machen, mit Junkfood und Softdrinks schon mehr, erklärte Markwardt das Ergebnis. Es lohne sich ganz einfach nicht, gesunde Produkte ans Kind zu bringen. Produkte sollten nicht mehr als Kinder-Produkte beworben werden, forderte sie. Auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner sieht keinen Grund für „Kinder-Lebensmittel.“ Oton Ilse Aigner – Bundesverbraucherministerin: „Kinder können nach dem Säuglingsalter ganz normal mit den Erwachsenen mitessen. Sie können ganz normal Vollkornbrot mit Quarkaufstrich und Gemüse drauf essen. Ich brauche keine speziellen Kinderlebensmittel letztendlich einführen. Es gibt eine Verpflichtung der Wirtschaft hier nicht besonders auf die Kinder auch sozusagen in den Werbefokus zu nehmen.“ Die Verbraucherschützer kritisierten auch die Bundesregierung. Anstelle klarer Vorgaben für die Hersteller binde sie die Junkfood-Industrie in ihre Initiativen und Aktionspläne gegen Übergewicht ein. Schließen